Der Deutschen Sprache ist eine arme Sprache. So hat sie nach dem GAU, dem größten anzunehmenenden Unfall, einfach nichts mehr zu bieten, einen noch größeren und noch schlimmeren zu beschreiben. Das brachte superlativverliebte Deutsche, die meinen, sie seien große Denker, dazu, den Super-GAU zu erfinden, der seither inflationär geschieht oder wenigstens droht.
So wird der Superlativ entwertet zum Normalfall; und so entstehen von einem antisemiti„israelkritischen“ Mob dann beklatschte Sätze wie dieser:
„Es war dumm, Schiffe von Hilfsorganisationen mit brutalster Gewalt zu kapern, während die ganze Welt zusah.“
War die Selbstverteidigung der israelischen Soldaten gegen bewaffnete „Friedensaktivisten“ auf der Mavi Marmara vor vier Wochen tatsächlich die „brutalste Gewalt“, die den IDF möglich war?
Was wäre dem Spiegelfechter wohl eingefallen, wenn die israelische Marine die „Schiffe von Hilfsorganisationen“ einfach versenkt hätte, die Mavi Marmara mit ihrem abgeschlossenen und vollbesetzten Frauendeck zuerst?
Wäre das dann superbrutalste Gewalt gewesen?
Auch die Phantasie der Jihadisten der „Hilfsorganisation“ IHH scheint recht beschränkt. Das durch die türkische Regierung unterstützte Märtyrer-Exportunternehmen hat die „brutalste Gewalt“ der IDF „untersucht“:
„‚This operation was hostile from the very beginning, directed towards killing and killing as many as possible. Israeli soldiers did not open fire on the ships as a warning. They opened fire to kill,‘ the report stated.“
Immerhin, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, brauchten die IHH–Jihadisten erst eine „Untersuchung“, auf die ihr superlativer deutscher Geistesbruder noch großzügig verzichtete.
Das Problem, daß „Untersuchungsergebnis“ und reales Geschehen nicht zueinander passen, bleibt freilich da wie hier bestehen, zumal ausschließlich auf der Mavi Marmara überhaupt ein Einsatz von Schußwaffen nötig wurde, jene „brutalste Gewalt“.
Doch wenn das schon alles war, und das deuten ja die zweifellos so fundierten wie objektiven Expertisen des deutschen Spiegelfechters und der „Hilfsorganisation“ IHH gleichermaßen an, dann sind die IDF tatsächlich besser als ihr Ruf – und damit eben alles andere als rücksichtslos.
So widerlegen ein Superlativ und eine „Untersuchung“ sich jeweils und gemeinsam trefflich selbst. Zu diesem größten anzunehmenden Unfall ihrer „Israelkritik“ können wir die rettungslos Verunfallten nur beglückwünschen.