Schlagwort: Die Linke

Bewußte Entscheidung

In Berlin haben sich die SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit deutlicher Mehrheit für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der Partei Die Linke ausgesprochen. Bei einem Landesausschuß von Bündnis 90/Die Grünen votierten 43 von 45 Delegierten für weitere Gespräche mit der Linken über eine gemeinsame Landesregierung im Landesvorstand der SPD stimmten 26 Mitglieder dafür, während lediglich drei sich dagegen aussprachen.

Und natürlich steht auch Die Linke, die mit Elif Eralp die Regierende Bürgermeisterin in der deutschen Hauptstadt stellen will, weiter zu einer Koalition mit der SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Ihr Berliner Vorstand bekannte sich ebenfalls am Montag zu dem Projekt, das am 31. Oktober noch durch einen Landesparteitag abgesegnet werden soll. Alle drei Parteien schlagen damit Kritik und Warnungen vor einem Bündnis in den Wind.

Insbesondere Bündnis 90/Die Grünen und die Berliner Sozialdemokratie, in der sich derweil noch Forderungen nach einem Mitgliederentscheid mehren, scheinen entschlossen, für die Beteiligung an der Macht den Antisemitismus in der Linken hinnehmen zu wollen, als Wegbereiter für Israel- und Judenhaß zu fungieren – und das selbst noch trotz der bereits von den Linken demonstrierten Verachtung für Abmachungen während der (Vor-)Sondierungen.

Und da helfen alle möglichen Beschwichtigungsversuche nichts: Selbst falls Vanessa Emde, die bei den Senatswahlen immerhin ein Direktmandat erringen konnte, bei den für den heutigen Tag angesetzten Beratungen noch aus der Fraktion der Linken im Berliner Senat ausgeschlossen werden sollte, änderte das wenig. Schon die Tatsache, daß sie bereit waren, in Verhandlungen mit dieser Linken zu gehen, offenbart ihre erschreckende moralische Korruptheit.

Steigbügelhalter des Antisemitismus

Es wird wieder sondiert in Berlin. Nach einer Anstandspause, in der die Gespräche zwischen Vertretern der Partei Die Linke einer- sowie SPD und Bündnis 90/Die Grünen andererseits ausgesetzt waren, weil diese sich von jenen übervorteilt gefühlt hatten, verhandeln die drei Parteien wieder über die Bildung einer gemeinsamen Landesregierung, nachdem »Mißverständnisse« ausgeräumt worden seien, wie Elif Eralp, die regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will, es ausdrückte.

Freilich geht es dabei nicht um »Mißverständnisse«, sondern um das Verhältnis (nicht bloß) der Hauptstadt-Linken zum Antisemitismus. War Die Linke kaum trotz, sondern auch wegen ihrer antiisraelischen Positionen, die bis zur Verleugnung des Existenzrechts des jüdischen Staates reichen, mit gut einem Viertel der abgegebenen Stimmen als stärkste Partei aus der Abgeordnetenhauswahl hervorgegangen, suchen SPD und Bündnis 90/Die Grünen nun die Koalition mit ihr.

Da das auf Kritik stößt – denkbar wäre nämlich auch ein Bündnis mit der CDU -, ließen sich die beiden Parteien auf »Vorsondierungen« ein, in denen ein gemeinsames Papier verabschiedet wurde, das den Linken einige Mäßigung abverlangt als Voraussetzung für den Beginn von Sondierungsgesprächen, welche in Koalitionsverhandlungen münden könnten. Die Linke indes will sich nicht oder nur zum Schein mäßigen, wie sie mit einer Verpflichtung auf Parteitagsbeschlüsse zeigt.

In wesentlichen Aspekten bleiben diese Beschlüsse der Bundes-Linken hinter den Vorbedingungen für Sondierungen in Berlin zurück oder dementieren sie gar: So unterstellt der Parteitagsbeschluß Israel einen »Völkermord« an »Palästinensern« in Gaza und spricht sich »für Maßnahmen gegen wirtschaftliche, staatliche und akademische Institutionen und Unternehmen« aus, »die an völkerrechtswidriger Besatzungs- und Siedlungspolitik beteiligt sind«, also für Boykotte.

