„Israelkritiker“, die gern die Meinungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen und nicht selten vorgeben, sie gegen eine „Lobby“ zu verteidigen, haben offenbar Angst vor Widerspruch. Zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht über den Gaza-Krieg“ hatten sie deshalb auch nur den Antisemiten Norman Finkelstein geladen.
Der Rosa Luxemburg-Stiftung der Partei Die Linke, in deren Räumlichkeiten dem Hisbollah-Anhänger ein Podium geboten werden sollte, ging nun auf, daß mit einem „ausschließlich“ vortragenden Norman Finkelstein wohl doch keine spannende Diskussion zu erwarten ist, und daher bemühte sie sich um einen „Gegenpart“. Das wollten die „israelkritischen“ Organisatoren – Mitglieder von Die Linke – aber nicht.
„Unser Ansinnen, das Podium am 26. Februar 2010 um einen Gegenpart zu Norman Finkelstein zu erweitern, ist von den Veranstaltern leider abgelehnt worden. Unser Bildungsauftrag setzt aber unter anderem kontroverse und plurale Debatten voraus.“
Als Veranstaltungsort stehen, nachdem zuvor schon die Trinitatis-Kirche einem kuscheligen Antisemitentreffen eine Absage erteilt hatte, die Räumlichkeiten der Rosa Luxemburg-Stiftung jetzt ebenfalls nicht mehr zur Verfügung.
Da werden die „israelkritischen“ Diskussionsverweigerer bald wohl wieder aufheulen und sich über die „Lobby“ beklagen, obgleich sie doch an sich selbst scheiterten. Über aus den eigenen Reihen angekündigte Proteste empören sie sich schon ganz herrlich:
„[E]ine Veranstaltung, die ein Teil der Partei Die Linke mit initiiert hat und die in Räumen der parteinahen Stiftung stattfinden soll, wird von einem anderen Teil der Partei damit beantwortet, daß er eine öffentliche Kundgebung dagegen durchführen will. Ist das die den Linken bevorstehende Diskussionskultur (…)?“
Wer Diskussionskultur einfordert, sollte andere Meinungen nicht aussperren und dann sich über Proteste wundern – und noch weniger über den eigenen Rauswurf.
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