Deutsch-Iranische Freundschaft: Dialog ist echter Widerstand

Die Königin-Luise-Stiftung zu Berlin, sie ist beteiligt am von den Vereinten Nationen betriebenen Schulnetzwerk der UNESCO, veranstaltet, das gehört wohl zur Teilnahme an einem solchen Netzwerk, veranstaltet in der nächsten Woche eine „Deutsch-Iranische Lehrerkonferenz“, zu der mit Alireza Sheikh Attar ein Vertreter des Mullah-Regimes geladen ist, der persönlich wie politisch mitverantwortlich ist für ungezählte Morde während seiner Karriere als Gouverneur in den iranischen Provinzen Kurdistan und West-Aserbaidschan und das gewaltsame Vorgehen seines Regimes gegen friedliche Protestierende in der Islamischen Republik.

Proteste gegen das Hofieren dieses Botschafters einer mörderischen Diktatur, die nicht nur die eigene Bevölkerung unterdrückt, sondern weltweiten Terrorismus finanziell, mit Waffen aller Art und als Rückzugsraum unterstützt und einem Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen offen mit Vernichtung droht, waren – manche stießen freilich auf ein wenig dialogbereites E-Mail-Konto – offenbar wenig erfolgreich. Zwar wird nun erklärt, „der Veranstaltungsort ist nicht die Königin-Luise-Stiftung“, und wurde „kurzfristig“ ein „Wander-„ bzw. „Studientag“ angesetzt, welcher dafür sorgt, „dass alle Schüler ab der 5. Klasse Zuhause bleiben“ und nicht lernen, mit wem da konferiert wird, doch Seine Exzellenz Alireza Sheikh Attar wurde nicht ausgeladen.

Und das ist zweifellos gut so. Denn Deutschland und die Islamische Republik, das sind Freunde, denen ihr ganz spezieller Dialog einfach heilig ist. Die Toten sind schließlich tot, und eine Konferenzabsage würde gewiß nur jenen schaden, die ohnehin schon arm dran sind, dem Regime ja erst die Argumente liefern, weiter zu foltern und zu morden. Das hat schließlich auch schon der Avi Primor gesagt. Da ist es doch wahrlich viel besser, wenn der Mörder, der Seine Exzellenz ist, unter uns begrüßt wird als Freund. So kann er wenigstens während der Konferenz, die damit ein wirklicher Beitrag für mehr Menschenrechte in der Islamischen Republik ist, keinen Schaden anrichten. Proteste oder Absagen hingegen sind kontraproduktiv.

Nur Dialog hilft weiter.