Zwischenzeugnis

Daß Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär, dem eine gewisse Nähe zu Despoten wohl durchaus bescheinigt werden kann, selbst wenn die von ihm geleiteten Vereinten Nationen sie wie den Schlächtersudanesischen Präsidenten al-Bashir – deshalb? – erfolglos mit einem internationalen Haftbefehl verfolgen, keine Idealbesetzung für einen solchen Posten ist, scheint einigen Diplomaten zu dämmern:

„Norwegens Botschafterin bei den Vereinten Nationen hat einem Medienbericht zufolge UN-Generalsekretär Ban Ki Moon scharf kritisiert. Bans habe bei den jüngsten Krisen schwach, ineffektiv und bisweilen kontraproduktiv gehandelt, zitierte die Zeitung ‚Aftenposten‘ am Mittwoch aus einem ihr vorliegenden Brief, den Botschafterin Mona Juul den Angaben nach an das Außenministerium richtete. [..]

Unter anderem habe Ban dabei versagt, der UN in der Finanzkrise eine gewichtige Stimme zu verleihen, schrieb Juul demnach. Im Fall der erneut unter Hausarrest gestellten birmanischen Oppositionspolitikerin Aung Sang Suu Kyi habe er sich wie ein passiver Beobachter verhalten. [..] Nun, zur Halbzeit seiner Amtszeit, gelangten aber viele zu dem Schluss, dass Bans „Mangel an Charisma“ ein Problem sei, hieß es weiter.“

Ihr Generalsekretär ist dabei freilich nur Teil des Problems, das Vereinte Nationen heißt. Doch auch darauf werden, ist zu hoffen, Diplomaten noch kommen.