Richard C. Schneiders „Wahrheiten“

Anfang 2009 sorgte John Kerry, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des amerikanischen Senats, dafür, daß eine zweifellos große Not in Gaza ihr Ende fand:

„Jetzt gibt es auch wieder Spaghetti in Gaza. Nudeln und Ketchup standen bisher nicht auf der Liste der Nahrungsmittel, die Israel in den Gazastreifen lässt. Doch dann beschwerte sich John Kerry bei der israelischen Regierung.“

Richard C. Schneider, der Leiter der in Tel Aviv angesiedelten Außenstelle des deutschen Staatsfernsehens ARD, erlaubt mehr als ein Jahr später einen tiefen Einblick in seinen Umgang nicht nur mit dieser Information:

„Sie [die Israelis] lassen jeden Tag Konvois hinein mit humanitären Gütern, jeden Tag bekommen wir Journalisten hier auch die SMS von der Armee, die wieder uns erzählt, wieviele Hunderte von Lastwagen tatsächlich mit humanitären Gütern nach Gaza reingelassen wurden, äh, das ist keine Lüge, das stimmt.“

Aber von solchen Kurzmitteilungen will doch niemand etwas wissen. Die Zuschauer und -hörer könnten sonst auf den Gedanken kommen, daß in Gaza gar keine Not herrscht und ihr Interesse an andere Weltgegenden verschwenden, aus denen Richard C. Schneider jedoch nicht berichtet.

Weil Richard C. Schneider indes den gewohnten israelischen Lebensstandard nicht aufgeben kann oder will, anderswo könnte schon das Wetter unangenehmer sein, müssen dieseine „Palästinenser“ weiter mitleiderregend darben und dürfen von Pasta nur träumen:

„Aber es ist auf der anderen Seite schon so, daß sehr vieles nicht nach Gaza hineinkommt. Und daß es manchmal schon sehr, hmm, schwierige Dinge sind, die man kaum verstehen kann, warum man zum Beispiel Spaghetti nicht hineinläßt. Also was das für ein Sicherheitsrisiko ist, ist nicht wirklich klar.“

Weshalb bei der ARD Menschen wie Richard C. Schneider, die zwar vor Ort sind, aber eben doch nicht ganz da, Karriere machen, das ist nun uns nicht wirklich klar.

8 Comments

  1. Erinnert irgendwie an Werbung für die schönen Brausebäder in Theresienstadt. Was willst du mit dem Artikel aussagen?
    Dass die Palästinenser alles reiche, spaghettifressende Pinkel sind? Und sie kriegen ja auch Hilfslieferungen!!1elf

    Der brotlose Hetzblogger TW24 (und natürlich auch der durchschnittliche arme Israeli) können von solch bourgeoisen Verhältnissen und Carepaketen nur träumen.

    Sollen nicht jammern, in Warsch… ääh Gaza, was?

    http://i.imgur.com/gqP1y.jpg
    http://i.imgur.com/1zFRV.jpg

  2. „Der brotlose Hetzblogger TW24 (und natürlich auch der durchschnittliche arme Israeli) können von solch bourgeoisen Verhältnissen und Carepaketen nur träumen.“

    Eine noch dazu vererbbare Rundumversorgung durch die Vereinten Nationen, nicht zuletzt Israel, „NGOs“ und „Aktivisten“ hat schon eine gewisse Attraktivität.

  3. Und ich dachte, die vom Leser gesetzten Links enthalten endlich mal Beweise für die „humanitäre Katastrophe“ im Gaza. Ist die Hamas noch nicht auf die Idee gekommen, Fatahanhänger und vermeintliche Israelkollaborateure hungern zu lassen und der Welt als Beweis zu präsentieren, anstatt sie von Dächern zu werfen, zu foltern und zu erschießen?

  4. „Und ich dachte, die vom Leser gesetzten Links enthalten endlich mal Beweise für die ‚humanitäre Katastrophe‘ im Gaza.

    Auf solche Beweise sollten wir gar nicht erst hoffen, weil es sie einfach nicht gibt.

    Und sollte es in GazaLebenserwartung: 73.68 Jahre, Kindersterblichkeitsrate: 17.71 – eine humanitäre Katastrophe geben, dann gibt es schon lange eine in der Türkei des „Palästinenser“-Befreiers Erdogan – Lebenserwartung: 72.23 Jahre, Kindersterblichkeit: 24.84 -, was allerdings erklären würde, weshalb gerade unter Türken Gaza neuerdings so beliebt ist.

  5. Oh je, wenn jetzt noch Türken in den Gaza einwandern, dann wird das tatsächlich noch das am dichtesten besiedelte Gebiet! (-;

  6. In den meisten Fällen wird man in einem Gefängnis „versorgt“.
    Was willst du mit der Lebenserwartung aussagen? Dass die Leute dort zäher sind als wir? Nicht an Überfettung mit 45 per Herzinfarkt dahinscheiden? Kuba ist in deiner Statistik auf Platz 54, Gaza auf 110.

    http://www.wfp.org/countries/occupied-palestinian-territory

    Hungernde als verwöhnte Querulanten hinzustellen ist einfach nur zynisch und unmenschlich.

