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Integrativer Antisemitismus

Als Irina Bokova 2017 die Stadt Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) zur »Weltbuchhauptstadt 2019« erkor, wollte die Chefin der UNESCO damit ganz ausdrücklich deren »Bemühungen« anerkennen, »möglichst vielen Menschen, insbesondere der marginalisierten Bevölkerung, das Lesen als Motor für soziale Eingliederung, Kreativität und Dialog zugänglich zu machen«.

Zwei Jahre später propagiert eine von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur geförderte Buchmesse in Sharjah offen Antisemitismus, wie das Simon Wiesenthal Center (SWC) beklagt: Vielen Ausstellungsständen präsentierten Adolf Hitlers »Mein Kampf«, die »Protokolle der Weisen von Zion« und zahllose weitere antisemitische Verschwörungstheorien.

»In einer Zeit, in der es angesichts gemeinsamer Feinde zu einer Annäherung zwischen zahlreichen arabischen Staaten und Israel kommt, muß die Ausstellung auf junge arabische Leser wirken, als teile die UNESCO gerade auch von Hamas und Hisbollah verbreitete Vorurteile über Juden«, kritisiert Shimon Samuels, der SWC-Direktor für internationale Beziehungen, das Engagement der UNESCO.

In einem Schreiben an Audrey Azoulay, die heute der UNESCO als Generaldirektorin vorsteht, bezeichnet er Sharjah deshalb als »Welthauptstadt antisemitischer Hetze«, die derzeitige Buchmesse in Sharjah sei die »bösartigste« unter vielen anderen, und ausgerechnet sie werde von der UN-Organisation gefördert. Deutschland ist derzeit übrigens ihr nach Japan und China drittgrößter Beitragszahler.