Kategorie: Du bist Deutschland

Du bist Deutschland

Es werben die Blätter für deutsche und internationale Politik mit dem überaus sinnigen Sprüchlein für sich, „eine Insel der Vernunft in einem Meer von Unsinn“ zu sein. Der als D. Red. auftretenden Insulaner Vernunft geht in der aktuellen Ausgabe auf Seite 71 so:

„Am 27. Dezember 2008 eröffneten Angriffe der israelischen Luftwaffe den Krieg gegen den von der radikalislamischen Hamas dominierten Gazastreifen; kurze Zeit später kam es auch zum Einsatz von Bodentruppen.“

Daß die Hamas mit Raketenangriffen eine „Waffenruhe“, die nie eine war, endgültig beendete, hat D. Red. nicht mitbekommen.

Zu enttäuschend wäre es für diese Schreibtischtäterahnungslosen „Vernünftigen“ wohl, müßten sie (wahrlich nicht nur sich) eingestehen, daß Israel eben nicht „eröffnete“, sondern eine Bande mit Namen Hamas mit mehreren Dutzend Kassams innerhalb eines Tages.

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Die Linke bewältigt Vergangenheit:

„Probebesuch am Jahrestag der Machtübernahme der Nationalsozialisten: ‚Wir möchten das Mahnmal an die Bücherverbrennung sehen.‘ Der dunkel gewandete Wachmann schaut etwas skeptisch, weist aber den Weg [..]. Also hinein durch einen Seiteneingang in das Zelt, das für die Fashion Week auf dem Bebelplatz in Mitte steht. Innen ist alles rundherum schwarz, von weitem leuchtet im Boden die ‚Bibliothek der verbrannten Bücher‘.

Rechts und links stehen schwarze Sichtblenden, von hinten wummern die Beats einer Modenschau, vorne champagnert sich eine schick gekleidete Menge durch den Tag. Allzu viele Seitenblicke sind den Mahnmalsbesuchern aber nicht vergönnt, da komplimentiert ein weiterer Sicherheitsmann sie aus dem Zelt: ‚Thank you, Gentlemen.‘

‚Das Mahnmal ist völlig entstellt‘, sagt Thomas Flierl nach dem Kurzbesuch, ‚die Würde ist nicht gewahrt.‘ Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linkspartei im Abgeordnetenhaus fordert: Das Zelt für die Fashion Week darf hier nicht noch mal aufgestellt werden.

Das Bezirksamt Mitte hat unter dem sanften Druck der Wirtschaftsverwaltung von Senator Harald Wolf (Linkspartei) jedoch ganz anders entschieden. Nachdem das Modezelt schon am Brandenburger Tor oder am Ostbahnhof stand, habe sich der Bebelplatz als bester Standort herausgestellt. Künftig wird das Zelt also zwei Mal im Jahr dort stehen, Ende Januar und im Juli. Mitten auf dem Mahnmal zur Bücherverbrennung.“

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Benedikt „Wir sind Papst“ XVI. „rehabilitiert“ ein paar Bischöfe, „um die Beziehungen zur traditionalistischen Piusbruderschaft, deren Oberhaupt der 1991 verstorbene [Erzbischof Marcel] Lefebvre war, zu ‚intensivieren'“, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mitteilt, „die Wiedereingliederung der abgespaltenen Traditionalisten solle ein ‚Zeichen zur Förderung der Einheit der Kirche‘ sein“.

Zu jenen, mit denen der deutsche Papst seine „Einheit“ (wieder-)herstellen will, gehört Richard Williamson, ein strammer Holocaust-Leugner:

„[T]he Vatican on Saturday lifted an excommunication ban against Bishop Richard Williamson, one of four bishops who were banned in 1988 for taking on the office of bishop against the wishes of then-Pope John Paul II.

Williamson is a Holocaust denier, and has repeatedly said that the gas chambers did not exist and that no more than 300,000 Jews were killed during World War II, mostly of starvation. In addition, Williamson has declared that the Jews are plotting to take over the world, and that the U.S. and Israel were behind 9/11.

In an interview with Swedish television conducted last November but broadcast last week, Williamson said that he believed that there were ’no gas chambers.‘

‚Between 200,000-300,000 perished in Nazi concentration camps, but not one of them by gassing in a gas chamber,‘ he said, adding, ‚I believe that the historical evidence is hugely against 6 million having been deliberately gassed in gas chambers as a deliberate policy of Adolf Hitler.'“

Da Christen freilich, wie das große Universalgenie Norbert Blüm in dieser Woche bekanntgab, keine „Antisemiten sein können“, ist jede Aufregung über des Vatikans großes Herz für Judenhasser völlig unangebracht. Wirklich.

