Anderson Harkov, er ist Anwalt, denkt in der Jerusalem Post nach über Israels Präsenz auf diplomatischem Parkett und empfiehlt angesichts der gegenwärtigen Zumutungen, die ausgehen von der Europäischen Union, der amerikanischen Regierung und nicht zuletzt den „Diplomaten“ der „Palästinenser“, ein Ende des Ertragens des Unerträglichen:
Anderson Harkov: Wir nehmen es nicht mehr hin
In einem der überbewertetsten amerikanischen Filme tritt eine Figur auf, die ausruft: „Ich bin verrückt wie die Hölle, und ich werde es nicht mehr hinnehmen.“ Wieder und wieder in unserer Geschichte wurde Israel angegriffen, attackiert mit Bomben, die Terroristen zündeten, belagert, angegriffen mit Raketen, die Terroristen abfeuerten, gekapert, von Terroristen attackiert, die sich in die Luft sprengten, und von den Armeen praktisch aller arabischen Staaten überfallen. Wieder und wieder hat Israel das Morden und das Chaos ertragen, bis der Punkt erreicht wurde, an dem es militärisch zurückschlug. Es ist an der Zeit, daß Israel auf diplomatischem Terrain ähnlich zurückschlägt.
Ich empfehle nicht, daß Israel Europa angreifen sollte, weil die Europäische Union die Teilung Jerusalems verlangt. Tatsächlich hat die EU in ihrer jüngsten Erklärung zum Friedensprozeß im Nahen Osten formuliert: „Wenn es einen echten Frieden geben soll, muß durch Verhandlungen eine Lösung für den Status Jerusalems als zukünftige Hauptstadt zweier Staaten gefunden werden.“
Dennoch ist es an der Zeit für Israel, deutlich zu machen, daß es nicht mehr bereit ist, Europäer und anderen zu ertragen, die die Dreistigkeit besitzen, es zu behandeln, als sei es noch die Kloake, die verlassen-öde Provinz, als die sie während 1.000 Jahren muslimischer Okkupation angesehen wurde.
Es ist an der Zeit, daß Israel mit Stärke agiert und Entrüstung – im diplomatischen Sinn -, es muß deutlich machen, daß es Konsequenzen hat, wenn ihm einseitige Lösungen aufgezwungen werden sollen.
Es ist an der Zeit, der Welt zu zeigen, daß Israel sich nicht zum Objekt diplomatischer Spielchen machen läßt, ebenso, wie es sich nicht von Gewalt erpressen läßt.
Es ist an der Zeit, daß Premierminister Benjamin Netanjahu sein Kabinett zusammenruft, um den Baustopp in den Siedlungen aufzuheben.
Keine andere Erwiderung auf die Aktionen der Europäischen Union wäre angemessener. In weniger als einem Monat hat der Baustopp zu nichts geführt als Desinteresse der USA, Hohn und Spott durch die Palästinenser und offene Angriffe der Europäer. Die EU hat, angeführt von Schweden, deutlich gefordert, Jerusalem unter Juden und Arabern aufzuteilen.
Wenn wir jetzt nicht für Jerusalem einstehen, werden wir auch später nicht für Jeusalem eintreten können. Wenn Jerusalem keine rote Linie ist, was soll dann eine rote Linie sein?
Der Zeitpunkt der EU-Erklärung zeigt uns, daß der Baustopp in den Siedlungen nichts geleistet hat. Er hat vielmehr dazu geführt, uns einen zwar angeschlagenen, aber dennoch patriotischen Teil unserer Gesellschaft zu entfremden, die religiösen Zionisten, die gerade wegen ihrer Leidenschaft für unser Land überproportional in den Kampfeinheiten der Streitkräfte dienen. Auch wenn er für weitere neun Monate fortgesetzt wird, kann er im diplomatischen Bereich nichts erreichen. Trotzdem würden die Bewohner in Judäa und Samaria hohe ökonomische Verluste erleiden und fortgesetzte Schikanen durch übereifrige Kontrolleure, die seltsamerweise nicht den gleichen Elan angesichts illegaler arabischer Bautätigkeiten zeigen.
Der Baustopp hat, zusammengefaßt, schon jetzt unserer Gesellschaft großen Schaden zugefügt – und nichts erreicht.
Die Antwort des Außenministeriums an die EU ist bestenfalls lau, und geht es um die Europäer, so trifft sie dort auf taube Ohren. Selbstverständlich würde der Außenminister Luxemburgs, ein Überbleibsel eines Landes, falls es dort jemals eines gegeben hat, erklären, Palästinenser sollten in Palästina und Israelis in Israel leben. Doch es ist an der Zeit für Israel, die Europäer wissen zu lassen, daß die Juden das Ghetto verlassen haben und die Golani-Brigade unsere Unterstützung hat.
Ist es nicht ironisch, daß Israel mehr Angriffe von Staaten eines Kontinents, dessen Boden mit jüdischem Blut getränkt ist, akzeptiert, als es sich vom gesamten Rest der Welt zusammengenommen bieten läßt? Wie lange wird das weitergehen? Wir haben bewiesen, daß wir uns gegen die Araber verteidigen können, doch werden wir es wagen, gegen die Nachkommen derer aufzustehen, die die Kreuzzüge, die Inquisition, die Pogrome und den Holocaust verübten? Wir waren nicht in der Lage aufzustehen, als die Europäer die Juden in Europa opferten, um sich selbst erfolglos vor Hitler zu retten. Nun, da die Geschichte sich wiederholt und die Europäer Israel aufgeben, um die Araber und den Iran zu besänftigen, können wir, müssen wir gegen diese feigen Akte aufstehen. Wir müssen sie wissen lassen, daß wir verrückt sind wie die Hölle, daß wir es nicht mehr ertragen werden.
Gute Idee, kräftige Sprache, Recht hat er.
Aber was nutzt es? Sie hören ihm nicht zu, nicht mal die so sehr verfluchten „Falken“ und „Radikalen“ in der israelischen Regierung…