Schlagwort: Aktivismus

Menscheitsfeinde

In der deutschen Hauptstadt Berlin haben am vergangenen Wochenende Mitglieder und Anhänger einer Gruppierung, die sich »Peacefully against Genocide« nennt, gegen die Eröffnung einer Fabrik »protestiert«, in der »Munition für das Töten von Menschen hergestellt« und, noch viel schlimmer, »Waffen, die Deutschland an Terrorstaaten wie Israel liefert«, geschmiedet werden könnten. Unter den Friedenstauben: Greta Thunberg.

Wo die zum Antisemitismus konvertierte einstige »Klimaaktivistin« inzwischen auftaucht, ist Verlogenheit nicht weit: Wer mit einem aufs T-Shirt gepinselten Aufruf zu antisemitischer Gewalt gegen »Waffen aus Deutschland« auftritt, die »das Töten von Zivilist*innen ermöglichen«, demonstriert damit freilich keine Liebe zu Friedfertigkeit, sondern günstigenfalls Blödheit oder, wahrscheinlicher, eine grundsolide Menschenverachtung.

Wer in Zeiten, in denen selbst Vertreter der ganz gewiß nicht überbordendem Zionismus verfallenen Vereinten Nationen vorsichtige Kritik an der Hamas üben zu müssen meinen, gegen die Unterstützung und Ausrüstung ausgerechnet jener Armee mit Waffen auch aus deutscher Produktion »protestiert«, die die »Palästinenser« in Gaza von der Hamas befreien könnte, hat recht offenkundig jeden Kontakt zur Realität verloren.

Bei den Vorbereitungen ihrer »Al-Aksa-Flut« hoffte die Hamas auf eine nukleare Antwort des jüdischen Staates, der vermutlich nicht wenige »Palästinenser« zum Opfer gefallen wären, aber auch viele Juden. Daß dieses zynische Kalkül der »palästinensischen Widerstandsbewegung« nicht aufging, ist allein der Zivilisiertheit Israels zu verdanken. Wer seiner Armee die Waffen verweigern will, ist ein Komplize barbarischer Kinderschlächter und Vergewaltiger.

Agitator

Im Kölner Deutschlandfunk (DLF) hat Jan-Christoph Kitzler ausgerechnet in einem Stück, das Israel Versuche vorwirft, weltweit die öffentliche Meinung zu beeinflussen und zu manipulieren, demonstriert, daß er und der Sender, der ihn in Tel Aviv stationierte, es selbst so genau nicht nehmen mit journalistischen Standards. Statt »Hintergründe« zu liefern, objektive, vierlleicht auch widersprüchliche Informationen, biegt Jan-Christoph Kitzler sich eine eigene »Wahrheit« zurecht.

Exemplarisch und besonders deutlich wird das mit Blick auf den inzwischen zum »linken« Dogma erhobenen Vorwurf, Israel begehe in Gaza einen »Völkermord«. Jan-Christoph Kitzler erinnert daran, daß dieser Vorwurf »schon früh« erhoben wurde. Doch »erst im September 2025«, was wohl heißen soll: nach eingehender Überlegung, hätten »führende internationale Genozid-Forscher« erklärt, »Israels Regierung habe« in Gaza »auch einen Völkermord begangen«.

In der Tat hatte im September 2025 die International Association of Genocide Scholars (IAGS) ein Pamphlet vorgelegt, das Israel einen »Völkermord« in Gaza vorwarf. Die IAGS hatte damals etwa 500 Mitglieder, darunter gewiß unbestrittene Autoritäten wie Adolf Hitler oder Sheev Palpatine. Von diesen 500 »führende[n] internationale[n] Genozid-Forscher[n]« hatten in einer Abstimmung 108 Mitglieder (bei einer »Wahlbeteiligung« von 129) dem Papier zugestimmt.

