Double Standards

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte beim Besuch des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in Paris diesen auf auf, seinen Außenminister Avigdor Lieberman „loszuwerden“, einen demokratisch legitimierten Politiker, der im Amt das zweifellos schwere „Verbrechen“ beging, Israels Treue zur Road Map zu betonen.

In Honduras wurde durch das Parlament Präsident Manuel Zelaya Rosales abgesetzt und vom Militär nach Costa Rica ausgeflogen; mit Roberto Micheletti wurde von den Abgeordneten ein neuer Präsident gewählt. Barack Hussein Obama ist „tief besorgt“ und will den Interimspräsidenten „nicht anerkennen“ – was ihn eint mit den Musterdemokratien Venezuala und Kuba.

In der Islamischen Republik Iran wurde in „Wahlen“ der amtierende Präsident Mahmoud Ahmadinejad offenbar nur durch massive Fälschungen im Amt bestätigt. Hunderttausende demonstrierten friedlich gegen diese Manipulationen. Ihre Proteste wurden und werden gewaltsam unterdrückt, es gibt Tote, Verletzte und „Verschwundene“.

Die EU anerkannte das offiziell verkündete „Wahlergebnis“ schon früh, und Barack Hussein Obama beharrte noch am vergangenen Wochenanfang auf der Gültigkeit einer Einladung an iranische Offizielle, um gemeinsam mit ihnen Meinungs-, Presse-, Religions- und Versammlungsfreiheit zu feiern.

Vermieden wurde und wird von EU und der US-Regierung alles, was vom Mullah-Regime als „Einmischung“ betrachtet werden könnte, dem damit auch die Definitionshoheit darüber überlassen wird. Eine Einmischung, so eine billige wie arrogante Entschuldigung, würde „der Sache der Demonstranten eher schaden als nutzen“.

Weshalb geht ganz selbstverständlich gegenüber der Demokratie Israel und Honduras, was im Falle des klerikal-nazistischen Regimes von Teheran explizit abgelehnt wird?