Am vergangenen Wochenende hat im nordirischen Derry ein »Triathlon-Festival« stattgefunden, zu dem »Athleten, Triathlon-Verbände, Familien und Fans aus ganz Europa und darüber hinaus« erwartet wurden, wie es auf der Website der Veranstalter heißt. Nicht willkommen waren bei der Veranstaltung Teilnehmer aus Israel. Vier jüdische Sportler, die am Europe Triathlon Cup teilnehmen wollten, waren auf Wunsch des lokalen Ausrichters kurzfristig ausgeladen worden.
Gilt es als ein offenes Geheimnis, daß Judenhaß unter Iren zum guten Ton gehört, betont der North West Triathlon Club (NWTC) allerdings, daß seine Forderung nichts zu tun habe mit »der Religion oder ethnischen Zugehörigkeit« der israelischen Athleten, auch richte sie sich »nicht gegen Einzelpersonen, nur weil sie in Israel geboren wurden«. Ihre Teilnahme würde jedoch eine »sportliche Normalität« signalisieren, die es angesichts »des Leids der Palästinenser« nicht geben dürfe.
Nun ist es freilich so, daß es nicht bloß in Gaza Menschen gibt, die um ihre Lebensumstände nicht zu beneiden sind. Zu Beginn des Jahres erinnerte etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO) daran, daß sich im Sudan »die weltweit schwerste Gesundheits- und humanitäre Krise« abspiele und immer weiter vertiefe: »20 Millionen Menschen benötigen medizinische Hilfe, 21 Millionen warten dringend auf Nahrunsgmittel«, 13,6 Millionen Menschen seien auf der Flucht vor Gewalt.
Neun Monate später hat sich an der Situation wenig geändert. Doch davon läßt sich ein North West Triathlon Club (NWTC) und ließen sich die seiner Forderung folgenden Verbände ihre so heldenhaft vor den »Repräsentanten« Israels gerettete gute Stimmung nicht vermiesen. Ungerührt vom millionenfachen Leid im Sudan feierten sie ihre »Normalität«. Mit Rassismus, mit Antisemitismus aber hat das natürlich ganz und gar nichts zu tun. Neger sind halt einfach keine »Palästinenser«.