Ahmad Batebi, der 1999 als Student gegen das Mullah-Regime in Teheran demonstrierte, mit dem Appeaser in aller Welt noch immer etwas suchen, das sie „Dialog“ nennen, landete für acht Jahre im Kerker, nachdem er auf dem Titel der Wochenzeitung The Economist zum Helden einer dann weithin wieder vergessenen „Revolution“ ernannt wurde. Ein schöneres Fahndungsplakat konnten sich die Mullahs nicht wünschen.
Der zunächst zum Tode verurteilte Inhaftierte überlebte die Erniedrigungen und Folter, ungebrochen gelang ihm vor einem Jahr die Flucht über den befreiten Irak in die Vereinigten Staaten. Die Medien freilich, die derzeit erstaunlich undifferenziert jeglichen Protest im Iran dem mal „gemäßigt“, mal „Reformer“ genannten Mir-Hossein Mousavi zuschlagen, haben, scheint’s, wenig aus Ahmad Batebis Geschichte gelernt.
Wieder nämlich scheuen sie sich nicht, ein Gesicht auf ihre Titelseiten zu hieven, statt sich mit möglicherweise sogar imposanteren Aufnahmen demonstrierender Massen zu begnügen. Bleibt zu hoffen, daß solcherlei Hilfsdienste für ein massenmörderisches Regime den unfreiwilligen Titelheldinnen, denen denn auch nichtmal Namen gegeben werden, nicht zum Verhängnis werden.
