Schlagwort: UNRWA

Verfolgte Unschuld

Die Tageszeitung Die Welt veröffentlichte jüngst einen von Matthias Burchard verfaßten Meinungsbeitrag, in dem der als »Leiter des UNRWA-Vertretungsbüros Europa« fungierende Autor Vorwürfe, das »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten« fördere an seinen Schulen Haß auf Israel und Juden, als »durchsichtige[n] politische[n] Schachzug« zurückweist.

Statt nun allerdings darüber aufzuklären, wen und welche Motive er hinter diesen »Verschwörungstheorien mit irreführenden und längst widerlegten Unterstellungen« vermutet, erklärt Matthias Burchard, die Lehrpläne der UNRWA seien nicht nur »akademisch solide«, ihnen sei vielmehr zu verdanken, daß »die Bildungsergebnisse an UNRWA-Schulen [..] zu den besten in der Region« gehörten.

»Die UNRWA erteilt nachweislich qualitativ hochwertigen Unterricht für Hunderttausende von Kindern und überprüft Lerninhalte kontinuierlich, um sicherzustellen, dass diese den Qualitätsstandards der UN entsprechen. Wo dies nicht der Fall ist, geht die UNRWA systematisch gegen Verstöße vor.«

Als vor einigen Jahren in Schulen der UNRWA in Gaza gelagerte Raketen »entdeckt« wurden, hatte Matthias Burchard eine Erklärung von ähnlicher Überzeugungskraft parat:

»Wir haben ungefähr 280 Einrichtungen und Gebäude im Gesamt-Gaza-Streifen, und nicht alle sind immer voll besetzt. Wir haben Wachen da, aber unbewaffnete Wachen, die die verschlossenen Gebäude bewachen, wenn sie nicht genutzt werden [..], wie während der Schulferienzeit.

Und in diesen Zeiten, wo auch starke Kämpfe waren, daß die Hamas in diese Schulen eingebrochen ist, anscheinend, oder andere Gruppen, um dort Waffen zu lagern. Wir kontrollieren all unsere Gebäude, und wenn wieder eine Waffenruhe eingekehrt ist, haben wir das auch sofort gefunden und entsprechend entsorgt [..]. Mehr können wir nicht machen, wir haben nicht die Möglichkeiten, hier mit Waffengewalt unsere Schulen zu schützen.«

Oder »unsere« grundsoliden Lehrpläne. Vor der Hamas oder »anderen Gruppen«, denen es doch immer wieder gelingt, ihre rufschädigenden Botschaften in ihnen unterzubringen, jenen, die sie zuverlässiger entdecken und dokumentieren als »unser« stets bemühtes Monitoring, und schließlich denen, die daraus ihre »Verschwörungstheorien« stricken. Die UNRWA, scheint’s, braucht wirklich jede Hilfe.

Diener Deutschlands

Glaubt man ihren parlamentarischen Auftraggebern, die es nicht besser wissen oder, was schlimmer wäre, nicht wissen wollen, sind deutsche Diplomaten im Auslandseinsatz unentwegt damit beschäftigt, sich auch und gerade für Israel »in die Bresche« zu werfen und so dafür zu sorgen, daß internationale Gremien nicht »instrumentalisiert werden von einer völlig konfusen palästinensischen Politik«.

Mindestens zwei dieser tapferen deutschen Streiter waren bzw. sind involviert in die Entstehung und die Veröffentlichung eines Mitte Mai im Namen der Europäischen Union veröffentlichten Videos: Sven Kühn von Burgsdorff, Leiter der Vertretung eben jener EU in Ramallah, und Christian Clages, der »Botschafter« Berlins beim dort herrschenden PLO-Regime um »Präsident« Abu Mazen.

Als Darsteller und für die Veröffentlichung Verantwortlicher gibt sich Sven Kühn von Burgsdorff in dem Clip besorgt um ein von ihm nicht näher bezeichnetes »Völkerrecht«, während Christian Clages sich als Bewohner Sheikh Jarrahs zu erkennen gibt, dem die Vorstellung, Juden als Nachbarn zu haben, ungefähr so sehr behagt, wie Alexander Gauland die Idee, neben einem Jerome Boateng zu wohnen.

