Thesen und Gegenthesen

Da manche Überlegungen einfach zu lang sind, um sie in den Kommentaren zu verstecken, hier eine Antwort auf einen Kommentar:

„Wenn Israels Hemd tatsächlich so weiß ist, wie Sie behaupten, dann sollten Sie sich nicht gegen die Untersuchung der Tatsachen sperren und andere Länder des Antisemitismus bezichtigen, das gehört sich nicht!“

Der „Menschenrechtsrat“ der Vereinten Nationen ist eine Farce. Das liegt nicht daran, daß Israel ihn als solche behandelt, sondern daran, wie er sich für Menschenrechte „einsetzt“. Sehr schön anzuschauen war dies bei der Vorbereitung des Durban II-Spektakels, das der „Menschenrechtsrat“ vorbereitete.

Ein „palästinensischer“ Arzt wollte dort – den Vorsitz führte gerade Libyen – berichten über Haft und Folter, also Dinge, die auf der Konferenz, zumindest der Theorie nach, behandelt werden sollten. Nur ging es eben nicht etwa um israelische Folterknechte, sondern, Überraschung, um in Libyen er- und überlebte Folter.

Und die interessierte den „Menschenrechtsrat“ nicht, was durchaus auch einiges darüber aussagt, wie diese Versammlung „Palästinenser“ betrachtet. „Menschenrechte“ genießen sie offenbar nur, wenn sie sich gegen Israel in Stellung bringen lassen:

Der „Menschenrechtsrat“ ist unter den gegebenen Umständen also denkbar ungeeignet, Vorwürfe, die sich gegen Israel richten, einigermaßen ergebnisoffen selbst zu untersuchen oder entsprechende Untersuchungen zu beauftragen, um danach ein Urteil zu fällen. Mit Ausnahme Richard Goldstones wußte das praktisch jeder. Er hat es jetzt gelernt:

„‚This draft resolution saddens me as it includes only allegations against Israel,‘ Goldstone told the Swiss Le Temps newspaper on Friday. ‚There is not a single phrase condemning Hamas as we have done in the report.'“

Weil selbst die Andeutung, „Palästinenser“ könnten Kriegsverbrechen begangen haben, ignoriert wird vom „Menschenrechtsrat“, wird er auch kaum eine Fact Finding Mission mit deren Untersuchung beauftragen. Er ist als ‚Organ der Rechtspflege‘ schlicht nicht zu gebrauchen, er adelt aber zweifellos antiisraelische Hetze.

Daß die Vereinigten Staaten unter Barack Hussein Obama Mitglied dieses „Menschenrechtsrats“ wurden; daß tatsächlich westliche Demokratien mitarbeiten, das wiederum verleiht dieser UN-Institution unverdienten Glanz. Deutschland ist derzeit ’nur‘ Beobachter, würde aber trotz aller Beobachtung gewiß auch mitmachen.

Also: Eine unter UN-Regie geführte Untersuchung der Operation Cast Lead ist unzumutbar für Israel, sie stellt, da eben das Handeln der „Palästinenser“ wie geschehen spätestens bei einer UNHRC-Resolution ausgeklammert würde, schon eine Vorverurteilung Israels dar.

Dabei war die Goldstone-Mission natürlich nicht der einzige Versuch, Cast Lead aufzuarbeiten. Auch Israel hat einen Untersuchungsbericht vorgelegt und ist auf Vorwürfe, die israelische „NGOs“ erhoben, eingegangen, hat sie zumeist sogar entkräften können, zumal auch schon während Cast Lead Einsätze oftmals mit (später veröffentlichten) Videos dokumentiert wurden.

Es ist also nicht so, daß Israel sich grundsätzlich verweigert. Wenn aber zuvor schon widerlegte Behauptungen wieder und wieder durch UN-„Ermittler“ als Tatsachen dargestellt werden, dann disqualifizieren sich dadurch die Vereinten Nationen. (Und natürlich vorher schon die der Lüge überführten „NGOs“, die ja aber munter weiter untersuchen.)

Und wenn beispielsweise Anschuldigungen von Vereinen wie Break the Silence dann aber daran scheitern, daß die „Zeugen“ entweder anonym bleiben wollen oder, da sie selbst gar nicht vor Ort waren, nur Gerüchte erzählen, die sie irgendwo aufschnappten, kann freilich nichtmal die israelische Justiz in Aktion treten.

