Schlagwort: Islamismus

Mittelalterliches Niveau

Das Regime um die Blutsäufer Ayatollah Seyed Ali Khamenei und Ebrahim Raisi gibt sich empört über »obszöne« Karikaturen, mit denen die französische Zeitschrift Charlie Hebdo zum Jahrestag eines Überfalls islamistischer Terroristen auf ihre Redaktion den Umgang Teherans mit insbesondere Frauen thematisiert, die selbst darüber entscheiden wollen, wie sie ihr Leben gestalten oder auch nur sich kleiden.

Islamistischer »Humor«: Primitiver Antisemitismus (Tehran Times, 07.01.2023)

Seit im September eine junge Frau ihre Begegnung mit Schlägern der »Sittenpolizei« des Regimes in Teheran nicht überlebte, halten Proteste in der ganzen Islamischen Republik Iran gegen die Herrschaft der Mullahs an, denen es bislang trotz (oder auch: wegen) des immer rücksichtsloseren Vorgehens ihrer »Sicherheitskräfte« selbst noch gegen minderjährige Mädchen nicht gelingt, den Aufruhr zu beenden.

Dem Regime, das mit seinen weltweiten terroristischen Aktivitäten und seinem illegalen Kernwaffenprogramm die ganze Region destabilisiert und den Weltfrieden bedroht, fehlt so inzwischen jede Legitimität. Und selbst Verfechtern einer rückgratlosen Beschwichtigungspolitik gegenüber Teheran im Westen ist derweil die Fragwürdigkeit weiterer Kontakte zu den islamistischen »Monstern« mindestens bewußt.

Dennoch schreckt der Westen leider noch immer davor zurück, die Mullahs so konsequent zu isolieren, wie das ob seines barbarischen Charakters angebracht wäre, den es mit einer Reaktion auf die Charlie Hebdo-Karikaturen einmal mehr bestätigt: Die jüngste Ausgabe seines Propagandaorgans Tehran Times »ziert« eine »Karikatur«, die die ganze vorzivilisierte Primitivität des Weltbilds der Islamisten bloßstellt.

Zeichen gegen Terror: Notwendige Visite

Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat am Morgen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen den Tempelberg in Jerusalem besucht, der Hauptstadt des jüdischen Staates. Der Tempelberg gilt den drei monotheistischen Religionen als heilige Stätte, weshalb der Besuch Itamar Ben-Gvirs eine Selbstverständlichkeit sein sollte, jedenfalls kein Ereignis, das im In- wie und vom Ausland kommentiert wird.

Anscheinend jedoch besitzt die islamistische Terrororganisation Hamas ein international anerkanntes Recht, Itamar Ben-Gvir und anderen das Betreten des Tempelbergs zu untersagen: Und so urteilt etwa die für ihre Vertrauenswürdigkeit ausgezeichnete Website des »deutschen Nachrichtenmagazins« Der SPIEGEL ganz unironisch: »Trotz Warnungen der Hamas: Israels Polizeiminister Ben-Gvir provoziert mit Tempelberg-Besuch«.

Hatte Papst Franziskus, das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, in seiner Osterbotschaft 2022 erklärt, »Christen, Juden und Muslime[n]«, »Israelis, Palästinenser[n] und alle[n] Bewohner[n] der Heiligen Stadt zusammen mit den Pilgern« sollte »der freie Zutritt zu den Heiligen Stätten unter gegenseitiger Achtung der Rechte jedes Einzelnen gewährt werden«, »provoziert« heute ein Jude auf dem Tempelberg.

Und der Hamas wird von einem als renommiert geltenden deutschen Medium ganz selbstverständlich eine Autorität zugesprochen, die ihr gewiß zuletzt gebührt. Nicht der unverhohlene Souveränitätsanspruch einer islamistischen Terrororganisation über den Tempelberg wird als die Zumutung ignoriert, die er ist, sondern geklagt, »Ben-Gvir provoziert«. Genau deshalb aber war sein Besuch nötig und richtig.

