Im Libanon haben „Palästinenser“ dafür demonstriert, mehr (Grund-)Rechte zu erhalten. Während selbst „Palästinenser“, die in israelischen Gefängnissen einsitzen, von dort einen israelischen akademischen Abschluß erwerben können – der Kinderschlächter Samir Kuntar studierte Soziologie -, ist es für ganz normale „Palästinenser“ nahezu unmöglich, sich an einer libanesischen Universität einzuschreiben oder beispielsweise Land rechtmäßig zu kaufen.
Viele Berufsverbote verhindern zudem, daß „Palästinenser“ im Libanon auch nur versuchen könnten, eine Existenz aufzubauen. Eine große Mehrheit der libanesischen „Palästinenser“ wurde zwar im Libanon geboren und wuchs dort auf, dennoch gelten auch sie als „Flüchtlinge“, die deshalb außerhalb der libanesischen Gesellschaft von der UNRWA versorgt werden, die zugleich an ihrem rechtlosen Status nichts ändern will.
Darin weiß die UN-Agentur sich freilich nicht nur einig mit dem libanesischen Parlament, das erst jüngst wieder Bürgerrechte für „Palästinenser“ debattierte und ablehnte, um die „palästinensische Identität“ nicht zu gefährden, sondern auch mit „Palästinenserpräsident“ Abu Mazen. Unabhängig davon, ob sie oder ihre Eltern jemals auf „palästinensischem“ Boden lebten, verlangt er, daß „Palästinenser“ immer „Palästinenser“ bleiben.
So sind es einmal mehr ihre arabischen „Brüder“, die Vereinten Nationen, aber eben auch ihr selbsternannter „Präsident“, die einen in der Tat unhaltbaren Zustand gegen die Betroffenen, „Palästinenser“, die zehn Prozent der libanesischen Bevölkerung ausmachen, gar nicht überwinden wollen, sondern ihn erhalten. Die „Palästinenser“ werden einzig als „Flüchtlinge“, die sie nicht sind, gebraucht, um sie gegen Israel einzusetzen.
Ausgestattet mit Bürgerrechten und libanesischen Papieren ginge es ihnen dagegen möglicherweise besser, doch dann wären sie für die Antisemiten in Beirut, Ramallah, den Vereinten Nationen und nicht zuletzt für „Menschenrechtsaktivisten“ noch wertloser als sie jetzt schon als „Flüchtlinge“ sind. Die Proteste der „Palästinenser“ vor dem UN-Hauptquartier in Beirut werden – sie richten sich nicht gegen Israel – deshalb wohl wirkungslos bleiben.