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In den Tagen jenes Krieges, den der „Palästinenser-Präsident“ Abu Mazen, dessen Amtszeit freilich abgelaufen ist, mal als einen „Völkermord“ bezeichnete, um die einseitige Einstellungen der Kampfhandlungen der israelischen Streitkräfte dann doch zu verurteilen („Israel made a ‚big mistake‘ by ending Operation Cast Lead without overthrowing the Hamas regime in the Gaza Strip, a Palestinian Authority official in Ramallah said on Thursday.“), machte offenbar das Gerücht, einige Discounter wollten ihre Tageseinnahmen an Israel spenden, die Runde und um uns einen Bogen.

Die Aufregung der bessermenschelnden Kundschaft jedenfalls scheint groß gewesen zu sein, groß genug, um Dementis zu veröffentlichen:

„Aktuell kursiert ein Gerücht in diversen Internetforen, dass u.a. Lidl die europaweiten Einnahmen von Freitag, den 09.01.2009 und Samstag, den 10.01.2009, an Israel spenden will.

Lidl dementiert dieses Gerücht:
Das im Internet kursierende Gerücht entbehrt jeglicher Grundlage.“

„Unmissverständlich und in aller Eindeutigkeit“ stellte auch Aldi „klar“:

„Es ist absolut unzutreffend und frei erfunden, wenn behauptet wird, dass ALDI an Israel Spenden leistet. Eine solche Absicht besteht nicht und hat auch nicht bestanden.“

Und damit dürfte der Discounter ein feines Gespür für den Zustand der Gesellschaft, die Kundschaft ist, bewiesen haben. Es bedarf keiner wissenschaftlichen Studien mehr, latenten Antisemitismus zu belegen. Das übernahmen die sonst weniger auskunftsfreudigen Aldi und Lidl vor einigen Tagen.

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Auch in Berlin demonstrierten „Palästinensische Gemeinde“ und Friedensratschlag Kassel in trauter Eintracht mit friedenstauben Hamas-Sympathisanten von Die Linke, DKP und MLPD für etwas, das sie tatsächlich wohl „Frieden“ zu nennen wagen:

„Die Stimmung war von Anfang an aggressiv, immer wieder waren ‚Hamas‘-Rufe zu hören. Die radikalislamische Organisation beherrscht den Gazastreifen. Mehrere Teilnehmer wurden festgenommen, weil sie verbotene Parolen riefen und Angriffe auf israelische Politiker forderten. Über Lautsprecher wurde immer wieder zur Gewalt gegen Israel aufgerufen, es wurde eine israelische Fahne verbrannt, ein Transparent lautete: ‚Bombardiert Tel Aviv‘. Neben Fahnen linker Gruppen wie DKP, MLPD und Die Linke waren vor allem Fahnen der Hamas und der Hisbollah zu sehen, die das Existenzrecht Israels leugnen.“

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Der Friedensratschlag Kassel, eine „linke“ Vorfeldorganisation der Hamas in Deutschland, die sich vor Gericht erfolgreich dafür einsetzte, daß auf von ihr (mit-)veranstalteten Demonstrationen für die Hamas-Bande – einer ihrer Anführer, Mahmud Sahar, hatte Anfang Januar zu Attacken auf jüdische Einrichtungen und Juden in aller Welt aufgerufen – geworben werden darf, kann einen echten Erfolg seiner „Friedensarbeit“ verbuchen:

„Mehrere Demonstranten griffen einen proisraelischen Stand an und versuchten, Fahnen und Plakate herunterzureißen. Die Angreifer wurden von den Demonstranten mit Sprechchören unterstützt. Die nur mit wenigen Kräften vor Ort präsente Polizei hatte Mühe, die Situation zu beruhigen und den Zug von mehreren hundert Demonstranten weiterzuleiten.“

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Die Hamas-Bande wird – was im Grunde freilich keine Folgen hat – von der EU völlig richtig als eine „terroristische Vereinigung“ angesehen. Die Unterstützung einer ausländischen Terroristen-Bande, so heißt es immer mal wieder, ist in Deutschland strafbar. Und wo nun der halbwegs denkende Mensch auf den Gedanken kommen könnte, daß das Schwenken einer Hamas-Flagge nicht nur auf einer „Friedensdemonstration“ einigermaßen unpassend wäre, sondern, da es ja wohl offenkundig eine Sympathiebekundung für Terroristen darstellt, auch Ordnunghütern einen echten Grund zum Eingreifen lieferte, irrt eben dieser Mensch – und zwar gewaltig:

