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Du bist Deutschland

Jedem, der sie danach fragt, erzählen deutsche Politiker gern, “wir” würden an Israels Seite stehen, “wenn andere die Sicherheit und das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellen”.

Davon, was das für Repräsentanten Deutschlands und ihre ganz praktische Arbeit vor Ort bedeutet, kündet nun ein bebilderter Bericht vom Beginn der Arbeiten an zwei mit deutschen Geldern finanzierten Projekten der UNRWA im Libanon:

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“According to UNRWA’s website, Germany was represented at the launching ceremony by the Head of Economic Cooperation and Development at the Embassy of the Federal Republic of Germany in Lebanon Dr. Hanan Abdul Rida. The website further mentioned that ‘a number of high ranking Lebanese and Palestinian officials’ were present.”

Wer in der Lage ist, in und auf der abgebildeten Karte ein deutsches Bekenntnis zum Existenzrecht Israels zu erkennen, sollte die Gelegenheit nutzen und sich noch vor den nächsten Bundestagswahlen im Ministerium des Dirk Niebel bewerben.

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Michael Stürzenberger, PI-News, 17. Juli 2012:

“Dem Judentum kann man zubilligen, dass seine Schriften heutzutage meist nicht mehr wörtlich genommen werden, was auch zu der einzigen Demokratie im Nahen Osten, dem modernen Israel, geführt hat. Wenn sich aber jüdische Verbände und Organisationen beispielsweise so an die uralte Vorschrift der Beschneidung klammern, zeigen sie damit, dass sie sich in diesem Punkt nicht vom Islam unterscheiden. So etwas können wir nach meiner festen Überzeugung in unserem Land nicht zulassen.”

Michael Stürzenberger, PI-News, 7. Mai 2013:

“Israel ist das Licht im Dunkel der islamischen Unrechtsstaaten des Nahen Ostens, ein demokratisches Land, das sich auch nahtlos in Europa einfügen könnte.”

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Guido Westerwelle, der Deutschen amtierender Außenministerdarsteller, hat am Freitag sich dazu durchgerungen, etwas zu formulieren, das … ja, was soll es ausdrücken?

“Die Menschen im Warschauer Ghetto wussten um die geringen Erfolgsaussichten ihres Tuns. Gleichwohl haben sie mit Todesmut und großer Tapferkeit ihre Chance nutzen wollen, sich gegen ein barbarisches Unrechtsregime aufzulehnen und ein weithin sichtbares Zeichen des Widerstands zu setzen.

Wir gedenken in großer Demut des Leidens, der Opferbereitschaft und des Freiheitswillens der Menschen im Warschauer Ghetto.”

Nein, Guido Westerwelle hat es nicht nötig, die “Menschen im Warschauer Ghetto” Juden zu nennen oder “ein barabarisches Unrechtsregime” – von vielen? – deutsch.

Dann könnte man ja auf den Gedanken kommen, er meinte es ernst.

Du bist Deutschland

Man hat es nicht einfach als Online-Ableger eines “Sturmgeschützes”. Erst meldete SPIEGEL online, “Israel schießt nach Hamas-Angriff zurück”, dann “Israel und Hamas brechen Waffenruhe”, was wohl bereits andeuten sollte, Israel habe damit angefangen.

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Das ließ aber, natürlich, die Friedensaktivisten noch immer nicht unschuldig aussehen, die von Gaza aus ihr neuestes Friedensangebot per Raketenpost nach Israel schickten. Man überlegte also in Hamburg – und formulierte neu: “Israelische Luftwaffe beschießt Gaza-Streifen”.

Damit ist endlich wieder Gerechtigkeit hergestellt. Besser freilich wäre es gewesen, sich gleich ein Beispiel an Al Reuters zu nehmen. Dort nämlich hat es, so der aktuelle Stand, gar keinen “palästinensischen” Raketenangriff auf Israel gegeben.

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“Manfred Grund, secretary general of the Christian Democratic Union-Christian Social Union Joint Group at the German Federal Parliament, visited the Kumsusan Palace of the Sun to pay tribute to President Kim Il Sung and leader Kim Jong Il on Tuesday.

