Nun kam es also – für einige der Beteiligten zweifellos überraschend – zum Eklat. Während (mindestens) Kanada und Israel den Auftritt des Präsidenten der Islamischen Republik Iran in New York durch Abwesenheit angemessen begleiteten, hoffte offenbar die deutsche Delegation bis zuletzt – und wurde völlig unerwartet enttäuscht.
„Eine Sprecherin der deutschen UN-Botschaft sagte, die deutsche Delegation habe Teile von Ahmadineschads Rede als ‚inakzeptabel antisemitisch‘ empfunden und daher zusammen mit vielen anderen europäischen Kollegen den Saal verlassen.“
Akzeptabler Antisemitismus wird in Deutschland mit Bundesverdienstkreuz und Friedenspreisen belohnt, inakzeptabler, vorgetragen vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen, mit „Protest“, ohne den ein Eklat gar kein Eklat werden könnte. Mahmoud Ahmadinejad bekam also, was er wollte – Aufmerksamkeit.
Und in der nächsten Woche schon wird vergessen sein, was „inakzeptabel antisemitisch“ genannt wurde, Mahmoud Ahmadinejad mit seinem Regime umworben werden. Dialog nämlich, Dialog muß einfach sein.
„Die Außenminister von China, den USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben am Mittwoch im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York eine Konferenz über die iranische Atomfrage abgehalten. Darauf wurde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der betont wurde, dass die sechs Länder die iranische Atomfrage durch Dialoge und Verhandlungen lösen wollten. Es sei ihr Anliegen, dass die Verhandlungen mit dem Iran so bald wie möglich wieder aufgenommen würden.“
Als sei nichts geschehen …
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