In Sheikh Jarrah wird um die Rückgabe 1948 nach dem Einmarsch jordanischer Truppen in Jerusalem geraubten jüdischen Besitzes gestritten. In den umstrittenen Häusern leben derzeit »Palästinenser«; die jüdischen Besitzer fordern ihr Eigentum zurück und wollen es selbst nutzen, ein Gedanke, der Christian Clages sogar ein muttersprachliches Zitat anbringen läßt: »Was Recht ist, muß Recht bleiben«.

Mit dem Spruch, mit dem man freilich auch die Arisierungen jüdischen Besitzes seit 1933 im Deutschen Reich verteidigen könnte, distanziert der deutsche Vertreter in Ramallah sich denn auch nicht etwa von den Untaten der jordanischen Besatzer Jerusalems, sondern stellt sich hinter die Nutznießer ihrer Verbrechen. Er nennt Unrecht »Recht«, delegitimiert und attackiert so Israel als Rechtsstaat.

Ein weiterer deutscher Diplomat, der sich gewiß nicht weniger tapfer für Israel »in die Bresche« wirft, ist Matthias Schmale als Chef der UNRWA in Gaza. Derzeit kann er dort zwar nicht arbeiten, weil er die Hamas verärgert hat. Doch seine Flucht vor den Islamisten beweist ja nur, wie weit auch seine Kooperation mit ihnen vorher ging: Die UNRWA war (und ist) mit seiner Billigung deren Vasallin.

Sven Kühn von Burgsdorff, Christian Clages und Matthias Schmale – drei deutsche Diplomaten, die in ihren Ämtern und mit ihren Organisationen ganz gewiß nicht unwesentlichen Einfluß auf den Konflikt zwischen »palästinensischen« Terrororganisationen und Israel hatten und haben. Ihr anhaltendes Wirken ist ein erschreckendes Dementi dessen, was im Deutschen Bundestag darüber behauptet wird.

»Palästina«-Flüchtling

Matthias Schmale, der die UNRWA in Gaza leitet, das berüchtigte »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten«, hat das von der Hamas beherrschte Gebiet verlassen müssen. Die Islamisten hatten den deutschen Diplomaten nach Äußerungen über die Präzision der israelischen Armee zur »unerwünschten Person« erklärt und ein Betätigungsverbot gegen ihn verhängt.

Auch Matthias Schmales Stellvertreter, David de Bold, hat Gaza fluchtartig verlassen müssen, nachdem die Hamas »Proteste« vor der UNRWA-Zentrale angekündigt hatte. Während Matthias Schmale von dem »Hilfswerk« zu »Konsultationen« nach Jerusalem abberufen wurde, soll sein Vertreter nun von dort weiter seiner Arbeit nachgehen. In Gaza vertritt nun die Norwegerin Leni Stenseth die UNRWA.

Nachdem Matthias Schmale als, wie er betonte, »Laie« gegenüber israelischen Medien den IDF Schlagkraft und Treffgenauigkeit in ihrem Kampf gegen Terroristen der Hamas und deren Infrastruktur bescheinigt hatte, halfen dem UN-Funktionär weder Dementi noch »israelkritische« Äußerungen in deutschen Medien noch ein peinlich-skandalöser Auftritt in Sheikh Jarrah, die Islamisten milde zu stimmen.

Und die nach Ansicht ihrer größten Förderer in Berlin »unentbehrliche« UNRWA hatte in der Folge nicht das Rückgrat, sich mit ihrer daraus erwachsenden Macht dem anmaßenden »Ärger« der Terrororganisation zu widersetzen: Was ein UN-Funktionär meinen und sagen darf und was nicht, wird ganz offenbar von den mit Teheran verbündeten Islamisten bestimmt oder gegebenenfalls sanktioniert.

Der feige Rückzug des deutschen Diplomaten belegt ebenso wie die Bereitwilligkeit seines »Hilfswerks«, sich dem Druck der Hamas zu beugen, daß es um die »Neutralität« der UNRWA schlecht bestellt ist. Das »Hilfswerk« will nicht gegen die Islamisten agieren, sondern gefällt sich als deren Erfüllungsgehilfe. Die Flucht Matthias Schmales nach Jerusalem zeigt, daß diese Organisation überflüssig ist.

