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Und wenn man als unabhängiger, flexibler und effizienter Dienstleister sich beliebt machen will bei Antisem„israelkritischen“ Kunden, denkt man sich Überschriften aus, die bei denen bestimmt gut ankommen:
Das Verbrechen des israelischen Premierministers?
„Persönlich griff Netanjahu auch die UN-Vertreter an, die Ahmadinedschads Rede nicht boykottiert hatten. ‚Haben Sie keine Scham? Haben Sie keinen Anstand?‘, rief er. Die Delegierten hätten damit einem Mann das Podium überlassen, der den Tod von sechs Millionen Juden während des Holocaust leugne.
Zum Beleg hielt der Regierungschef einen Plan des NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hoch, in dem eine Million Menschen dem Naziterror zum Opfer gefallen waren. ‚Sind diese Pläne eine Lüge? Sind die Häftlingsnummern, die viele von uns noch auf dem Arm eintätowiert haben, eine Lüge?'“
Wie würde die dpa diese offenbar ungehörigen Fragen wohl beantworten?
…ich sollte öfter kommentieren, wenn ich derselben Ansicht bin, grade meld ich mich wie meist vor allem dann, wenn ich die Sache ein wenig anders sehe… letztens beschäftigte mich die Frage, wie man den „rant“ angemessen und zeitgemaess ins Deutsche uebersetzt, und da fiel mir auch das „Wettern“ ein, kam mir aber ein wenig zu altertuemlich vor. Ich wuerd sagen, der Anlass zum mal „Wettern“ war gegeben und als ich die Schlagzeile letztens in irgendeiner Onlineausgabe der dpa-Abschreiber sah, dachte ich mir eigentlich eher positives dabei, in Richtung OK, wird notwendig gewesen sein, dass Klartext geredet wurde und das kam offenbar auch so rueber.
Nun, bei der Süddeutschen Zeitung meint man, Benjamin Netanjahu „geiferte“ in New York. Insofern ist „wettern“ sicher noch positiver besetzt. Aber grundsätzlich scheint es mir schon eher negativ gemeint zu sein, weil Netanjahu es ja auch noch „gegen die UN“ tat. „Netanjahu protestiert gegen die UN“ – wenngleich er die Organisation nichtmal meinte – wäre vertretbar, einigermaßen neutral, „wettern“ ist es nicht.