Schlagwort: Dalal Mughrabi

Vorgeführt

Im vergangenen September machte die NGO Palestinian Media Watch (PMW) erstmals darauf aufmerksam, daß eine mit finanzieller Unterstützung der belgischen Regierung vom Regime in Ramallah errichtete Schule für Mädchen in Beit Awwa im Süden der umstrittenen Gebiete nach Dalal Mughrabi benannt worden war, einer als »Märtyrerin« glorifizierten »palästinensischen« Terroristin.

Brüssel schwor nach der Enthüllung zahlreiche heilige Schwüre, daß es von der Umbenennung der Schule nichts wisse und es nicht dulden werde, daß an einer mit belgischem Geld gebauten Einrichtung Terrorismus gefeiert werde. Sein Land werde nicht dulden, »daß es mit Terroristen in Verbindung gebracht wird«, erklärte damals der Sprecher des belgischen Außenamts Didier Vanderhasselt.

Brüssel fror für den Bau zweier weiterer Schulen in »Palästina« geplante Mittel ein und bat Sabri Saidam, den auch in Berlin gern gesehenen »Bildungsminister« der PA, zu einem Gespräch, bei dem der »Palästinenser« seinen Gesprächspartnern etwas von »israelischer Hetze gegen das palästinensische Bildungswesen« erzählte und über den »Druck einer proisraelischen Lobby« klagte.

In einem Bericht über das Gespräch nannte Ramallahs Sprachrohr Wafa Dalal Mughrabi eine »Widerstandskämpferin«, die bei einer »Militäroperation« getötet worden sei, einer »Militäroperation« freilich, die in zivilisierteren Gegenden als Terrorismus gilt. 1978 brachten »Palästinenser« unter ihrer Führung zwei zivile Busse in ihre Gewalt und ermordeten mehr als drei Dutzend Menschen.

Kein Jahr ist seit dem Versprechen Brüssels vergangen, man werde die Verherrlichung von Terrorismus nie akzeptieren. Doch wie PMW jetzt mitteilt, heißt die Schule in Beit Awwa noch immer »Dalal Mughrabi Grundschule« – und noch immer kündet eine Plakette von der belgischen Unterstützung, die ihren Bau ermöglicht habe. Brüssel scheint sich nicht daran zu stören, so vorgeführt zu werden.

Opfermythos

Die »palästinensische« Fatah erinnert via Twitter an eine ihrer »Märtyrerinnen«: Vor 40 Jahren, am 11. März 1978, führte Dalal Mughrabi eine Gruppe von »Palästinensern« an, die in Israel gewaltsam zwei zivile Busse mit deren Passagieren in ihre Gewalt brachten. Mehr als drei Dutzend Menschen ermordeten die »Kämpfer« der Fatah, bevor sie schließlich unschädlich gemacht wurden.

Von der »Regierungspartei« in Ramallah, deren Kopf Abu Mazen dem noch amtierenden deutschen Außenministerdarsteller Sigmar Gabriel ein »Freund« ist, wird das Massaker, zu dessen Opfern 13 Kinder zählen, regelmäßig als »Erfolg« gefeiert, die getöteten Mörder, allen voran Dalal Mughrabi, werden als »Märtyrer« glorifiziert. Plätze und Straßen wurden nach ihr benannt, selbst Schulen.

Hat sich das Regime um »Palästinenserpräsident« Abu Mazen mit Unterzeichnung der Roadmap verpflichtet, Terrorismus abzuschwören und unmißverständlich zu ächten, erinnert es an das Blutbad im März 1978 immer wieder als »ruhmreiches Kapitel in der palästinensischen Geschichte«, nennt die eiskalte Ermordung etwa der damals gerade zwei Jahre alten Galit Ankwa »glorreich«.

Doch nicht nur auf Twitter feiert die Fatah Dalal Mughrabi und das von ihr und ihren Komplizen angerichtete Gemetzel, auch Al-Hayat Al-Jadida, die amtliche Tageszeitung des Regimes in Ramallah, gedenkt der »Märtyrerin« – und nimmt ihr Schicksal zum Anlaß, das »Verbrechen« Israels anzuprangern, oftmals Überreste getöteter Terroristen in anonymen Nummern-Gräbern zu bestatten.

Vielleicht mehr noch als ein »angehefteter« Tweet in einem »sozialen« Netzwerk offenbart diese Klage, für welche Werte das Regime in Ramallah steht. Selbst vierzig Jahre nach dem Blutbad ist da kein Wort des Mitgefühls für dessen tatsächliche Opfer zu lesen, dafür aber werden die Mörder für ihre Tat gepriesen und in dieser Rolle noch zu Opfern eines »Verbrechens« Israels verklärt.

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