Terrorismusdividende

Das Auswärtige Amt zu Berlin hat am Freitag mitgeteilt, Deutschland werde »weitere 15 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in den Palästinensischen Gebieten zur Verfügung stellen«. Das Geld soll zu einem großen Teil an die UNRWA fließen und durch sie »für die Versorgung der Menschen in Gaza genutzt« werden, »die wir damit in diesem Jahr bereits mit über 50 Millionen Euro unterstützen«.

Nur wenige Tage nach einer von der in Gaza herrschenden Hamas angezettelten militärischen Auseinandersetzung mit Israel, in deren Verlauf die Islamisten innerhalb von 10 Tagen über 4.000 Raketen auf den jüdischen Staat abfeuerten und die israelischen Streitkräfte umfangreiche terroristische Infrastruktur zerstörten, sorgt auch deutsches Geld mit dafür, daß die Verhältnisse in Gaza »stabil« bleiben.

Die Hamas, an der vorbei »humanitäre« oder sonstige Hilfe in Gaza unmöglich ist, erfährt mit den angekündigten Transfers einmal mehr Anerkennung und Aufwertung, zumal durch und dank Einbeziehung des berüchtigten »Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge«, einer Institution, deren Wirken großen Anteil daran hat, daß Hamas & Co. der Nachschub an Anhängern nicht ausgeht.

Das Geld, das allein das deutsche Auswärtige Amt in den von ihm so genannten »Palästinensischen Gebieten« bereits versenkt hat und das, das es dort noch zu versenken vorhat, verdient nicht die irreführende Bezeichnung »humanitäre Hilfe«. Es ist Geld, von dem die Hamas direkt wie indirekt profitiert, indem es ihr erspart, ihren Herrschaftsanspruch durch die Bereitstellung ziviler Dienste zu legitimieren.

Jeder ausländische Cent bestätigt zudem (nicht nur ihr) Narrativ, Israel unterdrücke die »Palästinenser«, bestrafe mit einer »Blockade« das »belagerte« Gaza, das eben deshalb von internationaler Unterstützung abhängig sei. Dabei haben die Islamisten doch gerade demonstriert, wozu sie fähig sind, wozu sie die Mittel haben. Sie sollten gezwungen werden, sie einer sinnvollen Verwendung zuzuführen.

Entlarvende Anklage

Das Europäische Parlament hat sich in dieser Woche »besorgt über die Hetze und die Gewalt, die in palästinensischen Schulbüchern gelehrt und von dem UNRWA [..] in Schulen verwendet werden«, geäußert und dem »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten« so bescheinigt, gegen »UNESCO-Standards für Frieden, Toleranz, Koexistenz und Gewaltfreiheit« zu verstoßen.

Seine deutliche Feststellung verbindet das Europäische Parlament mit der unmißverständlichen Forderung an die Europäische Kommission, die »Regierung« der Europäischen Union, »dass die Zweckbindung von EU-Mitteln für die Gehälter von Lehrkräften und Beamten im Bildungswesen davon abhängig gemacht werden muss, dass das Lehrmaterial und die Lehrinhalte« diesen Standards entsprechen.

Den Parlamentariern ist es damit gelungen, die Heuchelei der europäischen Regierungen, allen voran – selbstverständlich – die in Berlin, die ja die großzügigsten Sponsoren der UNRWA sind, im Zusammenhang mit ihrer Unterstützung für das »Hilfswerk« bloßzustellen, dessen Wirken sie – wie etwa der deutsche Außenminister Heiko Maas – immer wieder überschwenglich als »unentbehrlich« loben.

Noch Ende Februar antwortete die deutsche Regierung auf eine Kleine Anfrage Abgeordneter der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, sie nehme »Kritik an palästinensischen Schulbüchern« zwar »außerordentlich ernst«, finanziere aber »weder mittelbar noch unmittelbar palästinensische Schulbücher« und sehe daher keinen Grund, ihre Inhalte auf die Einhaltung von UNESCO-Standards zu prüfen.

Es ist diese Haltung, einerseits Interesse zu heucheln, zugleich aber unverhohlen zu bekennen, dann doch nicht so genau hinschauen zu wollen, die dafür sorgt, daß die UNRWA – seit und leider wohl noch in Jahren – in ihren Schulen ganze Generationen von »Palästinensern« antisemitisch prägte und prägt. Die Feststellung des Europäischen Parlaments ist daher auch eine Anklage europäischer Regierungen.

