Du bist Deutschland

Es ist eine nicht uninteressante Frage, die die Evangelische Akademie Bad Boll in ihrer Ankündigung einer Veranstaltung unter dem vielsagenden Titel „Partner für den Frieden. Mit Hamas und Fatah reden“ stellt:

„Warum wird die Hamas vom Westen isoliert, die früher als Terrorgruppe bezeichnete Fatah dagegen umworben?“

Vernunftbegabe sollten nämlich in der Tat sich darüber wundern und zu dem Schluß kommen, daß auch die Fatah es verdiente, geächtet zu werden.

Doch die Veranstalter, die Israel ausdrücklich nicht als „Partner“ sehen wollen, sonst erwähnten sie es im Titel, kommen natürlich zu einem anderen Schluß – sie wollen mit der Hamas kuscheln.

Unterstützt werden sie dabei von Rainer Arnold, SPD, Michael Hennrich, CDU, und Harald Leibrecht, FDP. Behandelt werden Themen wie „Gewaltloser Widerstand gegen die Mauer“, also gegen jenes Bauwerk, das Terroristen vom Judenmord abhält.

Während immerhin die Hamas„Regierung“ Gazas durch Basem Naim vertreten wird, kommt aus Israel Avraham Burg, der zuletzt zu erklären versuchte, „warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss“.

Damit schrieb der ehemalige Knesset-Sprecher sich natürlich in die Herzen aller „israelkritischen“ Deutschen, aber immerhin zeigt er sich damit auch noch einer gewissen Debattenkultur verpflichtet, von der gerade Fatah und Hamas noch Jahrhunderte entfernt scheinen.

Und gerade deshalb sollte es eine Selbstverständlichkeit sein für deutsche Abgeordnete, eine solche Veranstaltung und deren „palästinensische“ Gäste nicht durch ihre Teilnahme aufzuwerten.

Weder Hamas noch Fatah sind politische Parteien. Sie aber als solche zu betrachten und so auch als ganz selbstverständliche Vertreter „palästinensischer“ Interessen zu behandeln, das ist schlicht instinktlos.

Wer freilich dies nicht zu erkennen vermag, der ist genau richtig bei dieser Veranstaltung: Schließlich soll ja über einen „gerechten Frieden“ geplaudert werden. Und wie der aussehen soll, wissen Hamas wie Fatah ganz genau.

Für Israel ist in deren Vision so wenig Platz wie im Titel, den die Gastgeber sich ausdachten.

2 Comments

  1. Dass diese Typen ausgerechnet Avram Burg als so eine Art Israel-Vertreter laden, spricht doch schon Bände. Genauso die übrigen Gäste. Mit der zugehörigen Liste entlarvt sich die Akademie als antiisraelischer Haufen, der nicht an Frieden interessiert ist, sondern an der Beseitigung des Judenstaates.

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