Demokratie ohne Demokraten

Die Fatah, die innerhalb der terroristischen Dachorganisation PLO führende »Fraktion«, hat sich in der Nacht zum Sonntag zur Siegerin der »Kommunalwahlen« in den umstrittenen Gebieten und der Stadt Deir al-Balah in Gaza erklärt. Der Erfolg ihrer Liste »Widerstandsfähigkeit und Opferbereitschaft« sei nicht bloß ein »überwältigender«, so die »palästinensische« Terrororganisation, sondern sogar ein »historischer Vertrauensbeweis« der »Palästinenser« in sie.

Die Fatah hat, wie sie unter Berufung auf die »Zentrale Wahlkommission« in Ramallah mitteilt, in den allermeisten Wahlkreisen die Mehrheit errungen, in 197 davon hatten die rund eine Million »Palästinenser«, die zu der »Wahl« aufgerufen waren, freilich gar nicht die Möglichkeit, konkurrierenden Kandidaten ihre Stimme zu geben. Ohnehin hatten sich bereits im Vorfeld alle Bewerber zur PLO bekennen müssen, sonst wären sie gar nicht zugelassen worden.

In einigen Wahlkreisen waren bereits zugelassene unabhängige Bewerber unter Druck gesetzt worden, ihre Kandidatur wieder zurückzuziehen, so daß der »überwältigende« und »epochale Sieg« der Fatah jedenfalls nicht als Überraschung gelten kann. Zu einem Triumph will auch die Wahlbeteiligung nicht so recht passen: Von den eine Million wahlberechtigten »Palästinensern« in den umstrittenen Gebieten und Gaza hatten bis 17 Uhr ganze 418.223 abgestimmt.

In Deir al-Balah lag die Wahlbeteiligung danach bei 21,2 %. Insgesamt hatten bis dahin 41 Prozent der Wahlberechtigten »gewählt«. In den umstrittenen Gebieten waren die Wahllokale bis 19 Uhr geöffnet, die endgültige Wahlbeteiligung wird etwas höher liegen. Nach Angaben Ramallahs leben rund 2 Millionen erwachsene »Palästinenser« in den umstrittenen Gebieten. Mehr als jeder zweite von ihnen war mithin gar nicht erst wahlberechtigt. Überzeugende »Demokratie«.

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