Barack Hussein Obama, US-Präsident und wohl auch Chef der Europäischen Union, hat nichts gegen das Steinigen von Frauen, nichts gegen das Hinrichten homosexueller Jugendlicher, nichts gegen das Verheiraten von Kindern mit Männern, die Jahrzehnte älter sind – er hat dafür Respekt:
„We seek broad engagement based upon mutual interests and mutual respect. We will listen carefully, we will bridge misunderstandings, and will seek common ground. We will be respectful, even when we do not agree. And we will convey our deep appreciation for the Islamic faith, which has done so much over so many centuries to shape the world – including my own country.“
He can.
Die bahamas hat zu diesem Thema einen luziden Text in ihrer Ausgabe 56. Leider nicht online verfügbar.
Ich bin beileibe kein Fan von Barack Obama, aber ich denke, dass der Weg der Annäherung der einzig gangbare ist, um in diesen Staaten IRGENDWANN MAL so etwas wie eine freie Wahl des Lebensentwurfes zu erreichen. Ich bleibe dabei und die jüngsten Entwicklungen geben mir recht. So unerträglich die Ansichten und vor allem die Taten der Religionsfaschisten sind: Bomben verfestigen das starre System der islamistischen Hinterwäldler und treibt ihnen den Nachwuchs massenhaft in die Arme. Bildung und Aufklärung ist der Schlüssel und beides bekommst Du den Leuten nicht in die Köpfe gebombt.
Ohne Bomben oder die Drohung mit ihnen oder auch sonstigen Sanktionen werden Theokratien und Despoten eben auch nicht geschwächt, sondern eher noch gestärkt – vor allem dann, wenn sie zu einem Dialog „auf Augenhöhe“ gebeten werden. Denn gerade solche Gelegenheiten sind es doch, bei denen sie sich als anerkannte Führer fühlen und inszenieren können.
Der als „privat“ titulierte Besuch Gerhard Schröders in Teheran nutzte doch ganz sicher nicht einer iranischen Opposition, Frauenrechten oder Homosexuellen, sondern dem Präsidenten Ahmadinejad und den Mullahs. Und nicht anders wirkt Barack Hussein Obamas neuer „Kuschelkurs“, der Menschenrechte ausblendet, sie aufgibt.
Er umgarnt Regimes, die längst abgewirtschaftet haben, die aber auch nichtmal sich an völkerrechtliche Verträge halten, die sie unterschrieben, als sie beispielsweise Mitglied der Vereinten Nationen wurden. Was spricht denn dagegen, die Aufnahme von Gesprächen (oder ökonomischer Beziehungen) von der Erfüllung eben der grundlegenden Menschenrechte abhängig zu machen?
Es mag ja sein, daß die auch in der „westlichen Welt“ gelegentlich etwas seltsam interpretiert werden, aber zumindest sie sollten nicht verhandelbar sein. Doch genau diesen Anschein erweckt der gegenwärtige US-Präsident, wenn er von „Respekt“ gegenüber Regimes spricht, die es zwar vielleicht in die Farce namens „UN-Menschenrechtsrat“ schafften, dann aber auch nicht viel weiter.
Und selbstverständlich sollten „humanitäre Interventionen“ zum Zwecke eines regime change, natürlich eine „Einmischung in innere Angelegenheiten“, nicht ausgeschlossen werden. Fahrlässig scheint doch eher, genau darauf zu verzichten, eben Unterschiede selbst in grundlegenden Fragen zu akzeptieren und zu respektieren. Das ist es doch, was den status quo einer Diktatur sichert.
In der Islamischen Republik Iran gibt es zweifellos unheimlich viele und hervorragend Ausgebildete – nur haben sie in der Mullah-Diktatur nicht die geringste Chance. Und nun kommt der Barack Hussein Obama daher, um mit Ahmadinejad oder dessen Nachfolger worüber auch immer zu palavern. Das Ergebnis eines solchen Zugehens aufeinander ist vorhersehbar.
Genau überhaupt gar nichts. Denn genau das ist es ja: Diese Zugeständnisse wirst Du nicht per bombdrop erreichen. Ich stecke da nicht so wirklich drin, darum fällt es mir ach schwer, Deinem background argumentativ etwas handfetes entgegenzusetzen, aber ist nicht die Rede Obamas im iranischen Volk sehr gut angekommen und hat sie Ahmadinedings nicht eher geschwächt?
Bomben sind immer der vermeintlich schnelle Weg, etwas aus der Welt zu schaffen, aber weder in Afghanistan noch im Irak ist es nach den völkerrechtswidrigen Bombadierungen für die Bevölkerung besser geworden – von den toten Zivilisten im 6stelligen Bereich ganz zu schweigen. Der andere Weg wird lange dauern, aber wenn am Ende des Mühsals eine Besserung steht, sehe ich keinen Grund, ihn nicht zu gehen.