Schlagwort: Christian Clages

Pressefreiheit II

Das PLO-Regime um »Palästinenserpräsident« Abu Mazen hat mit Empörung auf eine Visite arabischer Journalisten in Israel reagiert. Die sieben Journalisten aus Ägypten, dem Libanon, Algerien und Marokko, die regelmäßig aus Belgien und Frankreich berichten, hatten sich bei einem dreitägigen Aufenthalt in Israel mit Vertretern der Regierung und Parlamentariern zu Gesprächen getroffen.

Besondere Aufregung bei der Clique in Ramallah löste nach den Treffen offenbar der französisch-libanesische Journalist Nader Allouche mit seiner Erklärung aus, »der Wiedererstarken der Araber beginnt mit der freiwilligen und glaubwürdigen Anerkennung Israels«. Das »Informationsministerium« in Ramallah kritisierte die Journalisten scharf, sie betrieben die »Normalisierung« mit Israel.

Die Federation of Arab Journalists, deren Generalsekretariat sich erst Ende November im syrischen Damaskus zu Beratungen getroffen hatte, wurde aufgefordert, sich von den sieben Journalisten zu distanzieren, hätten die mit ihrer Reise doch gegen eine Vereinbarung der »Informationsministerien« der arabischen Staaten verstoßen, jede »Normalisierung« gegenüber Israel zu verhindern.

Nachdem sich erst kürzlich Christian Clages, Deutschlands Repräsentant in Ramallah, als Vorkämpfer für die Pressefreiheit präsentiert hatte, überrascht allerdings das Schweigen des deutschen Diplomaten zu diesem Versuch der »Palästinenserführung«, sich in die Arbeit von Journalisten einzumischen und sie zu gängeln. Gilt Christian Clages’ Solidarität etwa nur regimetreuen Propagandisten?

Pressefreiheit

Nachdem sich Christian Clages, Berlins Repräsentant in Ramallah, jüngst so rührend um die offenbar durch Schergen Jerusalems bedrohte Freiheit »palästinensischer« Medien sorgte, gegen Juden und den jüdischen Staat zu hetzen, demonstriert Al-Hayat Al-Jadida, die amtliche Zeitung des Regimes in Ramallah, am Mittwoch anschaulich, daß die Befürchtungen des Deutschen grundlos waren.

Mit einer antisemitischen Karikatur, die ihr Stammzeichner Mohammad Sabaaneh anfertigte, zeigt Al-Hayat Al-Jadida, wie frei Medien sind, die von Abu Mazens PLO kontrolliert werden: In unverkennbar hetzerischer Absicht werden Juden unter der Zeile »Israelische Zivilisten« als schießwütige Menschen dargestellt. Die Zeitung solidarisiert sich so mit den Anschlägen der vergangenen Tage.

Die Zeichnung rechtfertigt den »palästinensischen« Terror, dem in den letzten Tagen mehrere Menschen zum Opfer fielen, darunter Amiad Yisrael, den die Kugeln eines Terroristen im Mutterleib so schwer verletzten, daß er, in einer Notoperation entbunden, nur drei Tage »alt« wurde. Die Hamas übernahm die Verantwortung für die Anschläge, auch ihr gilt die Solidarität von Zeichner und Blatt.

»Germany in Ramallah« kann also beruhigt sein: Ramallahs amtliche Medien machen auch weiterhin, wozu sie ins Leben gerufen wurden. Sie diffamieren Juden, säen und mehren antisemitischen Haß und rechtfertigen Terror. Sie leisten, so frei wie je und eh, damit ihren Beitrag im Kampf der PLO gegen den jüdischen Staat, jene »Katastrophe«, die 1948 über die armen Araber hereinbrach.

Freundschaftsbesuch

Während das deutsche Auswärtige Amt es bisher nicht für nötig erachtete, sich zum Anschlag eines oder mehrerer »Palästinenser« vom vergangenen Sonntag zu äußern, bei dem sieben Menschen verletzt worden waren, hat Christian Clages, Heiko Maas’ Mann vor Ort, der Agentur Wafa, einem der amtlichen Sprachrohre des Regimes in Ramallah, am Dienstag einen Solidaritätsbesuch abgestattet.

Israelische Sicherheitskräfte hatten vorher am Montag im Rahmen ihrer Fahndung nach den Verantwortlichen für die Bluttat von Ofra Büros der »Nachrichtenagentur« durchsucht und Aufnahmen von Überwachungskameras sichergestellt. Bei seiner Visite wurde der deutsche Repräsentant in Ramallah von Kees van Baar begleitet, dem Vertreter der niederländischen Regierung bei der PA.

Nach seinem Informationsbesuch teilte Christian Clages via Twitter mit, er sorge sich um die Pressefreiheit, die »auch für palästinensische Medien« gewährleistet sein müsse. Seine Sorge galt dabei freilich nicht dem Umstand, daß das Regime um »Palästinenserpräsident« Abu Mazen selbst leise Unmutsäußerungen brutal ahndet, sondern dem Besuch der israelischen Sicherheitskräfte bei Wafa.

Der deutsche Diplomat demonstrierte mit seiner von lautem Schweigen zum »palästinensischen« Terror begleiteten Sorge um die »Presefreiheit« eines Mediums, das regelmäßig Terror glorifiziert, einmal mehr, wo Berlin steht. Während Opfer des Anschlags vom Sonntag noch um ihr Leben kämpfen, gilt die Anteilnahme Deutschlands einem Medium der tief in Terrorismus verstrickten PA.