Dieser »weltweit größte[n] Vereinigung von Genozid-Forschern« widersprachen bald über 500 Wissenschaftler, die sich die (mindestens) 30 Dollar, die die IAGS für den Titel »führender internationaler Genozid-Forscher« verlangte, gespart und ihre Meriten durch tatsächliche Kompetenz erworben hatten. Ein seriöser Journalist hätte darüber informieren können, Jan-Christoph Kitzler indes bläst noch einmal einen Verein halbseidener Discount-»Experten« zur unumstrittenen Instanz auf.

Doch wer mit der Behauptung antritt, »die israelische Regierung bringt mit Hilfe von Kampagnen zum Teil falsche, zum Teil irreführende Informationen in Umlauf«, und sich zum Beweis dieser These u.a. auf ein Positionspapier einer Organisation stützt, die selbst damit wirbt, zu ihren »international führenden« Mitgliedern zählten »Studierende [..], Künstler [..] sowie Literatur- und Filmwissenschaftler«, sollte sich freilich nicht wundern, Demagoge genannt zu werden.

Hamas-Hiwis

Die israelischen Streitkräfte sind erneut damit beschäftigt, Boote der Global Sumud Flotilla (GSF) abzufangen. Die von »Aktivisten« aus dem unmittelbaren Umfeld der islamistischen Terrororganisation Hamas organisierte Flotte umfaßt rund 50 Boote, die in der vergangenen Woche von der Türkei aus in Richtung Gaza aufgebrochen waren. Bereits April hatte die israelische Marine 20 Boote der GSF aufgebracht, die von Italien aus Gaza erreichen wollten.

Hatte schon das Scheitern des ersten Teils der diesjährigen Global Sumud Flotilla keine erwähnenswerten negativen Folgen für die Versorgungslage der Bevölkerung in den von der Hamas beherrschten Teilen Gazas, wird wohl auch kein »Palästinenser« verhungern müssen, wenn und weil nun ihre Fortsetzung ebenfalls ihr Ziel verfehlt: Die »Aktivisten«, die sich als »humanitäre Helfer« inszenieren, sind bloß billige Komplizen des Kriegs der Hamas gegen Israel.

Humanitäre Hilfe für die Menschen in Gaza, die diese Bezeichnung womöglich verdient, wird nach den Regeln der Resolution 2803 des UN-Sicherheitsrats, vom Board of Peace und durch das Civil-Military Coordination Center (CMCC) koordiniert. Diesen Weg wollen die »Aktivisten« nicht gehen, sie suchen allein die bildträchtige Konfrontation mit den israelischen Streitkräften, wovon nicht zuletzt ihre vorab fabrizierten verleumderischen »SOS-Videos« künden.

Längst hätte der Aufbau Gazas beginnen sollen und können. Millionen und Milliarden sind dafür jedenfalls zugesagt. Die werden aber erst freigegeben, trennt die Hamas sich von ihren Waffen. Doch hat sie Gaza mit ihrer »Al-Aksa-Flut« in Trümmer gelegt, verweigert die islamistische Terrororganisation jetzt aus machttaktischen Gründen die weitere Umsetzung des von den Vereinten Nationen angenommenen Friedensplans des amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump.

Die Global Sumud Flotilla ist ein weiterer Versuch, davon abzulenken, daß die Hamas die »Palästinenser« in Gaza weiter in Not und Abhängigkeit halten will. Nur so nämlich können die Islamisten ihr verbrecherisches Regime aufrechterhalten. Die Global Sumud Flotilla und ihre »Aktivisten« sind Teil ihres Vernichtungskriegs gegen den jüdischen Staat. Der sollte diese Hamas-Freiwilligen als Kombattanten behandeln, statt ihnen nur die Abschiebung »anzudrohen«.