Wichtiger Vorschlag

Die in London lebende iranische Oppositionspolitikerin Shirin Ebadi hat in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung eine weitgehende Isolation des islamistischen Regimes in Teheran gefordert. Der demokratische Westen müsse, so die Nobelpreisträgerin, seine »Botschafter aus Iran abziehen und die iranischen Botschafter [..] ausweisen«, um die Proteste gegen die Herrschaft der Mullahs zu unterstützen.

Ein – womöglich sogar geschlossener – Rückzug von Botschaftern aus Teheran und die Ausweisung iranischer Vertreter aus den westlichen Hauptstädten wären in der Tat ein klares Signal. Denn für das islamistische Regime gilt gerade diesen Zeiten, in denen es in den Augen der »eigenen« Bevölkerung jeden Kredit längst verspielt, jeder diplomatische Kontakte auch als Beleg internationaler Anerkennung.

Daher wäre es, jedenfalls für Regierungen, die Menschenrechte achten wollen und es daher prinzipiell ablehnen, friedliche Proteste im Blut der Protestierenden zu ersäufen, durchaus angebracht, ihre Kontakte zum Regime um den zumal nicht erst seit gestern als »Schlächter von Teheran« berüchtigten »Präsidenten« Ebrahim Raisi schnellstens auf das möglicherweise unerläßliche Mindestmaß zu beschränken.

Es ist unglaubwürdig, einerseits eine Herrschaft von »Monstern« in Teheran zu beklagen, diese aber durch unnötige diplomatische Kontakte aufzuwerten und – auch gegen eine zunehmende Opposition in der Islamischen Republik selbst – zu legitimieren. Leider gehören dazu aber Selbstachtung, Ausdauer und also ein gewisses außenpolitisches Rückgrat, das insbesondere in Europa Seltenheitswert haben dürfte.

Andernfalls könnte Salman Rushdie vielleicht noch mit beiden Augen sehen. »Die Morddrohungen von Ayatollah Khomeini gegen den britischen Autor Salman Rushdie haben heute in der EG [..] scharfe Reaktionen ausgelöst. Die Außenminister beschlossen [..], ihre Botschafter aus Teheran zurückzurufen [..]«, meldete die tagesschau am 20. Februar 1989. »Dies solle solange gelten, wie die Morddrohungen aufrechterhalten werden«.

»Werte der Republik«

Israel hat vor wenigen Tagen Salah Hamouri abgeschoben, einen 2011 im Rahmen der Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalits aus der Geiselhaft der Hamas freigepreßten »palästinensischen« Terroristen. Das israelische Innenministerium hatte ihm am 18. Dezember die Aufenthaltsgenehmigung für Jerusalem entzogen und Salah Hamouri in ein Flugzeug nach Frankreich gesetzt, dessen Paß er besitzt.

In Paris freilich war man ob der erzwungenen Rückkehr des dort als »Menschenrechtsanwalt« geltenden Mitglieds »palästinensischer« Terrororganisationen, dem u.a. die Beteiligung an Planungen zur Ermordung einen hochrangigen Rabbiners vorgeworfen wird, zu seiner Frau nicht eben glücklich. Jerusalem, zeterte das offizielle Paris, müsse Salah Hamouri ein »normales Leben« dort gestatten, »wo er geboren« sei.

Hassan Iquioussen besitzt die französische und die marokkanische Staatsbürgerschaft. In der französischen Gemeinde Denain geboren, scheint sich der Sohn eines marokkanischen Einwanderers nie recht wohlgefühlt zu haben in seiner Heimat. Er gründete die Jeunes musulmans de France, ist Mitglied eines französischen Arms der Muslimbrüder, engagiert sich als islamistischer Prediger gegen Frauen, gegen Juden.

Ohne jemals dafür angeklagt oder gar verurteilt zu werden, daß er ziemlich lautstark aus seiner Unzufriedenheit mit den Zuständen in Frankreich kein Geheimnis machte, kündigte das Innenministerium in Paris im Juli die Ausschaffung Hassan Iquioussens wegen »haßerfüllter Äußerungen gegenüber den Werten der Republik« an, eine Entscheidung, deren gerichtliche Bestätigung Paris »einen großen Sieg« nannte.

