Selbstdarsteller

In der deutschen Hauptstadt Berlin treffen sich am Dienstag die Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Israels, Abdullah bin Zayed al-Nahyan und Gabi Ashkenazi, zu gemeinsamen Gesprächen. Das Treffen geht auf eine Einladung ihres deutschen Amtskollegen Heiko Maas zurück, mit dem sie eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die ermordeten Juden Europas besuchen werden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel hatten vor wenigen Wochen die Normalisierung ihrer bilateralen Beziehungen angekündigt, die von der amerikanischen Regierung vermittelt worden war. Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung am 15. September in Washington fehlten Vertreter Deutschlands, die Berliner Regierung hatte an dem historischen Friedensvertrag jedoch auch keinen Anteil.

Gerade deshalb fällt es schwer, nachzuvollziehen, weshalb Abdullah bin Zayed al-Nahyan und Gabi Ashkenazi dem deutschen Außenminister, der für eine Politik steht, die ausgewiesene Feinde Israels und normaler zwischenstaatlicher Beziehungen zu Jerusalem hofiert, die Gelegenheit bieten, sich mit ihnen zu schmücken und Friedensbemühungen, die Deutschland doch tatsächlich eher hintertreibt.

Freilich, eine offizielle Einladung zu einem Gedenken an die im Holocaust ermordeten Juden wird kein Vertreter eines zivilisierten Staates einfach ausschlagen. Und womöglich war das auch das Kalkül des deutschen Ministers. Oder ist der Gedanke zu abwegig, daß Heiko Maas versuchen könnte, die Opfer des deutschen Antisemitismus zu mißbrauchen, sich als Friedensstifter in Szene zu setzen?

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