Selbstdarsteller

Die israelischen Seestreitkräfte haben mehrere Boote aufgebracht, mit denen »Menschenrechtsaktivisten« zuvor versucht hatten, unkontrolliert Gaza zu erreichen. Die vor wenigen Tagen von Sizilien aus aufgebrochenen Boote werden nun in einen israelischen Hafen umgeleitet. Ihre Besatzungen und Passagiere, die natürlich nicht an Bord gingen, ohne vorher peinliche »Hilferuf«-Videos aufzunehmen, dürften bald abgeschoben werden.

Im vergangenen Jahr konnte eine ähnliche Flotte Schlagzeilen machen, an der sich die mittlerweile zum Antisemitismus konvertierte ehemalige »Klimaaktivistin« Greta Thunberg beteiligt hatte. Wie die Teilnehmer der letztjährigen »Global Sumud Flotilla« eint die Beteiligten der »Frühlingsflotte« wieder neben ihrem Haß auf Juden und den jüdischen Staat eine tiefe Verachtung für die Bewohner Gazas, als deren Helfer sie sich aufspielen.

Denn natürlich hat es mit humanitärer Hilfe nichts zu tun, kommen »Hunderte Passagiere aus über 50 Ländern«, wie es in einer Selbstdarstellung der »Aktivisten« heißt, auf »60 Booten« zusammen, um mit ihnen absehbar vergeblich zu versuchen, den von der Hamas beherrschten Teil Gazas zu erreichen. Was immer sie von ihren angeblichen »Hilfsgütern« nach der nun verhinderten Ankunft noch hätten verteilen können, wäre den Aufwand nicht wert.

Wer den »Palästinensern« in Gaza tatsächlich helfen will, kann sich dazu einiger bewährter Kanäle bedienen, statt unter viel Geschrei eine Konfrontation mit der israelischen Marine zu provozieren, die, wie selbst die Vereinten Nationen bestätigen, über ein Mandat verfügt, die Seewege in das Gebiet zu kontrollieren, von dem aus am 7. Oktober 2023 die Hamas als Teil der »Achse des Widerstands« ihren Vernichtungskrieg gegen den jüdischen Staat begann.

Es ist daher beinahe bedauerlich, daß die israelischen Streitkräfte sich die Mühe machen, ihren legitimen Auftrag zu erfüllen. Ließen sie zu, daß »Hunderte Aktivisten aus über 50 Ländern« in Gaza anlanden, um während ihres Aufenthalts dort mit angeblich gerade dem Hungertod entkommenen »Palästinensern« um ebenso angeblich knappe Nahrung zu konkurrieren, würde das den Menschenhaß dieser erbärmlichen Selbstdarsteller wohl nachhaltig entlarven.

Diese Blamage bleibt ihnen nun leider erspart. Statt sich für ihre selbstherrliche Arroganz rechtfertigen zu müssen, dürfen diese Komplizen der Babyschlächter und Vergewaltige der Hamas sich nun wieder als Opfer aufspielen und ihr angebliches Leid klagen. Von der medialen Aufmerksamkeit, die 2025 Greta Thunberg mit ihrer »Gefangenschaft« zuteil wurde, können »palästinensische« Opfer des Vernichtungswahns der Hamas bestenfalls träumen.

Hamas-Marionetten

Mehrere »Nichtregierungsorganisationen«, die sich als »humanitär« beschreiben, werfen Israel in einem dreiseitigen Schreiben einen »direkten Angriff« auf das Gesundheitssystem in Gaza vor und fordern eine »entschlossene internationale Reaktion« darauf. Neben »NGO« wie Human Rights Watch, Oxfam und B’Tselem trägt das Pamphlet die Unterschriften einiger »Künstler und Ärzte«, darunter Susan Sarandon, Mark Ruffalo und die »feministische Aktivistin« V.

Erstunterzeichnet hat das Schreiben Wesam Hamada, die Mutter von Hind Rajab, eines »palästinensischen« Mädchens, das im Januar 2024 im Zusammenhang mit einem israelischen Einsatz gegen Hamas-Terroristen umkam. Eine nach Hind Rajab benannte Stiftung versucht von Belgien aus, juristisch gegen israelische Soldaten vorzugehen, die sie pauschal als »Kriegsverbrechen« denunziert. Die Führung der HRF sympathisiert offen mit islamistischen Terrororganisationen.