„Es steht doch mittlerweile außer Frage, dass die Israelische Armee unnötig viele zivile Opfer verursacht hat.“

Diese Aussage ist durchaus zu bezweifeln, beispielsweise durch einen Blick auf angebliche Kriegsfolgen. Ein „palästinensischer“ „Think Tank“ behauptet dies:

„Since the end of criminal Israeli operation ‚Cast Lead‘ in Gaza Strip last January, more than five cases of birth have been registered which show babies who have a deformed and not fully formed heart. These births came as an effect of the use of internationally banned weapons of phosphor and uranium by the Israeli occupation in the middle of populated areas.“

Etwa 2 Prozent aller Neugeborenen in westlichen Staaten kommen mit ‚Defekten‘ zur Welt. In den neun Monaten seit Kriegsende dürfte es in Gaza über 47.000 Geburten gegeben haben. (Laut CIA-World Fact Book 2009 rund 37 Geburten je 1.000 Menschen bei einer Gesamtpopulation von 1.55 Millionen Menschen, also etwa 57.350 Geburten in diesem Jahr, 10/12 davon sind 47.791).

2 Prozent dieser 47.000 Neugeborenen mit übrigens höherer Lebenserwartung als in Bulgarien hätten also unter ’normalen‘ Umständen unter ‚Defekten‘ zu leiden, das sind 940 – die grandiosen Think Tanker klagen über sagenhafte 5. Cast Lead war also womöglich sogar ausgesprochen gesund.

Während der Operation Cast Lead kamen nach Angaben des Palestinian Center for Human Rights 1.415 Menschen um, darunter immerhin 234 militants. Demnach überlebten 1.181 Zivilisten Cast Lead nicht. Hätten die IDF wahllos auf Zivilisten gefeuert, müßte unter den Toten eine ähnliche Altersverteilung herrschen wie bei den Lebenden.

Das CIA World Fact Book berichtet, in Gaza seien 44.4 Prozent der Bevölkerung 14 Jahre alt oder jünger, unter den 1.181 toten Zivilisten des PCHR müßten mithin etwa 524 Tote zu finden sein, die nicht älter wurden als 14 Jahre. Das Palestinian Center for Human Rights zählt in seiner Liste auch 20jährige als „Kind“ und kommt so auf – 317.

Nach diesen Zahlen kamen, sofern die IDF eben nicht gezielt gegen Terroristen vergegangen sein sollten, während der Operation Cast Lead auffallend unterdurchschnittlich wenige Kinder um. Es hätten – dem Bevölkerungsdurchschnitt entsprechend – ungefähr 524 sein ‚müssen‘, doch selbst unter Hinzuziehung von bis zu 20jährigen sind nicht einmal 320 zu zählen.

Das schließt Verstöße der IDF gegen Kriegsvölkerrecht und Versehen nicht aus, widerspricht aber sicher der These, es habe sich bei Cast Lead um einen gezielten Krieg gegen die Zivilbevölkerung gehandelt.

„Es geht hier nicht darum, dass die Staaten, die für eine Untersuchung* des Kriegsgeschehen im Gazastreifen zu Anfang des Jahres, gestimmt haben den Palästinensern das recht auf ‚ungestraften Judenmord‘ zusprechen!“

Die Hamas wurde so wenig in der beschlossenen Resolution erwähnt wie andere „palästinensische“ Terroristenbanden.
Die „Regierung“ Gazas schreibt in ihrer Charta:

„[T]he Islamic Resistance Movement aspires to realize the promise of Allah, no matter how long it takes. The Prophet, Allah’s prayer and peace be upon him, says: ‚The hour of judgment shall not come until the Muslims fight the Jews and kill them, so that the Jews hide behind trees and stones, and each tree and stone will say: ‚Oh Muslim, oh servant of Allah, there is a Jew behind me, come and kill him,‘ except for the Gharqad tree, for it is the tree of the Jews.'“

An diesem Mordaufruf, der allen Juden in aller Welt gilt, hatte der „Menschenrechtsrat“ der Vereinten Nationen nichts auszusetzen. Er verurteilte Israel dafür, daß es seine Bevölkerung – nicht nur Juden – gegen jene verteidigt, die ihn als ihr Recht umsetzen wollen.

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