Die praktische Umsetzung der Abschiebung Hassan Iquioussens aus Frankreich nach Marokko verzögerte sich derweil ein wenig, hatte der sich doch nach Belgien abgesetzt. Von den dortigen Behörden wurde er – nach einigen juristischen Scharmützeln – an Paris ausgeliefert, von wo es für den Islamisten weiterging nach Marokko. Seine in Frankreich verbliebenen Angehörigen stehen unter behördlicher Überwachung.

Entwicklungshilfe

Finanziert von der EU und, na klar, dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erschien kürzlich die Erstausgabe des Positively Palestine Magazine, eines bunten Heftchens, das auf 64 Seiten so tut, als sei »Palästina« ein ganz seriöser Staat und nicht ein von konkurrierenden antisemitischen terroristischen Organisationen unter sich aufgeteiltes umstrittenes Gebilde.

Während die inner-»palästinensischen« Konflikte in dem Magazin ebenso ausgeblendet werden wie die undemokratische Verfaßtheit der unter der Herrschaft der PLO bzw. der islamistischen Hamas stehenden Teile »Palästinas«, propagiert das Positively Palestine Magazine Vorbilder, deren Position im »palästinensisch«-israelischen Konflikt nicht zu den extremsten zählen mögen, aber ihnen auch nicht widersprechen.

So wird etwa die »Designerin« Yasmeen Mjalli wohlwollend als eine »Palästinenserin« vorgestellt, die »die Welt rockt«, indem sie zeige, daß »Feminismus und der Islam koexistieren« könnten, ein, und das bleibt unerwähnt, »Femisimus« jedoch, der bestens harmoniert mit der antisemitischen BDS-Bewegung und Israel verantwortlich macht für die Unterdrückung von Frauen in der »palästinensischen« Gesellschaft.

Ein anderer »Palästinenser«, der nach Ansicht des Positively Palestine Magazine »die Welt rockt«, ist der als Sänger vorgestellte Mohammad Jaber Abdul Rahman Assaf. 2013 wurde er vom berüchtigten »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge«, der UNRWA, zum »Botschafter« ernannt, auch die »palästinensische Regierung« soll er als deren ehrenamtlicher Repräsentant vertreten haben.

Kaum verwundern kann daher, daß dieser tolle »Palästinenser« aus Dubai auch die Musik zu einem Video liefert, mit dem das PLO-Regime in Ramallah antisemitischen Terrorismus feiert. In seinen martialischen Texten preist Mohammad Jaber Abdul Rahman Assaf den Tod als »Märtyrer« im Kampf um ein »Palästina«, neben dem kein Israel existiert, »der Widerstand«, verspricht er, »wird siegen und Al Aksa frei sein«.

Auch die Journalistin Shireen Abu Akleh »rockt(e)« nach Ansicht des Magazins »die Welt«, indem sie nämlich »Zeugen und Al Jazeera zufolge vom israelischen Militär getötet« wurde. Nur delirierte der Propagandasender aus Doha einen »eiskalten Mord« herbei. Und so zeigt das Positively Palestine Magazine ganz nebenher, wie israelbezogener Antisemitismus geleugnet und gesellschaftsfähig gemacht werden kann.

Das Vorwort des Positively Palestine Magazine schrieben zwei deutsche Diplomaten, Sven Kühn von Burgsdorff, der Brüssel in Ramallah vertritt, und Oliver Owcza, der Repräsentant Berlins beim PLO-Regime. »Gäbe es Palästina nicht, müßten wir es erfinden!« glauben sie. Als ihre Liebeserklärung an »Palästina« erschien, hatten israelische Sicherheitskräfte gerade einen Anschlag eines Terroristen vereitelt, den es hervorgebrachte.

Antisemitische Einmischung

Die Europäische Union hat offenbar vor, ihr Engagement in den umstrittenen Gebieten massiv auszuweiten, wie aus internen Dokumenten des Staatenbunds hervorgeht, aus denen israelische Medien zitieren. Die C-Gebiete, in denen der Staatenbund seine Aktivitäten ausbauen will, stehen nach den Osloer Vertragen unter vollständiger israelischer Verwaltung, die Brüssel bereits jetzt zunehmend ignoriert.