Unter den vielen Offenen Briefen, in denen gegen den jüdischen Staat gehetzt wird, ist dieser ein besonders unappetitliches Exemplar. Mit ihm wird schamlos das Schicksal eines unter tragischen Umständen, die allein die Hamas zu verschulden hat, getöteten Kindes für antisemitische Propaganda ausgebeutet. Der ganze Zynismus des Schreibens zeigt sich darin, daß der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 nicht einmal andeutungsweise Erwähnung findet.

Wer solch ein Machwerk unterschreibt, hat dafür keine auch nur am Rande humanitären Motive. Wer das Pogrom der Hamas und ihrer Komplizen vom 7. Oktober 2023, bei dem größten Massaker an Juden seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs schlachteten die »palästinensischen« Angreifer mehr als 1.200 Menschen brutal ab und verschleppten über 200 nach Gaza, einfach verschweigt und damit leugnet, desavouiert sich, ob nun als Privatperson oder »NGO«, für alle Zeit selbst.

Verlogene Empörung

Mehrere europäische Staaten haben in einer am Montag veröffentlichten Gemeinsamen Erklärung Jerusalem erneut vorgeworfen, von ihnen als »humanitär« bezeichneten »Nichtregierungsorganisationen« die Tätigkeit in Gaza verwehren zu wollen. Zugleich verlangen Irland, Island, Luxemburg, Malta, Norwegen, Slovenien und Spanien in der Stellungnahme Israel auf, wieder mit der berüchtigten UNRWA zu kooperieren.

Mit dem Jahreswechsel vor wenigen Tagen endete in der Tat eine Frist für »NGO«, die weiterhin in Gaza tätig sein wollen, den israelischen Behörden Listen ihrer ausländischen und »palästinensischen« Mitarbeiter vorzulegen. Was für mindestens 24 Organisationen, darunter die Deutsche Welthungerhilfe, eine lösbare Aufgabe war, haben andere »NGO« seit März 2025 teils aktiv verweigert, etwa die Médecins sans frontières (MSF).

Seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres waren die Regelungen für die Registrierung von »NGO« in Gaza (und den umstrittenen Gebieten) bekannt. Einige jener »NGO«, die nach Ablauf der Meldefrist weiter nicht bereit sind, Transparenz über ihre Aktivitäten herzustellen, und daher die Arbeit in Gaza einstellen müssen, versuchen sich mit Rückendeckung der Vereinten Nationen hinter »rechtlichen Problemen« zu verstecken.

Auch dieser Verweis auf »sensitive Informationen«, die sie angeblich nicht weitergeben dürften, ist freilich wenig tragfähig. Sollen die »NGO«, die Jerusalem bereits zugelassen hat, gegen Gesetze verstoßen haben? Von den Médecins sans frontières (MSF) jedenfalls ist bekannt, daß sie die Zusammenarbeit mit den zuständigen israelischen Behörden verweigern. Deutlich offener war die »NGO« dagegen gegenüber Terroristen.

Im Juni 2024 schalteten die israelischen Streitkräfte Fadi Al-Wadiya aus, ein hochrangiges Mitglied des mit der Hamas verbündeten Islamic Jihad, dessen Tod die MSF als »Mord« an einem »Kollegen« verurteilten. Bereits im November 2023 hatte die »NGO« mindestens zwei »Kollegen« verloren, die auch in Terrororganisationen aktiv waren; im Oktober 2024 beklagte sie die »Ermordung« des Hamas-Mitglieds Nasser Hamdi Abdelatif Al Shalfouh.