„Auf der für heute geplanten Demonstration gegen die israelische Militäraktion im Gazastreifen dürfen Symbole der Hamas gezeigt werden. Das Verwaltungsgericht kippte gestern Abend ein entsprechendes Verbot, das die Polizei in der vergangenen Woche für arabische Demonstrationen erlassen hatte. Dagegen war die Palästinensische Gemeinde vor Gericht gezogen. Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts sagte gestern Abend, dass das Verbot ein Eingriff in die vom Grundgesetz geschützte Meinungsfreiheit sei.“

Deutschland 2009: Terrorismus ist als Meinungsäußerung schützenswert, und eine „Plästinensische Gemeinde“, die, obgleich sie sich offen für Terroristen einsetzt, nicht verboten wird. Dafür aber stürmen Polizisten eine Wohnung, in deren Fenstern israelische Fahnen hängen, und nehmen „Provokateure“ fest, von denen sie auch nur vermuten, diese besäßen eine Fahne mit dem Davidstern.

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Die Versuche zionistischer Agenten, friedliebende Friedenstauben„Israelist sind Kindermörder“ – daran zu hindern, friedlichgegen Israelfür Frieden zu demonstrieren, reißen nicht ab. Auch in Mainz konnte ein schlimmer zionistischer Anschlag gerade noch verhindert werden. Ein völlig berechtigt stolzer Beamter berichtet:

„Es gab eine Provokation in Höhe des Kaufhofs, wo eine Gruppe von Personen mit einer israelischen Fahne, ähm, ja provozierend gewunken hat. Die Personen wurden, ähm, personalmäßig festgestellt, es waren keine Israelis, es waren Personen, die einfach provozieren wollten.“

Nicht bekannt ist, ob deutschen Friedenstauben das Tragen arabischer„palästinensischer“ Symbole untersagt wurde.

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„Friedlich“ wurde am Wochenende gegen Israelfür Frieden „demonstriert“. Und in Duisburg wurden die versammelten Friedenstauben – wieder – gar fürchterbar provoziert, wogegen einmal mehr nur noch ein Großaufgebot der Polizei helfen konnte.

„Hunderte Polizisten begleiteten den Protestzug, bei der [sic!] es zunächst nur einen kleinen Zwischenfall gab: Demonstranten bewarfen unter anderem mit Schneebällen und Taschenmessern zwei israelische Flaggen, die aus dem Fenster eines Hauses an der Demonstrationsstrecke hingen. Um eine Eskalation zu vermeiden, sorgte die Polizei nach Angaben eines Sprechers dafür, dass die Flaggen eingezogen wurden.“

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„Zu einem Zwischenfall kommt es zu Beginn des Protestzugs. Vier Deutsche wollen eine israelische Fahne zeigen, werden von der Polizei an einer Provokation gehindert.“ Wollten sie den weißblauen Fetzen verbrennen? Nein.

Ein Freund und Helfer klärt auf:

„Wir haben am Rande der Demonstration eine kleine Gruppe erkannt, ähhhh, vermutlich der Antifa zugehörig, die Pro-Israel eingestimmt waren und auch Fahnen dabeigetragen haben. Die haben wir angesprochen und einen Platzverweis erteilt, damit sie die Veranstaltung nicht stören.“

Wie denn, sind „Friedenstauben“ mit Hisbollah– und Hamas-Flaggen etwa doch Schlägertrupps, die von gewaltloser Konfliktaustragung nichts halten?

„Daß es nicht zur Eskalation kommt. Diesem Platzverweis sind sie nicht nachgekommen, infolgedessen haben wir sie bis zum Ende der Veranstaltung in Gewahrsam nehmen müssen.“

„Müssen“!

Und weiter der WDR: „Das bleibt jedoch der einzige Zwischenfall. Zahlreiche Ordner achten darauf, daß die Demonstranten keine verbotenen Flaggen oder Symbole zeigen“ – und munter weht schon wieder die Hisbollah-Fahne durchs Bild.

Merke I: Es kümmert deutsche Uniformierte nicht, wenn Fahnen von (ausländischen) Terroristenbanden geschwenkt werden, deren Unterstützung seit einiger Zeit strafbewehrt ist. Das dürfen „zahlreiche Ordner“ erledigen – ohne Platzverweis natürlich und ohne jemanden „in Gewahrsam nehmen zu müssen“.

Merke II: Es ist in Deutschland offenbar die Flagge des Staats der Holocaust-Überlebenden eine verbotene, besonders auf „Friedensdemonstrationen“. Ach nein, es war ja eine „Demo gegen Israel“, also im Grunde nichts als ein Antisemitenaufmarsch.

Klar, daß sowas vor „Provokateuren“ beschützt werden muß.