Zudem lehnt der (Bundes-)Parteitag ausdrücklich »Diffamierungen« gegen Mitglieder ab, die antiisraelische Positionen vertreten. »Politischen Kampagnen und Mobilisierungen gegen [solche] Genoss*innen treten wir gemeinsam entgegen«. Mit der Aufnahme Vanessa Emdes in die neue Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus dürfte bereits genau das geschehen sein, obgleich »vorab ihr Ausschluss zugesagt worden sei«. Doch auch dieses »Mißverständnis« ist jetzt »ausgeräumt«.

Indem Bündnis 90/Die Grünen und SPD wieder mit der Linken verhandeln, akzeptieren sie deren Täuschungsmanöver. Sie wollen mit genau dieser Linken koalieren und scheuen den Dissens mit ihr – dabei wäre es ja möglich, eine Koalition mit der CDU als Druckmittel einzusetzen. Die ursprünglichen Vorbedingungen sollen jetzt Teil einer Koalitionsvereinbarung werden. Doch werden Bündnis 90/Die Grünen und SPD bereit sein, das dann »bisher Erreichte« aufzugeben, wenn die Linke dies verweigert?

Vulgärlinke

Wo immer er in den vergangenen Tagen auftreten durfte, ob bei der Sandra Lanz oder dem Markus Maischberger, stand für Jan van Aken, der von Oktober 2024 bis Juni 2026 ihr Vorsitzender war, fest, daß seine Linke es sich ganz und gar nicht gefallen lassen müsse, antisemitisch genannt zu werden. Denn »Antisemitismus wird«, wie er meinte, »in dieser Partei nicht geduldet«, da seien »wir sehr klar«, »wir setzen uns gegen jeden Antisemitismus ein«.

Freilich, da gebe es auch »einige Leute [..], es gibt eine kleine Gruppe von Personen, die sieht das anders«. Diese »paar Leute, die sagen Dinge, die finde ich komplett falsch«. Und dafür kritisiere er sie auch. Doch die »haben auch in dieser Partei nichts zu sagen, die sind keine Mehrheit«. Und daher »haben [die] nicht das Sagen in Berlin, haben nicht das Sagen in der Bundespartei [..], die sind eine kleine Gruppe, die werden keinen Millimeter mitreden«.

Irgendwie verirrt in den Deutschen Bundestag hat sich Cansin Köktürk, eine studierte »Sozialarbeiterin« aus Bochum, die bis 2023 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen war und seither Jan van Akens Partei angehört, für die sie seit März 2026 ein Mandat im Bundestag ausübt, also vor allem als wüst pöbelnde Zwischenruferin das Parlamentspräsidium beschäftigte. Jetzt bekräftigte sie einmal mehr, was sie von Israel hält, den Vereinigten Staaten und deren Regierungschefs.

»Fickt den genozidalen Apartheidsstaat Israel«, forderte sie ihre Anhänger nach in einer Social Media-Botschaft auf, »befreit die besetzten Gebiete Palästinas«. Und weil ihr das noch nicht reichte, verlangte sie auch noch, »fickt die Kriegsverbrecher Bibi Netanjahu und Donald Trump, fickt die Mainstream-Medien und jeden, der anderer Meinung ist als wir«. Welch ein Glück es doch ist, daß Cansin Köktürk nicht das Sagen hat in der Partei und keinen Millimeter mitreden darf.

Verfallserscheinung

Aus der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus der deutschen Hauptstadt Berlin am Sonntag ist Die Linke mit 25,7 Prozent der abgegebenen Zweitstimmen als stärkste Partei hervorgegangen. Zur Wahlparty der Gewinner um Spitzenkandidatin Elif Eralp kam, wer Grund hatte zum Feiern: Neben einem bundesweit bekannten Clan-Chef mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität wurde auch ein Resident der »palästinensischen« Terrororganisation PFLP gesichtet.

Hatten Ortsverbände der Partei Die Linke und ihre Gäste bereits im Wahlkampf immer wieder offen antisemitische Positionen geäußert, die bis hin zur Identifikation mit den Babyschlächtern und Vergewaltigern der Hamas und anderer islamistischer Terrororganisationen reichten, dokumentierte nun auch eine offizielle Feier der Partei, was längst nicht mehr zu leugnen ist. Antisemitismus und Sympathien für antiisraelischen Terrorismus haben in der Linken ein Zuhause gefunden.