    Popeye. Du wirst vergeblich versuchen damit ein Pro-Hamas-Statement zu entlocken, denn meiner Meinung nach wäre die Welt ohne Islamisten (und andere faschistoid rel. Spinner!) ein weit besserer Ort.

    Ich versteh doch, dass Israelis Lebensraum im Osten und Westen benötigen. Aber nur wenige Völker besitzen die Chuzpe den Bauplatz, denen ihnen ihr Gott vor tausenden Jahren angeblich zugeteilt hat, mit Waffengewalt ethnisch zu säubern und die autochtone Bevölkerung als Biligarbeiter auszubeuten und wegzusperren.

    1942 dachte man ähnlich. Vorsicht Lückentext.
    „Die XXXfrage muß jetzt im gesamtXXXischen Rahmen gelöst werden.
    Es gibt in XXX noch über XX Millionen XXX. Sie müssen später einmal
    zuerst im Osten konzentriert werden. Eventuell kann man ihnen nach dem
    Kriege eine Insel, etwa Madagaskar, zuweisen. Jedenfalls wird es keine Ruhe in XXX geben, wenn nicht die XXX restlos im XXXischen Gebiet ausgeschaltet werden.“

  7. „1942 dachte man ähnlich. Vorsicht Lückentext.“

    Wenn Du meinst, die Juden seien die Erben der deutschen Nazis, sage es doch einfach.

    „Was willst du mit der Lebenserwartung aussagen?“

    Tja, irgendwie müßten sich doch die immer wieder beklagte humanitäre Katastrophe und der „Genozid“ an den „Palästinensern“ im „Ghetto“ in Zahlen fassen lassen. Und da eignen sich Kennzahlen wie Lebenserwartung oder Kindersterblichkeit durchaus. Oder mit Blick auf Gaza eben nicht, weil weder ein Genozid stattfindet noch Not herrscht.

    „Ich versteh doch, dass Israelis Lebensraum im Osten und Westen benötigen. Aber nur wenige Völker besitzen die Chuzpe den Bauplatz, denen ihnen ihr Gott vor tausenden Jahren angeblich zugeteilt hat, mit Waffengewalt ethnisch zu säubern und die autochtone Bevölkerung als Biligarbeiter auszubeuten und wegzusperren.“

    Welche „autochthone“ Bevölkerung wird in Israel eingesperrt oder ausgebeutet? Araber genießen die gleichen Rechte in Israel wie alle anderen Bürger – der Mindestlohn beispielsweise gilt für alle. Und Araber genießen sogar das Privileg, daß sie nicht zum Militärdienst antreten müssen.

    Welche „ethnische Säuberung“ findet statt in Israel? Tatsächlich ist es doch eher so, daß eine ethnische Säuberung stattfand in Gaza und, geht es nach der PA Abu Mazens, in Judäa und Samaria stattfinden soll, während niemand in Israel ernsthaft daran denkt, 20 Prozent der Bevölkerung zu vertreiben.

  8. „Leser“ ist aus meiner Sicht ein eindrucksvolles Beispiel für das, was einem Menschen passiert, der die Erfahrung der Kategorien vor die der Wirklichkeit stellt: Auto-Immunisierung gegen die Realität, ein Selbstgespräch anhand von pseudo-kritischen Chiffren, ein hermetisch geschlossenes System, das jeden Hinweis auf die Empirie bewusst ausblenden muss, wenn es seiner eigenen Wahnhaftigkeit nicht bewusst werden will, nur in dieser aber zu sich selbst kommen kann, das aber zu Lasten Dritter.

    Jedem Menschen bei klarem Verstand wäre die Lächerlichkeit bewusst, die die Rede vom „brotlosen Hetzblogger“ bedeutet, der von „bourgeoisen Verhältnissen und Carepaketen“ angeblich „träumt“. Insbesondere, wenn zu vermuten steht, dass derlei die Stelle des gewünschten Eigenen vertritt.

    Abgesehen davon sind derartige Formulierung en gros und en detail sowohl bei der Jungen Welt als auch bei der Jungen Freiheit im Dutzend billiger, Anti-Amerikanismus inklusive – dem Bedürfnisses nach „Opfern“ dieser „anti-imperialistisch“ verbrämten Querfront aus Islamismus und vermeintlich Linken entspricht deren Presse allemal besser.

    Es steht zu vermuten, dass den in der Formulierung „Werbung für die schönen Brausebäder in Theresienstadt“ steckenden Nazi-Vergleich sowie damit die indirekte Holocaust-Leugnung anzustellen „Leser“ seit langem schon ein Herzenswunsch gewesen ist und bis auf weiteres ein solcher bleibt – die psychische Entlastung, die damit typischerweise angestrebt wird, ist damit eben nur zum Schein zu haben.

    Als solcher sagt „Lesers“ sich selbst als Kritik missverstehender Einwurf eine Menge über den, der da spricht und den Zustand seines sozialen Zusammenhangs aus, aber so gut wie nichts über das, was da indviduell und kollektiv als das Gemeinte halluziniert wird.

    Phatische Projektion bzw. projektive Identifikation ist das Symptom, nicht mehr, aber auch nicht weniger, so mancher sich „links“ wähnender Person, die sich willentlich unwillentlich zur Regression bekennen muss.

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