Deutschland, das ist mittlerweile sogar zu SPIEGEL Online durchgedrungen, „ist [Irans] größter Wirtschaftspartner unter den westlichen Industriestaaten und insgesamt zweitgrößter Exporteur hinter China“. Und dieser zweite Platz verärgert die deutschen Staatsfunker von der tagesschau offenbar gar sehr. Über „Geschäfte auf Sparflamme“ meinen sie deshalb klagen zu müssen.
Vier Milliarden Euro Umsatz im Iran im vergangenen Jahr sind für Gehrhard Hohmann nicht genug, es könnten, nein: sollten mehr sein, ginge es nach ihm und „Experten“. „Leicht das Fünffache könnte es nach Ansicht von Experten sein“, „allerdings“ – Schande! – “ bremst die deutsche Politik mit Verweis auf das Embargo gegen Iran“ und „andere Staaten machen derweil kräftig Umsatz mit den Mullahs“.
Und das klingt bei der tagesschau, die das verschweigt, was SPIEGEL Online nun auch weiß, als seien der Deutschen Umsätze im Mullah-Staat für eben diesen nachgerade unwichtig, als seien anderer Staaten Geschäftsbeziehungen sehr viel umfangreicher – und deshalb für Deutschland eben eigentlich mehr drin, wenn da nicht diese verdammte „Embargo-Politik“ wäre.
Doch es ist eben nicht so, wie die Staatsnachrichen suggerieren wollen. Die deutschen Unternehmen, die mit staatlicher Hilfe im Iran Umsätze machen, erzielen diese sehr wohl in einer Höhe, die Skrupellosigkeit verrät. Natürlich könnten beinahe jederzeit Unternehmen anderer Staaten einspringen. Doch das entschuldigt nicht das deutsche Engagement in der Mullah-Diktatur.
Daß dieses zugleich ungefähr nichts dazu beitrug, das Regime in Teheran irgendwie zu zivilisieren, sondern es stützte, scheint freilich dem Gehrhard Hohmann wohl auch etwas peinlich zu sein. Deshalb versucht er, die Bedeutung, die Deutschland für die Mullahs hat, mit dem Verweis auf andere Staaten zu relativieren, herunterzuspielen – zumal ja „leicht“ sehr viel mehr drin wäre.
Angesichts der Tatsache, daß noch immer „ein Großteil der iranischen Industrie sich auf Maschinen und Anlagen deutschen Ursprungs stützen“ dürfte und „die Iraner [..] eindeutig auf deutsche Ersatzteile und Zulieferer angewiesen [sind]“, wie Michael Tockuss zitiert wird, ein ehemaliger Präsident der der deutsch-iranischen Industrie- und Handelskammer, gerät die versuchte moralische Reinwaschung der profitgeilen Beihelfer des Mullah-Regimes zur entlarvenden Lachnummer.