Denkt Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, laut nach über Antisemitismus in deutschen Medien, meinen deren Konsumenten, ihre „gerechtfertigte Kritik an der höchst fragwürdigen Politik des Staates Israel“ verteidigen zu müssen, von der sie wissen, daß sie, die „gerechtfertigte Kritik“, „nichts, aber auch gar nichts mit Antisemitismus zu tun hat“.
„Trotz der schrecklichen Ereignisse des letzten Jahrhunderts darf sich Israel mit seiner Nahost-Politik nicht aufführen wie die sprichwörtliche Axt im Walde! Wer wie Israel die Verletzung des Völkerrechts zur politischen Normalität werden hat lassen sollte mit dem moralischen Zeigefinger sparsam umgehen. Vor allem in so völlig an den Haaren herbeigezogenen Zusammenhängen.“
Was hat der Zentralrat der Juden in Deutschland mit der israelischen Politik zu schaffen? Die wird, das vergessen die „gerechtfertigten Israelkritiker“ gern, noch immer in der souveränen Demokratie Israel gemacht und eben nicht von Stephan Kramer, der – unterstellen wir – noch mit gar keinem „Völkerrecht“ in Konflikt geriet.
Doch auch das wird ihm zum Vorwurf gemacht. „Nicht ungewöhnlich“, formuliert Malte Lehming für seinen Tagesspiegel, ist „die Überkompensation eines schlechten Gewissens, als Diaspora-Jude nicht beim Aufbau des zionistischen Gemeinwesens zu helfen, sondern [..] aus sicherer Distanz teilzunehmen, zwischen Heidi Klum und Dieter Bohlen.“
Der Jude kann einfach kein loyaler Staatsbürger, kein Deutscher, Belgier, Franzose sein, sondern ist immer Israel mehr verbunden als jenem Staat, in dem er in der „Diaspora“ lebt. Und darunter leidet er, der Jude, so sehr, daß er in „die Rolle des hyperventilierenden Antisemitenentlarvers“ schlüpft, wo doch gar nichts zu entlarven ist:
„Und wenn man dann schließlich verhindert hat, dass ein Hamas-Vertreter in der Evangelischen Akademie von Bad Boll vor 30 Studienräten sprechen darf, wird das wie der Sieg von David gegen Goliath gefeiert. Dabei dürfte das Risiko, dass sich einer der Studienräte vor Begeisterung über die Hamas-Nase dem Dschihad anschließt und in ein Terrorcamp in den Nahen Osten reist, recht gering gewesen sein.“
Laßt uns die Hamas einladen nach Deutschland, hier kann sie ja doch kein Unheil (mehr?) anrichten. Daß eine internationale Anerkennung der islamischen Terroristenbande dieser sehr wohl Zulauf von „Palästinensern“ verschaffen könnte, stört den deutschen Malte offenbar so wenig wie deren Antisemitismus.
Daß erst am Wochenende in Worms eine Synagoge in Flammen aufgehen sollte, davon geht die Welt doch nicht unter, oder? Stephan Kramer, der „jüdische Folklorist“, „hyperventiliert“ nur. Und wenn nicht? Dann „hyperventiliert“ er trotzdem, denn die deutschen Medien stehen unter Kontrollesind doch nur langweilig:
„Wer Thesen über das ‚Shoah-Business‘, die ‚Holocaust-Industrie‘ oder die Instrumentalisierung des Gedenkens diskutieren, sich über angebliche Kriegsverbrechen von Israelis im Gazastreifen informieren oder authentische Hamas-Positionen präsentiert haben will, muss Ha’aretz und New York Times lesen und BBC empfangen können.“
Es gibt keinen Antisemitismus in Deutschland. Nirgends. Und schon gar nicht im Tagesspiegel.
Nenne einen Antisemiten einen Antisemiten, und er bemüht sich, dir recht zu geben. Der Antisemit ist durch Reden und Schriften nicht beirrbar, teils weil er nicht hören will, teils weil er nicht lesen kann. [h. l. gremliza]
sehr guter Kommentar, den hatte ich noch gar nicht gesehen, sorry! Sonst hätte ich ihn natürlich zitiert http://clemensheni.wordpress.com/2010/05/23/%E2%80%9Ejudischer-folklorist%E2%80%9C-oder-was-ist-ein-antisemitisches-ressentiment/