Feudalherr Abu Mazen

„Palästinensische“ unterscheiden von anderen Flüchtlingen, die die Vereinten Nationen betreuen, sich dadurch, daß ihr Flüchtlingsstatus vererbbar ist. So ist zu erklären, daß die einzig für „Palästinenser“ zuständige UNRWA, die zudem nicht sich etwa einsetzt für eine Integration von „Flüchtlingen“ in ihren Gastländern, heute nicht mehr nur 914.000 „Flüchtlinge“ betreut, sondern 4.6 Millionen, wie die UN-Organisation nicht ohne Stolz erklärt:

„UNRWA is unique in terms of its long-standing commitment to one group of refugees and its contributions to the welfare and human development of four generations of Palestine refugees. Originally envisaged as a temporary organization, the Agency has gradually adjusted its programmes to meet the changing needs of the refugees.“

So reproduziert die wahrlich einzigartige UNRWA – durchaus auch im Einklang mit den arabischen Staaten im Nahen Osten – immer wieder Zustände, die zu überwinden sie dereinst geschaffen wurde. Damit freilich ist die UNRWA längst nicht mehr Bestandteil einer Lösung, sondern Teil des Problems. Reformvorschläge blockt der UNRWA-Apparat regelmäßig ab, eine Verbesserung der Lage „palästinensischer Flüchtlinge“ ist nicht erwünscht.

Auch Abu Mazen, „Palästinenserpräsident“ und Anführer der Terroristenbande Fatah, gönnt jenen „Palästinensern“, die als „Flüchtlinge“ im Libanon ganz besonderen Diskriminierungsmaßnahmen ausgesetzt sind – so ist ihnen der Erwerb von Eigentum ebenso verboten wie die Aufnahme von Erwerbsarbeit außerhalb ihrer „Flüchtlingslager“, in denen nicht gebaut werden darf -, nicht die geringste Verbesserung ihrer Situation – wie sie beispielsweise ein libanesischer Paß darstellte:

„Palestinian refugees in Lebanon will not be offered Lebanese passports, President Mahmoud Abbas said on Monday following his meeting with Lebanese President Michel Suleiman at the Republican Palace.“

„Palästinensische Flüchtlinge“ müssen „palästinensische Flüchtlinge“ bleiben, ein Streben nach Integration in die libanesische Gesellschaft ist Verrat – und seien die Lebensumstände, für deren Aufrechterhaltung die UNRWA sorgt, noch so schlecht. Der „Palästinenserpräsident“ will eben keinen seiner „Palästinenser“ hergeben. Früher nannte man das Leibeigenschaft.