He paid respects to the statues of Kim Il Sung and Kim Jong Il, who devoted their lives to the prosperity of the country and happiness of the people and made immortal contributions to the cause of global independence.

He made a bow to the great Generalissimos Kim Il Sung and Kim Jong Il in the halls of immortality where they lie in state.

He looked round the rooms where the orders they received are on display, the mourning hall and the halls housing cars, an electric car, boat and train coaches which they used during their field guidance and foreign tour till the last moments of their lives.

He wrote in the visitor’s book.”

Du bist Deutschland

Vor wenigen Tagen berichtete der für mehrere Agenturen der Vereinten Nationen tätige Nicola Perugini für Al Jazeera voller Hingabe von der “22nd session of the UN Human Rights Council (UNHRC)”, die sich “at the end of January” mit der “Human rights situation in Palestine and other Arab territories” befaßt und dabei einen Bericht einer internationalen Expertenkommission begrüßt habe.

“The session was a new chapter in the protracted chain of condemnations issued by international bodies against Israel’s violations of human rights and international law.”

Nicola Perugini kommentierte freilich eine Zusammenkunft des UNHRC, die Ende Januar gar nicht stattfand, sondern – wie geplant – an diesem Montag begann, wie die NGO UN Watch mitteilt. Nun dränge sich die Frage auf, ob Nicola Perugini, der ja für die Vereinten Nationen in “Palästina” als Berater arbeitet, dabei ähnlich sorgfältig sei wie für Al Jazeera.

Daß man dort den Fehler nicht bemerkte und auch gar nicht daran denkt, ihn zu korrigieren, verrät über Al Jazeera einiges, aber mehr noch über den “Menschenrechtsrat” der Vereinten Nationen: Es ist einfach zu plausibel, daß er sich mit “Israel’s violations of human rights and international law” befaßt hat, ja man erwartet vom UNHRC eine obsessive Befassung mit Israel.

Dabei gehörte die einseitige Arbeit gegen Israel mit zu den Gründen für die Ablösung des Vorgängers des UNHRC, der “Menschenrechtskommission” der Vereinten Nationen. Im März 2006 ins Leben gerufen, sollte sich jedoch schnell zeigen, daß die Regierung unter George W. Bush mit ihrer Einschätzung, der “Menschenrechtsrat” heiße nur anders, völlig richtig lag.

“During the Council’s first two years, the Bush Administration expressed concern with the Council’s focus on Israel and lack of attention to other human rights situations. [..]

In March 2009, the Barack Obama Administration announced that it would run for a seat on the Council. [..]

At the same time, however, it called the Council’s trajectory ‘disturbing,’ particularly its ‘repeated and unbalanced’ criticisms of Israel.”

Im Juni 2007, gerade ein Jahr alt, beschloß der UNHRC, sich andauernd mit Israel befassen zu wollen, eine Entscheidung, die seither immer wieder bekräftigt wurde. “The structural bias against Israel – including a standing agenda item for Israel, whereas all other countries are treated under a common item – is wrong”, klagte 2011 US-Außenministerin Hillary Clinton.

“We see a strong bias against Israel that has not gone away”, erklärte vor einem Monat Eileen Chamberlain Donahoe, US-Repräsentantin im UNHRC. Weit entfernt von solchen Erkenntnissen ist die deutsche Politik. “The Human Rights Council”, lobte Guido Westerwelle im Dezember, “serves as the forum for the ongoing development of human rights standards”.

“Der Menschenrechtsrat ist ein Ort der Verantwortung, der auch ich mich verpflichtet sehe. Es ist mir Ehre und Freude, heute bei Ihnen zu sein”, schmeichelte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck am Montag beim Besuch in Genf. “Ich wünsche dem Menschenrechtsrat beständigen Erfolg”. Geht es eigentlich noch realitätsferner, noch peinlicher?