Freilich ist die Verachtung zivilisatorischer Mindeststandards kein Alleinstellungsmerkmal der Partei. Mit Michael Lüders konnte auch der Spitzenkandidat der Politsekte um Sahra Wagenknecht seinen Wunsch nach der Vernichtung des jüdischen Staates in einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Schau tragen, ohne dafür hochkant aus der Sendung geworfen zu werden – Davidsterne sah der veranstaltende Sender dagegen offenbar weniger gern.

So ist der Wahlerfolg der Linken denn auch mehr als »nur« ein Beleg des Zustands dieser Partei, die das Zeug hat, gemeinsam mit willigen Komplizen Berlin in eine Stadt zu verwandeln, in der »Weltoffenheit« selbst für zwielichtige Gestalten gilt, aber gewiß nicht für Juden, sondern auch und gerade den der gesamten »Zivilgesellschaft« der deutschen Hauptstadt (und womöglich darüber hinaus). Antisemitismus ist in der »Mitte« angekommen, billigt sie ihn nicht, so duldet sie ihn.

Empörungsweltmeister

In der fünften Klasse lernen »palästinensische« Kinder überall dort, wo nach den Lehrplänen »Palästinas« unterrichtet wird, Dalal Mughrabi kennen. Die junge Frau, erfahren sie da, sei eine von »vielen Märtyrern«, die »ihr Leben für ihre Heimat geopfert« hätten. Mit ihrem von »Heldenmut und Standhaftigkeit« gekennzeichneten »Kampf ist sie ein Vorbild für uns, dessen Andenken wir für alle Zeit in unseren Herzen und Gedanken bewahren«.

In Gegenden, in denen halbwegs zivilisierte Menschen leben, gilt die so gefeierte »Märtyrerin Dalal Mughrabi« als Terroristin; ihr »Heroismus« kostete 38 Menschen das Leben, Männer, Frauen und 13 Kinder. Dalal Mughrabi führte die Fatah-Terroristen an, die im März 1978 in Israel zwei Busse in ihre Gewalt brachten, die Passagiere als Geiseln nahmen und erbarmungslos abschlachteten, bevor sie von Sicherheitskräften unschädlich gemacht werden konnten.

Viele jener sogenannten Schulen, an denen Fünftklässlern beigebracht wird, Dalal Mughrabi nachzueifern, wurden zumindest teilweise von europäischen Staaten finanziert. Die Gehälter der sogenannten Lehrer, die Kinder in ihrem »Unterricht« anhalten, Dalal Mughrabi zu folgen, finanziert zum großen Teil das gleiche Europa, und damit auch Deutschland, dessen politische Klasse sich derzeit so schrill über Itamar Ben-Gvirs »Menschenverachtung« echauffiert.

Während selbst das »linke« Tageblatt Haaretz keinen Anlaß zu sehen scheint, den jüngsten Podcast-Auftritt des israelischen Polit-Hooligans mehr als lediglich zur Kenntnis zu nehmen, versuchen deutsche Politiker von links bis hin zu »gesichert rechtsextremistisch« sich gegenseitig in ihrer »Kritik« und vor allem ihren Forderungen nach »Sanktionen« zu übertreffen, weil der laut über gezielte Tötungen von »Terroristen und anderen Feinden Israels« nachzudenken wagte.

Freilich, den ganz linken und den »gesichert rechtsextremistischen« unter ihnen ist wohl (noch) nicht vorzuwerfen, Mitverantwortung dafür zu tragen, daß Kindern in »Palästina« der Massenmord an Juden gepredigt wird. Die anderen allerdings, die in Berlin oder Brüssel daran mitwirkten oder noch immer -wirken, die Verbreitung der Botschaften des »Bildungsministeriums« in Ramallah zu finanzieren, sind womöglich keinen Deut besser als Itamar Ben-Gvir. Der ist immerhin ehrlich.

Grenzüberschreitung

Der wahlkämpfende Polit-Hooligan Itamar Ben-Gvir hat sich im Gespräch mit Rom Braslavski, den die Hamas während ihres barbarischen Überfalls auf den jüdischen Staat am 7. Oktober 2023 als Geisel nach Gaza verschleppt hatte, von der Gaza-Politik Benjamin Netanjahus distanziert und für ein verschärftes Vorgehen gegen Hamas-Terroristen und andere Feinde Israels plädiert. »Ich glaube, wir sollten jede Nacht gezielt 30 bis 40 von ihnen ausschalten«.