Mit dem nunmehr öffentlich gewordenen Papier unter dem Titel »Gemeinsames europäisches Programm zur Entwicklung der C-Gebiete« zielt die Europäische Union drauf ab, die bestehende Ordnung in dem Gebiet weiter zu unterminieren und damit die ausgerechnet auch von ihr immer wieder als fragil eingeschätzte Sicherheitslage in den ganzen umstrittenen Gebieten, aber auch in Israel zu destabilisieren.

Schon gegenwärtig sorgen die Europäische Union und einige ihrer Mitgliedsstaaten mit ihrer Unterstützung ungenehmigter »palästinensischer« Bauprojekte immer wieder für neue Konflikte. Und es liegt der Verdacht nahe, daß diese oft als »humanitär« camouflierte »Hilfe« etwa für angebliche Schulbauten eher den Zweck verfolgt, Auseinandersetzungen zu provozieren denn tatsächlich Entwicklungshilfe zu leisten.

Mit dem neuen »Gemeinsamen Programm« bekennt sich Brüssel erneut zu seinen Versuchen, internationale und »palästinensisch«-israelische Abkommen zu untergraben und illegal Einfluß auf die demographische Entwicklung in den C-Gebieten zu nehmen. Werfen 40 Knesset-Abgeordnete parteiübergreifend der EU in einem Schreiben jetzt antisemitische Motive für ihre Politik vor, haben sie dazu allen Anlaß.

Terroristische Gesellschaft

Die israelischen Streitkräfte haben darauf hingewiesen, daß die in Gaza herrschende Hamas und mit ihr verbundene Terrororganisation Raketenabschußbasen in der Nähe von Schulen unterhalten. Insgesamt benennt die Mitteilung der israelischen Armee drei weitere Standorte in der unmittelbaren Umgebung von Schulgebäuden, die bereits aktiv von den Islamisten für Angriffe auf Israel genutzt wurden.

Nachdem erst vor wenigen Tagen die UNRWA hatte einräumen müssen, daß eine ihrer Schulen von gleichwohl nicht näher benannten Organisationen mit einem Anschluß an terroristische Infrastruktur versehen worden war, bestätigen auch die Angaben der israelischen Streitkräfte, was längst kein Geheimnis mehr ist: »Palästinensische« Terroristen mißbrauchen zivile Infrastruktur, um sich unangreifbar zu machen.

Erschreckender noch als diese Tatsache ist aber, daß der bewußte Mißbrauch ziviler Einrichtungen ganz offenbar mit Billigung derer geschieht, denen ihr völker- und kriegsrechtlicher Schutz eigentlich gilt. So dokumentieren die israelischen Streitkräfte in wenigstens einem Fall enge Kontakte eines Schuldirektors zu jenen »Einheiten« der Hamas, die immer für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich sind.

Freilich kann auch dies kaum überraschen: Nach einer Anfang Dezember durchgeführten Umfrage unter »Palästinensern« genießen terroristische Organisationen ein hohes Ansehen. In Gaza unterstützten 84 Prozent der repräsentativ befragten »Palästinenser« terroristische Organisationen, die unabhängig von der »Palästinenserführung« in Ramallah agieren. Wie der Islamic Jihad gehört die Hamas nicht zur PLO.

Vergoß »Palästinenserpräsident« Abu Mazen jüngst medienwirksam Krokodilstränen, weil »wir« in Israel keine »Partner für einen Frieden« finden könnten, zeigt auch diese Umfrage, daß das Problem tatsächlich wohl weniger in Israel oder der Regierung in Jerusalem zu verorten ist. Seine »Palästinenser« selbst, die Terroristen unterstützen und deren Mißbrauch ziviler Einrichtungen dulden, überzeugen kaum als friedensbewegt.

Multilaterale Gesichtswahrung

Die Außenminister der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben bei ihrem jüngsten Treffen am Montag weitere Sanktionen gegen das Regime in Teheran beschlossen. Der Außenministerrat reagiert mit den Strafmaßnahmen auf die »inakzeptable Unterdrückung der anhaltenden Proteste« in der Islamischen Republik Iran. Die Mullahs hatten zuvor einen weiteren Demonstranten hinrichten lassen.