Ablenkmanöver

Das berüchtigte »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge« hat nach eigenen Angaben mit dem Einsatz einer zentralen Plattform zur Bereitstellung von Lerninhalten für den »Distanzunterricht« begonnen. Über ihr neues Portal will die UNRWA Schüler in Jordanien, Syrien, im Libanon, Gaza und den umstrittenen Gebieten das Lernen trotz oft geschlossener Schulen ermöglichen.

Die über die Plattform zur Verfügung gestellten Lektionen für das Selbststudium sollen intensiv geprüft worden sein und nur den höchsten internationalen Standards genügen, verspricht das »Hilfswerk« in seiner Pressemitteilung, darunter (politische) Neutralität, die Achtung der Menschenrechte, Toleranz und Nichtdiskriminierung. Nicht ausdrücklich erwähnt wird in der Aufzählung Gewaltfreiheit.

Was das »Hilfswerk« als »innovativ« und »beispielhaft« anpreist, ist freilich vor allem das Ergebnis scharfer Kritik an der UNRWA. Immer wieder nämlich war ihr vorgeworfen worden, an ihren Schulen den so betonten Standards nicht zu genügen, zuletzt hatten Studien gezeigt, daß Lehrmaterial mit ihrem Logo terroristische Gewalt glorifiziert, Antisemitismus verbreitet und Frieden mit Israel ablehnt.

Philippe Lazzarini, der Chef der UNRWA, fiel dabei mit Falschaussagen auf, die auch jetzt Zweifel daran angebracht erscheinen lassen, daß die »Digital Learning Platform (DLT)« hält und halten wird, was das »Hilfswerk« verspricht, überhaupt halten kann. Denn ein Portal, selbst wenn es den verkündeten Ansprüchen genügte, ändert ohnehin wenig an den grundsätzlichen Problemen des »Hilfswerks«.

Entlarvende Ignoranz

Das sogenannte »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten«, die UNRWA, hat sich mit einer Art Ehrenerklärung in eigener Sache bei der Regierung in Washington artig für deren mit einer üppigen Zuwendung in Höhe von 150 Millionen Dollar verbundene Ankündigung bedankt, sich wieder an der Finanzierung der berüchtigten UN-Agentur beteiligen zu wollen.

Hob Außenminister Antony J. Blinken die Bedeutung von »Neutralität, Verantwortung und Transparenz« hervor, die Washington von der UNRWA erwarte, sicherte das »Hilfswerk« ihm nach Angaben eines US-Diplomaten »felsenfest« zu, diese Werte bestimmten dessen Arbeit. »Neutralität im Kontext der Vereinten Nationen« bedeute »keinerlei Toleranz für Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus«.

Indem sie dieses Versprechen akzeptiert und zu ihrer Rechtfertigung zitiert, offenbart die amerikanische Regierung eine gehörige Portion Realitätsferne. Ob dahinter Inkompetenz steckt oder gar Vorsatz, das ist dabei beinahe gleichgültig, denn beides ist beschämend. Das »Hilfswerk« kann eine solche wünschenswerte »Neutralität« nämlich schlicht gar nicht zusagen, jedenfalls nicht glaubwürdig.

Beim Betrieb ihrer Schulen beispielsweise ist die UNRWA an die Vorgaben derer gebunden, die das Sagen haben, wo sie operiert: In Syrien bestimmt das »Bildungsministerium« des Blutsäufers Bashar al-Assad, was an UNRWA-Schulen gelehrt wird, im Libanon sind es die dortigen Marionetten Teherans und seiner Hisbollah-Söldner, in »Palästina« das PLO-Regime um »Präsident« Abu Mazen.

Den Schülern, erklärt das »Hilfswerk« diesen Umstand, soll so die – freilich tatsächlich gar nicht gewünschte – »Integration« in die Gesellschaften erleichtert werden, in denen sie leben, um etwa staatliche Prüfungen zu bestehen oder »den Übergang in die Sekundar- und Hochschulbildung des Aufnahmelandes zu ermöglichen«: Wo Judenhaß Normalität ist, zieht das »Hilfswerk« Antisemiten heran.

