Heldensaga

Deutschland, dessen Diplomaten der im vergangenen Monat von den Vereinten Nationen in Genf veranstalteten Rassistenkonferenz bescheinigen, deren Abschlußdokument bilde „auch nach deutscher Auffassung eine akzeptable Grundlage für den weiteren Kampf gegen rassische [!] Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit“, tat offenbar gut daran, an eben dieser Veranstaltung, die einen Helden hatte, teilzunehmen.

Die Fars News Agency berichtet jetzt von gar erhebenden Momenten in Genf, die zu verpassen in der Tat eine Schande gewesen wäre:

„Last month, as the Iranian president was delivering a speech to the Durban 2 conference in Geneva, a participant sought to insult him by throwing an object to his face, but over 4500 representatives of the NGOs and human rights activists attending the convention asked the Iranian president to continue his address and gave him repeated applause.

Following the incident, a minority of representatives from 23 organizations and states left the hall in protest at Ahmadinejad’s speech. But thousands of others, including the United Nations representatives remained in the hall as Ahmadinejad continued, calling Israel a cruel and racist state and accusing Zionists of using the Holocaust as an excuse to steal Arab land.“

Deutschland, das mit der Mehrheit war und ist, die Mahmoud Ahmadinejad applaudierte, hat sich seinen Ruf als beliebteste Nation wahrlich verdient.

2 Comments

  1. Man kann zu Israel stehen wie man will, zu einer demokratischen Gesllschaft gehört es nun mal sein Gegenüber ausreden zu lassen. Nebenbei bemerkt ist es auch ein Gebot der Höflichkeit.

    Dein Deutschland-bashing ist in meinen Augen ja auch ziemlich mies, und ich verlange nicht, daß dein Blog sofort verschwindet. Was soll denn dieser Blödsinn hier??

  2. Eine Veranstaltung, die den Präsidenten eines Staates, der sich außenpolitisch die Auslöschung eines anderen UN-Mitglieds zur Aufgabe gemacht hat und innenpolitisch durch die systematische Mißachtung grundlegender Menschenrechte wahrlich glänzt, als Starredner über die Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus hat, ist eine Farce, die vieles verdient haben mag, aber ganz sicher keine Teilnehmer, die eben diesem Hauptredner mit Respekt begegnen und ihm für seine Ausfälle auch noch Beifall spenden.

    Da es freilich beides gab, darf den Claqueuren des iranischen Präsidenten wohl eine gewisse Billigkeit unterstellt werden. Deutschlands Performance unterdessen schlägt auch noch die dieser jämmerlichen Gestalten. Seine Diplomaten nämlich schaffen es, Mahmoud Ahmadinejad einigen Erfolg zu bescheinigen – nämlich mit dem Eingeständnis, daß „diese Konferenz [..] als Plattform für andere Interessen missbraucht“ wurde -, um im gleichen Atemzug zu verkünden, sie und ihr Abschlußdokument seien „eine akzeptable Grundlage für den weiteren Kampf gegen rassische Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit“.

    Und damit nicht genug, erzählen sie in schlechtem Deutsch, „Deutschland hat an den Sitzungen der Überprüfungskonferenz nicht teilgenommenm“, während es – anders als etwa die Vereinigten Staaten – ganz offiziell tatsächlich doch als Teilnehmer in eben jenem Abschlußdokument aufgezählt wird, das als „akzeptable Grundlage“ ausdrücklich all jene Beschlüsse bekräftigt, die 2001 in Durban, das sich doch nicht wiederholen sollte, verabredet wurden. Was an dieser deutschen Vorstellung während und um Durban II herum ist eigentlich nicht mindestens lächerlich oder auch nur peinlich?

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