Es spricht vor diesem Hintergrund Bände, daß und wie Irland, Island, Luxemburg, Malta, Norwegen, Slovenien und Spanien Israel öffentlich ins Unrecht setzen. Statt ihrer antiisraelischen Voreingenommenheit einmal mehr freien Lauf zu lassen, hätten sie auch Terrororganisationen auffordern können, »NGO« nicht zu unterwandern, oder diesen Organisationen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und die Kooperation mit Israel empfehlen können.

Freilich, insbesondere von Staaten, die sich nicht entblöden, den Ausschluß jüdischer Künstler vom Eurovision Song Contest (ESC) zu verlangen und ihn, da das nicht geschah, nun boykottieren wollen, aber bereit sind, diplomatische Beziehungen zu einem Staat »Palästina« zu unterhalten, den es nicht gibt, sind solche Abwägungen wohl nicht mehr zu erwarten. Fest im Griff des Wahns erklären sie sich zu Alliierten des antisemitischen Terrors.

Die Krokodilstränen der Scheinheiligen

Verschiedene Organisationen, die von sich behaupten, »humanitär« unterwegs zu sein, beklagen, Israel zwinge sie dazu, demnächst ihre Tätigkeit in Gaza einzustellen. In dystopischen Stellungnahmen lassen sie zahllose Menschen sterben oder »unnötig leiden«, weil, wie etwa die »NGO« Refugees International zu wissen vorgibt, Jerusalem »Hilfe für Gaza weiter einschränken und unabhängige Hilfsorganisationen zum Schweigen bringen« wolle.

In ihren verleumderischen und vor Selbstgefälligkeit triefenden Pamphleten »vergessen« die selbsterklärten »humanitären Helfer« allerdings geflissentlich, auch nur anzudeuten, daß sie einen gewiß nicht ganz unwesentlichen Anteil an der Situation haben, die sie jetzt so bitterlich beweinen: Sie haben es nämlich schlicht für unter ihrer Würde befunden, sich im Einklang mit spätestens seit Frühjahr 2025 geltenden Bestimmungen neu zu registrieren.

Jerusalem hatte bereits im vergangenen Dezember angekündigt, daß zukünftig das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten und die Bekämpfung von Antisemitismus für die Zulassung von »NGO«-Aktivitäten in Gaza zuständig sein werde. Im März 2025 veröffentlichte dann das von Amichai Chikli geführte Ministerium neue Regelungen, die auch Erfahrungen aus dem Krieg gegen die Hamas und zur Befreiung ihrer jüdischen Geiseln berücksichtigen.

Danach sollen die »NGO« überprüfbar Sorge dafür tragen, daß weder sie noch ihre Beschäftigten in israelfeindliche Aktivitäten verwickelt sind, sowie Israel Mitarbeiterlisten zur Verfügung stellen – Anforderungen, deren Einhaltung nicht zuletzt auch im Interesse von Unterstützern dieser »NGO« sein sollte. Für Organisationen jedenfalls, die tatsächlich dem Humanismus verpflichtet sind und nicht extremistischen Ideologien, sollten sie kein Problem darstellen.

Und in der Tat scheint eine ganze Reihe von Organisationen diesen Anforderungen gerecht werden zu wollen und zu können: Wurde anfänglich behauptet, der »israelische Krieg gegen die NGO« treffe mindestens 200 von ihnen, ist deren Zahl zwischenzeitlich je nach Quelle auf 37 oder rund zwei Dutzend geschrumpft. Und für die trifft wohl zu, was COGAT über die Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärt: Danach hat die »NGO« aktiv die Kooperation mit Israel verweigert.

Bezeichnende Freude

Am Freitag verkündete der britische Premierminister Keir Starmer, er sei »sehr erfreut«, daß »Alaa Abd El-Fattah wieder in Großbritannien und bei seinen Angehörigen ist«. Die Freilassung des »Aktivisten« aus der ägyptischen Haft, ergänzte der Labour-Vorsitzende, hätte für ihn und seine Regierung seit Amtsantritt im Juli 2024 höchste Priorität genossen. Mit seiner Begeisterung für Alaa Abd El-Fattah sorgt Keir Starmers für einige Irritationen.