Was angesichts der wiederholten Erklärungen der islamistischen Terrororganisation, ihre »Al-Aksa-Flut« bei nächster Gelegenheit fortzusetzen, einer- und der bekannten Ansichten des israelischen Sicherheitsministers andererseits vor Ort als das Wahlkampfgetöse wahrgenommen wurde, das es ist, kam, über das Wochenende von arabischen Hetzmedien aus dem Kontext gerissen und aufgebauscht, in der deutschen Politik an, die nur darauf gewartet zu haben scheint.

Parteiübergreifend ist die Empörung über die »Menschenverachtung« Itamar Ben-Gvirs groß, selbst die blau-braune »Alternative« befindet, er habe mit »inakzeptablen« Worten »eine klare Grenze« überschritten. Während aus der CDU die Forderung nach nationalen oder europäischen Sanktionen gegen den israelischen Politiker laut wurde, brannten vor allem im »linken« Lager alle Sicherungen durch und werden einmal mehr Kollektivstrafen gegen Israel verlangt.

Exemplarisch für ihre Partei »Die Linke« ruft deren Lea Reisner nach einem Ende des europäischen Assoziierungsabkommens mit Jerusalem und einer Einstellung deutscher Waffenexporte nach Israel. Es sei, hatte Itamar Ben-Gvir seinen Äußerungen vorangestellt, »kein Geheimnis, daß ich anderer Meinung bin als der Ministerpräsident«. Vom antisemitischen Wahn Befallene mögen es überhört haben oder wollen es ignorieren. Ihr Traum bleibt ein wehrloses Israel.

»Linke« Reaktion

Am Sonntag endete in Potsdam nach drei Tagen die 1. Sitzung des 10. Parteitags der deutschen Partei Die Linke. Was von der Veranstaltung zu halten ist, hat die Partei auf der Website zur Veranstaltung sinnigerweise selbst mitgeteilt: »Es reicht!« Denn das, was sich da versammelte und austoben durfte, markiert das Ende eine »Linken«, die für gesellschaftlichen und damit auch irgendwie zivilisatorischen Fortschritt zu stehen beansprucht.

Die Delegierten, viele von ihnen in Fetzen gehüllt, mit denen sie ihre Verbundenheit mit dem »Widerstand« der Babyschlächter und Vergewaltiger der islamistischen Hamas demonstrierten, feierten eine Vorsitzende, die erklärte, sie habe sich »entschieden«, »das Grauen in Gaza«, für das sie selbstredend Israel, den jüdischen Staat, verantwortlich machte, »einen Genozid zu nennen«, und wählten ihr einen Vize, der Konservatismus »faschistisch« schimpfte.

Ließen die Trennung Sahra Wagenknechts von der Partei und die Gründung der nach ihr benannten Politsekte vermuten, daß sich »linker« Antisemitismus fortan vor allem dort finden werde, konvertierte die Die Linke mit ihrem Parteitag tatsächlich selbst zum Judenhaß. Den findet sie ihrer Rhetorik zwar überhaupt nicht gut, bereitet ihm aber freilich mit ihrer israelfeindlichen Hetze den Boden, ein heuchlerische Bekenntnis zum Existenzrecht Israels her oder hin.

Die Linke ist 2026 endlich da angekommen, wo Walter Ulbricht bereits im Juni 1967 gelandet war: »Ich meine«, gab der damalige Vorsitzende des Staatsrats der DDR scheinheilig zu Protokoll, »in Israel wohnen nicht wenige Menschen, denen unsere Sympathie gilt, weil sie von den Hitlerfaschisten grausam verfolgt wurden, heimatlos gemacht worden waren oder den nazistischen Todesmühlen und Folterkammern gerade noch entkommen konnten.«

Man müsse daher »meinen, daß diese Menschen [..] eine Gewähr dafür bieten sollten, daß die Regierung des Staates Israel das Völkerrecht und die Menschenrechte achtet«. Doch »die Regierung und die Militaristen des Staates Israel« seien »offenbar von Blindheit geschlagen, verursacht durch Chauvinismus, Rassenwahn und Klassendünkel, daß sie glauben, gegenüber den arabischen Völkern alle Gebote des Völkerrechts und der Menschenrechte mit Füßen treten zu können«.

