Bei den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich der erwartete überwältigende Erfolg für die Demokraten ab. Zwar sind noch nicht alle Stimmen ausgezählt, sicher ist aber, daß die Republikaner in beiden Kammern des amerikanischen Parlaments zukünftig in der Minderheit sind. Präsident Donald J. Trump wird es in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit schwerer haben, sich mit seinen Entscheidungen durchzusetzen.
Hatte er die Midterms mit seiner Aufforderung an Anhänger, sie sollten abstimmen, als stünde sein Name auf dem Wahlzettel, zum Votum über sich selbst erklärt, bleibt der Deutschen liebster Gottseibeiuns ihnen weiter erhalten: Der amerikanische Präsident wird auch morgen noch Donald J. Trump heißen. Das vermag die Freude über die »blaue Welle«, die »Amerikas neuer Garde« einen »Erdrutschsieg« bescherte aber nicht wirklich zu trüben.
Besonders begeistert sind die Redaktionen, in denen vergessen scheint, daß ein »Tsunami« tatsächlich selten Freude mit sich bringt, etwa darüber, daß mit Abdul El-Sayed »der erste muslimische Senator in der US-Geschichte« gewählt wurde. Daß dieser »erste muslimische Senator« gelegentlich klang wie ein Antisemit, wird ignoriert. Wer Israel einen »Völkermord« andichtet, die IDF mit der Hamas gleichsetzt, ist aber wahrscheinlich sogar einer.
Doch wenn es gegen Donald J. Trump geht, ist wohl auch nicht bloß akzeptabel, sondern aller Ehren wert. Im blinden Haß auf den amtierenden US-Präsidenten ist es gleich, was offenbar untrennbar Teil dieses demokratischen Triumphs ist: Eine weitere Normalisierung von Haß auf Juden, von Haß auf den jüdischen Staat. Schickt gar das Mullah-Regime Komplimente aus Teheran an den amerikanischen Souverän, sollte man vielleicht besser hellhörig werden.