Inge Günther war für die Frankfurter Rundschau wohl irgendwie dabei. Unter der Überschrift „Israel nimmt auch Tote in Kauf, um die Hilfslieferung für die Palästinenser zu stoppen“ erzählt die FR–„Expertin“, was wirklich geschah:
„Die Stunde der Konfrontation kam früher als gedacht, in den allerersten Morgenstunden des Montags, als Israel schlief und auch bei den internationalen Nachrichtensendern nur eine kleine Nachtschicht das aktuelle Geschehen verfolgte. [..] Plötzlich stehen sie da: schwarz vermummte Kampfsoldaten, die sich aus Militärhubschraubern abgeseilt haben.“
Da hatten die friedlich in ihren Kojen träumenden Free Gaza–„Aktivisten“ natürlich schlechte Karten. Innert weniger Augenblicke waren sie überwältigt.
„Dann geht es Schlag auf Schlag. Schüsse fallen, panische Schreie tönen über das Deck. [..] Die Meldungen von Toten und Verwundeten überschlagen sich. Zwischen 15 und 20 Aktivisten, heißt es später, lassen beim Versuch, die Gaza-Blockade zu durchbrechen, ihr Leben.“
Wer wissen will, weshalb der Nahost-Berichterstattung deutscher Medien nicht zu trauen ist, der lese Frankfurter Rundschau und schaue sich dann etwa an, welche Fragen Noah Pollak stellt:
„But the Israeli commandos obviously could not establish complete control. They fast-roped into an ambush and were beaten and stabbed. Would this have happened if they had real guns in their hands? Probably not.“
Die israelischen Soldaten, die davon ausgingen, daß sie auf Menschenrechtsaktivisten treffen würden, die diese Bezeichnung verdienen, wurden in der Tat überrascht.
„Ever wish you were alive when MLK or Ghandi inspired the world? Well you are witnessing it now #Gaza #Flotilla“, war getwittert worden, doch von Ghandi oder Martin Luther King war wenig zu spüren:
„Captain R. was the second commando to be dropped from a military helicopter onto the Turkish-flagged ship. During the mission, a large mob of the activists hurled him from the upper to lower deck of the ship. [..]
‚We knew there would be resistance, but not at such an enormous scale,‘ said Captain R., who led one of the teams and was wounded in the mission. ‚Every [activist] that approached us wanted to kill us.‘ [..]
‚They jumped at me and hurled me to the deck below the bridge. Then I felt a stabbing in my stomach – it was a knife. I pulled it our and somehow managed to get to the lower level. There, was another mob of people.'“
Weshalb hat Inge Günther davon nichts mitbekommen? Nun, die FR-Autorin kommt auch gar nicht auf den Gedanken, daß ihre geliebten „Aktivisten“ mit ihrer Aktion „auch Tote in Kauf“ nahmen …