Rechtsverteidiger

Wenn Jan van Aken, dem Großen Co-Vorsitzenden der Partei Die Linke, Gedanken zum Löwengebrüll kommen, das seit dem Wochenende die Schlagzeilen bestimmt, unfallt etwas aus ihm heraus, das so geht: »Noch ist das Ziel der Angriffe unklar, aber sie erfolgten jedoch wenige Stunden nach dem Durchbruch bei den Atomgesprächen, in denen der Iran sich zu einem Verzicht auf jegliches atomwaffenfähiges Material zugesichert hat«.

Deutsch und dessen kaputtreformierte Regeln kümmern den Hamburger Biologen offenbar wenig, klar, denn »unsere Gedanken und unser Mitgefühl« sind nämlich völlig damit ausgelastet, »in diesen Stunden bei den Menschen in Teheran, Tel Aviv und der gesamten Region« zu sein. Weshalb er ihnen voller Empathie ernsthaft mitteilen zu müssen glaubt, es sei »zu befürchten, dass Israel und die USA einen Regimewechsel herbeibomben möchten«.

Das wollen die tatsächlich, und sie konnten dabei schon erste Erfolge verbuchen: »Fassungslosigkeit, Trauer, Wut und der Wunsch nach Rache – diese Gefühle herrschten vor, als sich die Bewohner Teherans zu Tausenden versammelten, nachdem sie erfahren hatten, daß die USA und Israel ihren geliebten Führer ermordet« haben, wie die Tehran Times, ein treues Verlautbarungsorgan des Mullah-Regimes, aus der iranischen Hauptstadt fabulieren.

Unterstützung erhält Jan van Aken derweil von seinen ehemaligen Genossen um die Sektengründerin Sahra Wagenknecht. »Der Angriff von USA und Israel auf den Iran ist ein schwerer Völkerrechtsbruch«, gibt die die Richtung vor, »ganz gleich, was man vom politischen System im Iran hält«, bestätigt der BSW-Vizevorsitzende Michael Lüders, »der U.S.-amerikanische und israelische Angriff auf den Iran ist und bleibt völkerrechtswidrig«.

Dem »Experten« ist damit ein Satz gelungen, der immerhin einer ist. Vor allem aber ist er entlarvend: Hinter Völkerrecht verstecken sich tatsächlich mit Vorliebe Regimes, denen ganz und gar nicht gleich ist, was »man« von ihnen hält, die deshalb Untertanen massakrieren, die das Recht zu beanspruchen wagen, von ihnen halten zu dürfen, was sie wollen. Jerusalem und Washington kämpfen für diese Freiheit. Deshalb applaudieren Iraner ihnen, nicht Linker oder dem BSW.

Notwendiges Signal

Existierte in Deutschland eine Brandmauer gegen Antisemitismus, sie sorgte wohl dafür, daß Mehrheitsregierungen unmöglich würden. Das führte in der vergangenen Woche die Empörung aus dem politischen Lager links der Union über einen Besuch Julia Klöckners in Gaza vor Augen. Die Bundestagspräsidentin nutzte ihren Aufenthalt in Israel, um in Armeebegleitung einen Abstecher in den von israelischen Streitkräften kontrollierten Teil Gazas zu unternehmen.

Der Kurzvisite in der Yellow Zone gingen bereits vor der Abreise der deutschen Spitzenpolitikerin nach Israel Treffen in Berlin mit Überlebenden des barbarischen Überfalls der Hamas auf den jüdischen Staat am 7. Oktober 2023 voraus. Und auch in Israel zeigte Julia Klöckner mit ihrem Besuch des Feldes in der Nähe des Kibbutz Re’im, auf dem Terroristen aus Gaza 350 Besucher des Supernova-Festivals bestialisch massakrierten, daß sie weiß, von wem dieser Krieg ausging.

Ihren Gegnern scheint nicht »nur« das bereits entfallen, sondern auch, wer den Hamas-Barbaren in jenem Tagen zujubelte, wer sich mit Begeisterung daran beteiligte, nach Gaza verschleppte Geiseln zu quälen, daran, die Leichname ermordeter Juden zu schänden, alles zu verhöhnen, was Zivilisation ausmacht. Adis Ahmetović, »Außenpolitiker« der SPD, empörte sich exemplarisch über ein »eklatantes Signal«, das Julia Klöckner mit ihrem Besuch in Gaza aussende.

