Auch wenn Catherine Ashton, die „Außenministerin“ der Europäischen Union, vor ihrer Abreise nach Ramallah und Gaza erklären ließ, sie wolle sich nicht mit Vertretern der Hamas–„Regierung“ treffen, freuten die islamischen Terroristen sich auf ihren Besuch und die Aufwertung ihres Regimes, die er bedeutet:
„The Hamas government official further said the visit will ‚affirm the legitimacy of the political state of Gaza.'“
Die Erwartungen der Hamas wurden denn auch nicht enttäuscht. Nachdem sie schon in Ramallah gefordert hatte, Israel müsse die „Blockade“ Gazas aufheben, verlangte Catherine Ashton auch in Gaza, „alle Grenzübergänge zu öffnen, damit sich die wirtschaftliche Lage des Gebietes verbessere“.
Eine Anerkennung Israels durch die „Regierung“ Gazas forderte die EU-Außenbeauftragte während ihrer Visite offenbar so wenig wie eine Freilassung Gilad Shalits oder eine Entwaffnung „palästinensischer“ Terroristen. Ihr Verlangen nach freiem Waren- und Personenverkehr von und nach Gaza wirkt freilich etwas bemüht.
Genau darüber nämlich hatte in der vergangenen Woche Avigdor Lieberman, der Außenminister Israels, laut nachgedacht:
„Er will eine Anerkennung der De-Facto-Regierung der Hamas im Gazastreifen durch die EU. Damit die Hamas die Kontrolle des Gazastreifens vollständig übernehmen kann, will er offenbar die Weltgemeinschaft auffordern, im Gazastreifen eine große Wasserentsalzungsanlage, ein Klärwerk und ein Kraftwerk zur Stromerzeugung zu errichten. [..] Schiffe könnten frei den Hafen von Gaza anlaufen, sollten aber in Limassol auf Zypern oder in griechischen Häfen auf Waffen untersucht werden.“
Catherine Ashton stürmte mit ihren Wünschen also auf offene Tore zu, wären da, tja, wären da nicht ausgerechnet ihr deutscher Kollege Guido Westerwelle und die PA des „Palästinenserpräsidenten“ Abu Mazen. Letztere lehnt Avigdor Liebermans Pläne als eine „Verschwörung“ rundweg ab und warnt vor einer Befassung mit ihnen:
„The official, who was also recently appointed to the Fatah Central Committee – which itself condemned the Lieberman plan – warned ‚any Palestinian or international party‘ that they should not legitimize the idea by engaging with it.“
Das sieht auch Guido Westerwelle so, der erklärte, offene Grenzen für Gaza seien „aus unserer Sicht nicht politisch zielführend für einen dauerhaften Friedensprozess.“ So verlangt Catherine Ashton nun von Israel etwas, das dessen Regierung durchaus überlegt, von seinen „besten Freunden“ in Deutaschland und der PA indes vehement abgelehnt wird.
Beinahe, so scheint’s, ließen die „Palästinenser“ auch diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen, eine Gelegenheit nicht zu nutzen. Daß sie dabei die Unterstützung des deutschen Außenministers genießen, ist verwunderlich – ein Interesse an der Aufrechterhaltung des status quo kann im Grunde doch nur haben, wer darauf aus ist, sich das Feindbild Israel zu bewahren.