Während die Vereinten Nationen kritisieren, es sei “im Rahmen der internationalen Beziehungen inakzeptabel”, zum Heiligen Krieg gegen einen anderen Staat zu mobilisieren, übt die Europäische Union sich in Appeasement, wie es peinlicher kaum sein könnte:
“Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bedauert es, dass al-Gaddafi zu einem ‘unglücklichen Zeitpunkt’ zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen hat. Ein Sprecher Ashtons sagte in Brüssel, es handele sich um ‘in diplomatischem Sprachgebrauch ziemlich ungewöhnliche Äußerungen’ Gaddafis.”
Es ist also, soll das offenbar heißen, nicht schlimm, einen Heiligen Krieg “mit allen Mitteln” gegen die Schweiz und – natürlich – “den Zionismus” vom Zaun zu brechen. Es muß nur der Zeitpunkt überlegter gewählt werden. Nähere Auskünfte dazu erteilt sicher gern die EU-Außenministerin Catherine Ashton.
Das hätte sie Oberst Muhammar al-Ghaddafi freilich schon früher mitteilen können.
[…] Catherine Ashton, EU-Außenbeauftragte – sie bedauerte es, dass al-Gaddafi zu einem ‘unglücklichen Zeitpunkt’ zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen hat. Nach Frau Ashton ist es also ganz in Ordnung, zum islamischen heiligen Krieg aufzurufen (ist Gaddafi damit ein Islammissversteher?), nur über den Zeitpunkt muss man reden. Oder wie es Clemens Wergin schreibt: Heißt das, in einem halben Jahr hätte Muammar al-Gaddafis Heiliger Krieg gegen die Alpenrepublik besser gepasst, und man hätte ihn nur netter verpacken müssen? […]