Zugleich warf er der Bundestagspräsidentin vor, daß sie sich nicht mit einer, wie die FAZ formulierte, »offiziellen Vertretung der palästinensischen Seite« treffe, ohne freilich zu erklären, wen genau er damit meint – das Regime um »Präsident« Abu Mazen, der vor zwei Jahrzehnten eine seither andauernde vierjährige Amtszeit antrat, oder die Hamas, die, wie Umfragen bestätigen, mit einiger Berechtigung erklärt, sie exekutiere, was die »Palästinenser« wollen?

Doch Adis Ahmetović ist mit seiner bigotten Empörung über Julia Klöckner gerade kein irrlichternder Exot. Franziska Brantner, Co-Vorsitzende bei Bündnis 90/Die Grünen, warf ihr vor, »die Wirklichkeit in dieser Region nur einseitig wahrnehmen zu wollen«, obgleich sie sehr wohl eine weitere Öffnung Gazas sowie humanitäre Hilfe anmahnte. Lea Reisner, »Außenpolitikerin« der Partei Die Linke, krawallte, Julia Klöckner verleihe »einer rechtsradikalen Regierung Legitimität«.

Wenn der notorische Daniel Bax in seiner taz deliriert, »eine bessere PR-Botschafterin als Klöckner kann sich Netanjahu nicht wünschen«, und den israelischen Premier sowie den jüdischen Staat in Unrecht setzt, ohne auch nur mit einer Silbe den 7. Oktober 2023, die vielfach dokumentierten Verbrechen der Hamas zu erwähnen, dürfte er diese »Kritik« treffend zusammengefaßt, vor allem aber bestätigt haben, wir nötig und deshalb richtig Julia Klöckners »eklatantes Signal« war.

Verteidigung der Zivilisation

Die Hamas erwägt nach einem Bericht der Zeitung Asharq Al-Awsat, einige ihrer noch lebenden jüdische Geiseln in das Gebiet der Stadt Gaza zu verbringen. Wie das in London erscheinende Blatt unter Berufung auf mehrere Quellen in der islamistischen Terrororganisation berichtet, will die Hamas damit Druck auf Jerusalem ausüben, seine Pläne zur Einnahme der Stadt durch die israelischen Streitkräfte nicht umzusetzen.

Während die israelische Armee bereits begonnen hat, provisorische Ersatzunterkünfte für »palästinensische« Zivilisten bereitzustellen, damit sie sich aus dem Kampfgebiet in Sicherheit bringen können, legt es die Hamas darauf an, möglichst viele Leben in Gefahr zu bringen: Fordert sie »Palästinenser« dazu auf, in Gaza zu bleiben, kündigt sie an, zusätzlich noch jüdische Geiseln als »menschliche Schutzschilde« mißbrauchen zu wollen.

Die islamistischen Babyschlächter und Vergewaltiger bekennen sich mit ihren Überlegungen einmal mehr als Bestien, denen menschliches Leben nichts wert ist. Um ihr Überleben zu sichern, legen sie es darauf an, Opferzahlen zu maximieren. Die Hamas und ihre Komplizen treiben ein zynisches Spiel mit Menschen, Geiseln wie »Palästinensern«, von denen freilich viel zu viele mit sich »spielen« lassen, statt gegen die Hamas aufzubegehren.

Unterstützung erfährt der »Widerstand« dabei noch von »Sonderbeauftragten« der Vereinten Nationen wie Francesca Albanese, wenn sie den islamistischen Terror zur »politischen Bewegung« hochstapelt, oder »Linken«, die sich in ihrer ganzen Dummheit freiwillig das vom am Holocaust beteiligten Mufti Mohammed Amin al-Husseini mit eingeführte »Pali-Tuch« um den Hals legen, um gegen »die Faschisten« in Jerusalem zu »protestieren«.

Die Hamas hat diesen Krieg mit offen erklärten genozidalen Absichten begonnen. Sie hat es in der Hand, ihn relativ schnell zu beenden. Doch sie ist nicht bereit, sich von ihnen zu distanzieren, noch ist sie gewillt, die Waffen niederzulegen und ihre Geiseln freizugeben. Es kündet vom erbärmlichen Zustand der Zivilisation, daß unter diesen Umständen immer wieder und noch immer Israel ins Unrecht gesetzt wird und nicht die Islamisten.