Die neuen Sanktionen richten sich, wie es in einer Mitteilung der Europäischen Union heißt, gegen 20 Personen und eine Organisation, die eine wichtige Rolle bei den immer brutaleren Versuchen Teherans spielen sollen, die Proteste in dem Land zu ersticken. Ob Einreisesperren und das Einfrieren europäischer Konten der Sanktionierten das islamistische Regime ernsthaft treffen, ist derweil zu bezweifeln.

Die Sanktionen sind erneut Sanktiönchen. Die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen florieren unterdessen weiter, wie die FAZ meldet, wenn auch auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Dennoch ist Deutschland damit noch »der größte Handelspartner des Iran in Europa«. Vor diesem Hintergrund sollte man denn auch einige markige Formulierungen der deutschen Außenministerin nicht überbewerten.

Deutet Annalena Baerbock ein gewisses Umdenken Berlins mit Blick auf die (derzeit nicht stattfindenden, aber offiziell auch nicht für gescheitert erklärten) Gespräche um den Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) an, jenes törichte Abkommen, das den Aufstieg der Islamischen Republik zur Atommacht verhindern sollte, ist es wohl zu früh, hier die – längst überfällige – Kehrtwende zu konstatieren.

Nach wie vor nämlich scheint das islamistische Regime in Teheran über einigen Rückhalt unter den europäischen Außenministern zu verfügen. Spricht zwar beispielsweise ein Jean Asselborn, der Außenminister der Steueroase Luxemburg, inzwischen von »Monstern«, die in Teheran herrschten, vermied es der Außenministerrat der EU erneut, etwa deren Pasdaran als die Terrororganisation zu ächten, die sie sind.

So bleiben die europäischen Außenminister einmal mehr hinter dem zurück, was notwendig und gewiß möglich gewesen wäre. Während das islamistische Regime seine Position immer aggressiver zu halten versucht und sich darüber innen- wie außenpolitisch nur weiter diskreditiert, können die Europäer sich doch nicht durchringen, ihm wirksam in den Arm zu fallen. Sie betreiben statt dessen Gesichtswahrung.

Traditionspflege

Kündigen deutsche Politiker oder Diplomaten finanzielle Zuwendungen für das Regime in Ramallah an oder für internationale Organisationen, die sich exklusiv zuständig sehen für die Betreuung von zu »Flüchtlingen« erklärten »Palästinensern«, berufen sie sich regelmäßig auf eine »Verpflichtung« Deutschlands »gegenüber dem palästinensischen Volk«, um deren Ursachen sie allerdings ein Rätsel machen.

Die Antwort auf die Frage nach den Grundlagen dieser »Verpflichtung« könnte freilich auch unbequem sein. Dabei ist es durchaus kein Geheimnis, daß die Geschichte der besonders engen deutsch-»palästinensischen« Freundschaft nicht erst mit der Kooperation zwischen RAF und PLO beginnt, sondern auch in der Begeisterung Mohammed Amin al-Husseinis für Adolf Hitlers Nationalsozialismus gründet.

Darauf wies bereits kurz nach Kriegsende Simon Wiesenthal in seiner Broschüre »Großmufti: Großagent der Achse« hin, die zu ignorieren man allerdings vorzog – in beiden deutschen Staaten. Erst in der jüngeren Zeit wurde sie auch von der Forschung »wiederentdeckt« und die in ihr dokumentierten antisemitisch begründeten Bande anerkannt: Ein Islam »palästinensischer« Prägung gehört schon sehr lange zu Deutschland.

Der für die antisemitischen Pogrome 1929 in Hebron verantwortliche damalige Großmufti von Jerusalem, suchte schon früh deutsche Unterstützung für seinen Feldzug gegen Juden, und spätestens als sein Treiben den Briten, die ihn ins Amt gehievt hatten, zu unheimlich wurde und sie ihn deshalb als ihrem Mandatsgebiet Palästina verbannten, war Hajj Amin al-Husseini persönlich willkommen in der Reichshauptstadt.