Der einigermaßen prominente Autor und Regierungskritiker Alaa Abd El-Fattah gilt als eine Führungsfigur des – inzwischen freilich gescheiterten – »Arabischen Frühlings« in Ägypten. Der wohl deshalb mancherorts noch als »Demokratieaktivist« Gefeierte war 2013 bei Protesten festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt worden, sechs Jahre später wurde er erneut festgesetzt und wegen des »Verbreitens von Desinformationen« zu weiterer Haft verurteilt.

Mehrmals wollte Alaa Abd El-Fattah seine Freilassung mit Hungerstreiks erzwingen, am Ende dürfte es freilich der internationale Druck auf die Führung in Kairo gewesen sein, die zur Begnadigung des »Aktivisten« führten. Nicht nur Keir Starmer setzte sich für ihn ein, neben dem damaligen Kanzler Olaf Scholz verlangten aus Anlaß der in Ägypten stattfindenden Weltklimakonferenz COP27 im November 2022 auch die Vereinten Nationen seine Freilassung.

Doch der angebliche »Demokratieaktivist« ist nicht bloß das Opfer eines von ihm kritisierten Unrechtsregimes, sondern auch ein wüster Antisemit und Hetzer. Mit Aufrufen zum Mord an »Zionisten« und »weißen Männern« nämlich offenbarte Alaa Abd El-Fattah Vorstellungen von Demokratie, die da gewöhnungsbedürftig wirken, wo sie nicht erkämpft, sondern verteidigt werden sollte. Und dazu gehörte es, nicht »hocherfreut« zu sein über seine Anwesenheit.

Globaler Wahn

Eine ganze Reihe von Menschen, die es als überschätzte Künstler oder Intellektuelle zu einiger Prominenz gebracht haben, darunter etwa Musiker wie Sting und Peter Gabriel, »Denker« wie Peter Beinart, die Autorin Annie Ernaux oder die unvermeidliche Judith Butler, fordern in einem gemeinsamen Aufruf die sofortige Freilassung Marwan Barghoutis. Der »palästinensische« Terrorist verbüßt in Israel eine mehrfach lebenslängliche Haftstrafe.

Wegen seiner Verwicklung in zahlreiche Mordanschläge auf Juden während der Zweiten Intifada in einem ordentlichen Verfahren verurteilt, hat Marwan Barghouti, um dessen Freilassung sich – freilich erfolglos – auch die Hamas bemühte, offenbar nicht »nur« unter »Palästinensern« eine große Anhängerschaft, sondern erfreut sich auch unter Gestalten, die es zumindest besser wissen könnten, einer wachsenden Popularität. Judenhaß ist längst wieder en vogue.

Ist Israel weltweit als Rechtsstaat geachtet, begründen die »Global Voices«, die Marwan Barghouti in Freiheit sehen wollen, ihre Forderung ernsthaft damit, daß er »in einem Verfahren vor einem Gericht, das er nicht anerkannte, für schuldig befunden worden war [sic!]«, und offenbaren damit eine günstigenfalls eigenwillige Auffassung von Gerechtigkeit. Wären Urteile nur dann legitim, erkennt ein Angeklagter das verantwortliche Gericht an, gäbe es wohl gar keine Strafen mehr.

Mit ihrer Solidaritätserklärung für einen »Palästinenser«, an dessen Händen Blut klebt, stellen die Unterzeichner sich selbst ein intellektuelles Armutszeugnis aus. In ihrem Wahn merken sie gar nicht, wie dürftig ihr Argument ist, daß sie mit ihrem Plädoyer tatsächlich angreifen, was Demokratie ausmacht. Freilich, der »palästinensische« Terror zielt auch auf Rechtsstaatlichkeit. Als Jünger »Marwans«, wie sie ihn nennen, geben sie sich als deren Feinde zu erkennen.