Andreas Tränen

Andrea Nüsse, des ganz gewiß von antisemitischen Beiträgen freien Tagesspiegels Spezialistin für Arbeitshypothesen, leidet ganz fürchterbar mit den unterdrückten „Palästinensern“ und läßt uns, jemandem muß sie es ja erzählen, daran teilhaben:

„Die palästinensischen Bewohner sind – ohne Rechte – der israelischen Armee unterstellt. Das ist so, als wären die West-Berliner von der Nationalen Volksarmee der DDR regiert worden.“

Die „Palästinenser“ sind „ohne Rechte“ wirklich arm dran, wenn sogar der Oberste Gerichtshof Israels auf ihrer Seite ist:

„Nur wenige Kilometer weiter warten die Palästinenser, ob ein anderes Urteil des obersten israelischen Gerichtshofs umgesetzt wird.“

Doch das „Unrecht“, das den „rechtlosen“ „Palästinensern“ widerfährt, es ist – „formal richtig“, da hilft keine Krokodilsträne:

„Israel nutzt einen undurchschaubaren Dschungel von Gesetzen aus osmanischer Zeit und der Epoche der britischen Mandatsverwaltung zum Umgang mit dem Land – was formal richtig ist, denn eine Besatzungsmacht muss das bestehende Recht anwenden.“

Es ist aber auch ein Jammer. Da will Andrea „Arbeitshypothese“ Nüsse erzählen, die „Palästinenser“ seien ihrer Rechte beraubt, doch dann verlassen selbst die nicht nur sich auf israelische Gerichte, sondern Israel agiert auch noch „formal richtig“.

Und wie steht es eigentlich von formalen Fragen abgesehen tatsächlich um das Leid der „Palästinenser“?

„Thousands of Palestinians gathered on Friday 21 May 2010 in the West Bank city of Nablus to watch the second round of the Palestinian Motor Sport Series for 2010.“

Andrea Nüsse war, scheint’s, nicht dabei. Der Termin fehlte wohl in ihrem Propaganda-Kalendarium.