In einem 1943 veröffentlichten Bändchen, das ganz dem »Grossmufti von Palästina« gewidmet war, warb dessen Autor für seinen Titelhelden sogar, indem er die »vielen falschen Vorstellungen« beklagte, die sich »der christliche Europäer auch heute noch vom Islam zu machen« pflege. Der Islam, für den jedenfalls der »Grossmufti von Palästina« stehe, sei mit seiner Ablehnung des Judentums besser als sein Ruf.

»Das kämpferische Leben Sayyid Amin Al-Husseinis«, begeisterte sich der Verfasser, »enthält gewiss alle Elemente eines spannenden Heldenromans, der sich von Kapitel zu Kapitel dramatisch steigert, aber diese epische Grösse seines Lebensschicksals teilt er mit vielen Kämpfern der islamischen und arabischen Freiheitsbewegung der Gegenwart«. Und der »spannende Heldenroman« ging nach 1945 weiter.

In die Gefangenschaft der Alliierten geraten, sollte Mohammed Amin al-Husseini als Kriegsverbrecher der Prozeß gemacht werden, dem er sich durch die Flucht nach Ägypten entziehen konnte, wo er sich, empfangen als Held, wieder ganz der Führung seines Kampfs gegen die Juden und ihren inzwischen wiedergegründeten Staat verschrieb – mit einem gewissen Yassir Arafat als äußerst gelehrigem Schützling.

Und von dem ist es nicht mehr besonders weit ins heutige Ramallah, zum Regime um »Präsident« Abu Mazen und deutschen Vertretern, die sich ihm »verpflichtet« fühlen. Was sie eint, das ließ einst Adolf Hitler und dessen Barbaren dem »Grossmufti von Palästina« so attraktiv erscheinen und jenen wiederum eben diesen. Nur »epische Grösse« sucht man heute wohl vergeblich – in Berlin ebenso wie in Ramallah.

Geheuchelte Empörung

Das von den Vereinten Nationen betriebene »Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten«, die UNRWA, mußte in dieser Woche einen weiteren Versuch melden, seine Infrastruktur für terroristische Zwecke zu nutzen. Wie es in einer Mitteilung des umstrittenen »Hilfswerks« heißt, verurteile es die unter einer UNRWA-Schule in Gaza festgestellten Bauaktivitäten »nachdrücklich« und distanziere sich von ihnen.

Die jüngste Meldung der UNRWA ist leider keine Premiere. Immer wieder werden aus Gaza Versuche terroristischer Organisationen gemeldet, sich Einrichtungen des »Hilfswerks« nutzbar zu machen – mal als Lager für Raketen, mal als Teil der unterirdischen terroristischen Infrastruktur, in deren Schutz Hamas und Islamic Jihad Angriffe auf Israel unternehmen. Und immer wieder beteuert die UNRWA ihre Empörung.

Selbst wenn die freilich im Einzelfall durchaus ehrlich sein mag, kann sie doch nicht überzeugen. In der Tat nämlich ist das sogenannte »Hilfswerk« insbesondere in Gaza und im »palästinensisch«-israelischen Konflikt alles andere als politisch oder sonstwie »neutral«. Gehören Raketen und Terrortunnel vielleicht nicht zu seinen Aktivitäten, bildet es in seinen Schulen aber doch den Nachwuchs für Hamas & Co. heran.

Das Lehrpersonal sympathisiert teils sogar öffentlich mit den islamistischen Terrororganisationen, vom Regime in Ramallah übernommene Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien säen antisemitische Ressentiments und glorifizieren gegen Juden und Israel gerichtete Gewalt. »Ergänzendes« Lehrmaterial, das diese antisemitische Indoktrination »entschärfen« soll, soll zwar existieren, wird aber praktisch nicht verwendet.

Und versprach die UNRWA einmal »Transparenz«, sucht sie nach Auskunft von Bildungsexperten ächlich weitgehend zu verschleiern, was in ihren »Bildungseinrichtungen« geschieht. Auch ohne direkten Anschluß an die Tunnelnetze von Hamas & Co. ist das »Hilfswerk« längst Partei gegen den jüdischen Staat und damit Teil des Problems. Aus Sicht des »Widerstands« ist es da doch nur konsequent, sich ihrer zu bedienen.