Du bist Deutschland

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Süddeutsche.de, das Portal zum antisemitischen Drecksblatt Spitzenprodukt deutschen kritischen Journalismus’, “berichtet” aus dem von Strom- und Digitalkameraarmut schwerstens gezeichneten Gaza:

“Die Versorgung mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Strom ist gefährdet, weil Israel die Grenze kontrolliert – als Schutz vor der Hamas, die seit fünf Jahren in Gaza herrscht und deren erklärtes Ziel es ist, Israel mit terroristischen Mitteln zu beseitigen.”

Wie, ganz schwierige Frage, heißt wohl der Staat, der südlich an Gaza grenzt und gerade von Muslimbrüdern übernommen wird, die vor 25 Jahren die Hamas gründeten?

Und wie, noch schwierigere Frage, “kontrolliert Israel die Grenze” zwischen diesem Staat und Gaza, wo sich doch nichtmal EUBAM-Beamte dorthin wagen?

almonitor

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) ist für die staatliche Deutsche Welle offenbar eine sehr zweifelhafte Quelle. Und so verdanken wir Loay Mudhoon, einem “Nahost-Experten” im Dienste Deutschlands, dem daher nie aufgefallen wäre, was MEMRI auffiel, diese schönen Erläuterungen, weshalb ein Antisemit willkommen ist im deutschen Kanzlerinnenamt:

Und auch sonst hat an einem Tag, an dem sie alle die Möglichkeit hätten, auf die eine oder andere Weise gefahrlos deutlich zu machen, daß sie wenigstens etwas aus der Karriere eines gewissen Adolf Hitler gelernt haben, kein deutscher “Experte” und kein Politiker etwas einzuwenden gegen Mohammed Morsi, den ägyptischen Präsidenten, oder Angela Merkel, eine Kanzlerin, die einen Antisemiten begrüßt:

In ihrer jüngsten wöchentlichen Videobotschaft hatte Angela Merkel erklärt, “mit Mut, Zivilcourage kann auch jeder Einzelne einen Beitrag dazu leisten, dass Rassismus und Antisemitismus keine Chance haben”. Sie ist damit offensichtlich überfordert – und läßt für den Antisemiten einen roten Teppich ausrollen und, als Zeichen ganz besonderer Wertschätzung, die Bundeswehr zur Begrüßung aufmarschieren.

Welch ein Vorbild.

Nachtrag: “The myth of the Holocaust is an industry that America invented”, hat ein hochrangiger Berater Mohammed Morsis in dieser Woche erklärt:

“‘US intelligence agencies in cooperation with their counterparts in allied nations during World War II created [the Holocaust] to destroy the image of their opponents in Germany, and to justify war and massive destruction against military and civilian facilities of the Axis powers, and especially to hit Hiroshima and Nagasaki with the atomic bomb,’ Fox News quoted Fathi Shihab-Eddim as saying.”

Du bist Deutschland

In der nächsten Woche bereist der ägyptische Präsident Mohammed Morsi Deutschland. Der hohe Gast ist ein Antisemit, der davon überzeugt ist, Juden seien “Nachkommen von Affen und Schweinen” – jedenfalls gelegentlich – und würden in den weltweiten Medien, die sie kontrollieren, böse Gerüchte über ihn verbreiten.

Was hält nun die deutsche Regierung von Mohammed Morsis Judenhaß?

“‘I will not comment on the remarks that have been attributed to Mr. Morsi,’ a spokesman for the German foreign ministry told a news conference ahead of a visit by President Morsi to Germany next week.”

“Antisemitismus und Rassismus”, hatte Guido Westerwelle, der deutsche Außenministerdarsteller, anläßlich der Präsentation der ersten Ausgabe der Zeitung Jewish Voice from Germany vor einem Jahr gefordert, “dürfen in all ihren Formen in Deutschland nie wieder Platz haben!”

Und wenn nicht sein kann, was nicht sein darf, wird der Antisemitismus Mohammed Morsis eben einfach nicht wahrgenommen und nicht kommentiert. Der ägyptische Präsident reist ja schließlich wieder ab und nimmt seinen Antisemitismus dabei mit zurück nach Kairo. Kein Grund also, sich unnötig aufzuregen.

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