Begründet die neue Regierung der Vereinigten Staaten daher ihre finanziellen Zusagen an die UNRWA mit deren »felsenfester« Zusage, »Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus« nicht zu dulden, sitzt sie einer Lüge auf und macht sie sich zu eigen, die allzu leicht als solche zu entlarven ist – wenn man das will. Die von Joe Biden geführte Regierung in Washington will es offensichtlich nicht.

Selbstdemontage

Die neue Regierung in Washington scheint es eilig zu haben, die finanziellen Transfers nach Ramallah, die unter dem Vorgänger Joe Bidens im Weißen Haus gekürzt und schließlich weitgehend eingefroren worden waren, wiederherzustellen. Millionen Dollar sind bereits der UNRWA zugesagt, dem PLO-Regime in Ramallah oder USAid, der staatlichen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit.

Während »Präsident« Abu Mazen sich weigert, Anrufe des amerikanischen Außenministers Antony Blinken entgegenzunehmen, riskiert die so blamierte Regierung in ihrem würdelosen Bemühen, Ramallah zu gefallen, sogar Rechtsbrüche. Auch scheint die von Joe Biden geführte Regierung nahezu demonstrativ nicht gewillt, aus in der Vergangenheit gemachten Fehlern die richtigen Lehren zu ziehen.

Dabei sollte doch gerade eine Administration, die ihrer Vorgängerregierung erratische Entscheidungen und Willkür vorwirft, aufhorchen und handeln, wenn staatliche Kontrollorgane etwa USAid schwere Versäumnisse bescheinigen, die leider sehr wahrscheinlich dazu geführt haben könnten, daß amerikanische Gelder an »palästinensische« Terroristen sowie deren Organisationen geflossen sind.

Es sollte eine Regierung interessieren, ob sie mit ihrer »humanitär« genannten Hilfe eine Organisation legitimiert und fördert, der u.a. die Verbreitung von Antisemitimus und die Glorifizierung von Terrorismus vorgeworfen werden können, es sollte sie interessieren, ob ihre »humanitären« Zuwendungen ein Regime stärken, das terroristische Angriffe auch auf amerikanische Bürger feiert und belohnt.

»Humanitäre Hilfe«, für die es keinerlei ethisch-moralische Rechtfertigung gibt und die noch dazu mit einiger Wahrscheinlichkeit gegen Gesetze verstößt, diskreditiert sich selbst. Und sie bringt erst recht jene in Verruf, die mit ihr nämlich sehenden Auges tatsächlich unermeßlichen Schaden anrichten und den von ihnen demonstrierten double standards jede Glaubwürdigkeit Ameriks untergraben.

Deutscher Wahn

Der deutsche Außenminister hat die Entscheidung der neuen US-Regierung begrüßt, sich wieder an der Finanzierung des berüchtigten »Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten« zu beteiligen. Während die israelische Regierung den Schritt kritisierte, lobte Heiko Maas, die UNRWA wirke »stabilisierend« und sei »unentbehrlich«, da sie »konkrete Perspektiven« schaffe.

Im Auswärtigen Amt zu Berlin hat man sich nicht erst gestern dazu entschlossen, die Augen vor der Realität und der Rolle, die die UNRWA in ihr spielt, fest zu verschließen. Die Ignoranz der deutschen Diplomatie geht inzwischen so weit, daß sie es nicht einmal mehr schafft, die korrekte Bezeichnung der Organisation zu verwenden, die offiziell eben kein »Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge« ist.

Das »Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge« ist eine antisemitischen Ressentiments entsprungene Organisation, die weder »unentbehrlich« ist – mehrere hunderttausend ihrer angeblichen Schützlinge etwa im Libanon zogen es vor, sich ihrer »Betreuung« zu entziehen oder wurden, was erst recht problematisch wäre, von ihr erfunden – noch in einem noch irgendwie positiven Sinn »stabilisierend« wirkt.

Letzteres ist allein schon deshalb unmöglich, weil die UNRWA nicht einmal über eine stabile Finanzierung verfügt. Nahezu ständig müssen ihre Vertreter mit der Drohung, andernfalls ihre Arbeit einschränken oder gar einstellen zu müssen, um neuerliche Zuwendungen betteln. Daß sie so keinerlei Stabilität oder Sicherheit für jene bieten kann, für die sie sich dennoch zuständig erklärt, liegt auf der Hand.

