Vor rund fünf Jahren räumte, um dem „Friedensprozeß“ eine Chance zu geben, Israel Gaza. In der Theorie der Roadmap sollte es für Land(aufgabe) Frieden geben, doch die Realität sah anders aus. Kaum waren die letzten israelischen Soldaten, die zuvor teilweise mit Gewalt jüdische „Siedler“ zum Umzug nach Israel gezwungen hatten, aus Gaza abgezogen, wurden Synagogen und Gewächshäuser von „Palästinensern“ zerstört und der Süden Israels mit Raketen unter Beschuß genommen.
Georg Dürr, ein deutscher Pädagoge, der an einer von der UNESCO betriebenen Schule unterrichtet(e), erklärte das wenig friedliche Verhalten der „Palästinenser“ mit diesen schönen Worten: „Der Rückzug der Israelis wird hier als entwürdigend empfunden – aus dem einen Grund: Niemand redet mehr mit den Palästinensern.“ Israel mißverstand die bald tausendfach vor allem Sderot terrorisierenden raketengestützten Einladungen zum Gespräch jedoch gründlich und antwortete seinerseits zuletzt mit der Operation Cast Lead.
Dabei kamen, vermuten nun einige besorgte britische Parlamentarier, auch Waffen gegen die Hamas zum Einsatz, in die aus dem Vereinigten Königreich nach Israel gelieferte Teile eingebaut worden waren. Daß Israel zu seiner Selbstverteidigung britische Gewehrbestandteile oder Jet– und Kampfhubschrauber-Anzeigen eingesetzt haben und einsetzen könnte, finden die Parlamentarier jetzt „bedauerlich“. Dadurch würden nämlich Exportrichtlinien „verletzt“, nach denen die Verwendung britischer Waffenexporte in „okkupierten Gebieten“ nicht zulässig sei.
Daß Gaza kein „okkupiertes Gebiet“ ist, sondern vollständig und judenrein unter der Kontrolle der Hamas steht, hat sich bis zu den besorgten Parlamentariern offenbar noch nicht herumgesprochen. Statt sie freilich darüber aufzuklären, versprach den Parlamentariern ihr Außenminister David Miliband, bei der Beratung über zukünftige Exporte aus dem Vereinigten Königreich nach Israel würden die Erfahrungen aus der Operation Cast Lead berücksichtigt und solche Exporte dann wohl nicht mehr genehmigt werden.
Jetzt muß die britische Regierung nur noch erklären, ob, wie und wo Israel Waffen(teile) aus Großbritannien jemals bestimmungsgemäß einsetzen könnte, wenn schon die Selbstverteidigung mit ihnen verboten ist.
Der Milchbart hat eh kein positives Wort für Israel übrig. Er ist die falscheste Adresse (nach Galloway und Livingstone), an die man sich in Großbritannien wenden kann.
Er steht damit in langjähriger Tradition, gerade was militärisches Materials angeht. In den 1950-er Jahren wurde einmal ein britisches Getriebe gebaut. Vor ein paar Jahren wollten sie Israel verklagen, weil ein weiterentwickeltes Teil aus einem solchen Getriebe in einem Militärfahrzeug zum Einsatz kam.
Und israelische Sportschützen mussten auch schonmal sehen, dass sie die Munition für ihre Sportgewehre woanders suchen – der Export wurde verboten, weil die Sportgewehre gegen Araber hätten eingesetzt werden können.