Die Hisbollah geht immer deutlicher auf Distanz zur Regierung in Beirut. Während Anfang August neue Gespräche zwischen Vertretern des Libanon und Israel stattfanden und weitere Verhandlungen bereits für Anfang September angekündigt wurden, verschärft die vom Regime in Teheran gesteuerte islamistische Terrororganisation ihre Propaganda gegen die Annäherung der beiden Länder weiter. Attacken und Drohungen gegen Beirut sind in der Hisbollah-Propaganda alltäglich.
Nachdem das Außenministerium in Jerusalem Ende der vergangenen Woche eine Karte der Region veröffentlicht und kurz darauf wieder zurückgezogen hatte, auf der Teile des Libanon irrtümlich als israelisches Gebiet gekennzeichnet waren, schäumte die »Partei Gottes«, die selbst weder die Souveränität des von ihr besetzten Landes noch das Existenzrecht Israels anerkennt, sie mache die Behörden in Beirut für die »Expansionspolitik« des »zionistischen Feindes« verantwortlich.
Die Karte, die, basierend auf Angaben der Vereinten Nationen, übrigens zeigte, daß es in Gaza deutlich weniger unterernährte Kinder gibt als fast im gesamten Rest der Region, entlarve die »wahren territorialen Absichten« Jerusalems, die die Führung in Beirut mit ihren »Zugeständnissen« in den unter amerikanischer Vermittlung stattfindenden direkten Verhandlungsrunden nur noch befördere. Diese Gespräche würden das Land nur neuerlichen »schwerwiegenden Risiken aussetzen«.
Die Verhandlungen mit Israel müßten daher sofort beendet werden. Auch wenn die Statthalter Teherans im Libanon in ihrer jüngsten Stellungnahme noch nicht ihre Drohung erneuerten, das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen, sollte ihrer Forderung nicht nachgekommen werden, zeigt sie doch deutlich, welche Gefahren für den Libanon von ihr ausgehen: Die Hisbollah will Frieden zwischen Beirut und Jerusalem um jeden Preis verhindern. Ihre Entwaffnung und Ächtung ist überfällig.