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Werter Herr Bundespräsident Horst Köhler,
mit einigem Befremden mußte ich lesen, daß Sie am vergangenen Wochenende dem schwedischen Schriftsteller Henning Mankell den nach Erich Maria Remarque benannten Friedenspreis der Stadt Osnabrück überreichten und als Bundespräsident nur lobende Worte fanden für den Geehrten.
Henning Mankell hat erst vor wenigen Wochen in einem vielerorts zitierten Beitrag für die schwedische Tageszeitung Aftonbladet sich für ein Ende des jüdischen Staates Israel eingesetzt, dabei auch ausdrücklich mit Gewalt gedroht.
„[D]er Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch. [..]
Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird. [..]
Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte. [..]
Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.“
(http://www.palaestina.org/news/beitraege/zeigeBeitrag.php?ID=782)
Sie, Herr Bundespräsident, erklärten kürzlich gegenüber Arno Hamburger, Sie bedauerten, daß die Auszeichnung Felicia Langers mit dem Bundesverdienstkreuz Gefühle von Menschen verletzt hat, „an deren Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit es keinen Zweifel geben kann“, Sie wünschten, „die Verwerfungen ließen sich ungeschehen machen“.
Auch sprachen Sie von einer „unwandelbaren“ Solidarität Deutschlands mit Israel und dem jüdischen Volk.
Und nun zeichnen Sie mit Henning Mankell einen Autor aus, der noch offener als Felicia Langer Israel einen Unrechtsstaat nennt, israelischen Bürgern unterschiedslos vorwirft, sie „vernichten Leben“, und sich ein Ende Israels auch mit Gewalt herbeiwünscht.
Glauben Sie, Ihre „unwandelbare“ Solidarität mit dem Staat der Holocaust-Überlebenden könnten Sie zeigen, indem Sie Henning Mankell ehren?
Mit entsetzten Grüßen
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