Destabilisierend wirkt die UNRWA aber auch darüber hinaus: Durch ihre abenteuerliche »Flüchtlings«-Definition sorgt sie – während ihr gleichzeitig das Geld für sie fehlt – für eine Inflation der Zahl von »Flüchtlingen«. All diesen »Flüchtlingen« bietet sie mit dem von ihr propagierten »Recht auf Rückkehr« eine »Perspektive«, die für den jüdischen Staat existenzbedrohend existenzbedrohend wirkt.

Daß von dem »Hilfswerk« fabriziertes Unterrichtsmaterial für Kinder und Jugendliche, die ihm ausgeliefert sind, die Existenzberechtigung Israels verleugnet, Antisemitismus propagiert und Terrorismus glorifiziert, ist da nur folgerichtig – und gleichermaßen entlarvend. Die UNRWA könnte gewiß unentbehrlich sein, nützlich und tatsächlich ein »Stabilitätsanker«, würde sie nur reformiert oder ersetzt.

Mit einem der tatsächlich existierenden UNRWA zugesicherten dreistelligen Millionenbetrag signalisiert nun aber auch Washington, daß es an einer reformierten, einer anderen UNRWA nicht das geringste Interesse hat. Und wer dazu applaudiert, den verheerenden Einfluß leugnet, den das »Hilfswerk« ausübt, will keine bessere UNRWA, sondern das destabilisierende, konfliktfördernde Elend erhalten.

Verhängnisvoller Fehler

Die Regierung in Washington hat der UNRWA, dem »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten«, eine finanzielle Zuwendung im Umfang von 15 Millionen Dollar zugesagt. Wie die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield mitteilte, wollen die Vereinigten Staaten damit ein Beitrag zum Kampf der UNRWA gegen die Covid-19-Pandemie leisten.

Mit ihrer Unterstützung für die UNRWA macht die von Joe Biden geführte US-Regierung eine weitere Entscheidung der Regierung von Präsident Donald J. Trump rückgängig, die 2018 angekündigt hatte, aus der Finanzierung des umstrittenen »Hilfswerks« aussteigen zu wollen. Mit seinen üppigen Zuwendungen hatte Washington bis dahin die jährlichen Unterstützerlisten der Organisation angeführt.

Wollte die damalige US-Administration damit Reformen des »Hilfswerks«, darunter auch bei dessen Finanzierung, erzwingen, denen UNRWA und Vereinte Nationen sich widersetzten, signalisiert die neue amerikanische Regierung mit ihrer an keinerlei Bedingungen gebundenen Zuwendung nicht bloß einen Kurswechsel, sondern ihr Einverständnis mit Zuständen, die nicht grundlos kritisiert werden.

Und dazu zählt, wie selbst der UNRWA wohlwollender gesonnene Regierungen einräumen müssen, auch deren Finanzierung. Das »Hilfswerk« ist auf freiwillige Zuwendungen angewiesen und muß daher alle paar Wochen mit seinen finanziellen Bankrott drohen und Kürzungen bei oder das Ende von »essentiellen« seiner Dienstleistungen ankündigen und um weitere finanzielle Unterstützung betteln.

Dazu gehört aber auch die Frage nach der Rolle, die das »Hilfswerk« in seinem gegenwärtigen Zustand im »palästinensisch«-israelischen Konflikt spielt. Es hat nur wenig mit »politischer Neutralität« zu tun, glorifiziert Lehrmaterial mit UNRWA-Logo terroristische Gewalt gegen Juden oder propagiert das »Hilfswerk« allein durch seine Existenz ein Israel unmittelbar bedrohendes »Recht auf Rückkehr«.

Mit ihrer als »humanitär« verklärten Wiederaufnahme finanzieller Unterstützung für dieses »Hilfswerk« leistet die neue amerikanische Regierung durchaus wissentlich keinen Beitrag, die Not von Mernschen, die der UNRWA ausgeliefert und von ihr abhängig sind, nachhaltig zu lindern. Und selbstverständlich entfaltet ein Bekenntnis zu dieser UNRWA keine positive Wirkung auf den Friedensprozeß.