Schlagwort: double standards

UNverzichtbar

Israelische Einsatzkräfte haben in Gaza ein Waffenlager ausgehoben. Bei dem Fund handelt es sich nach Angaben der Streitkräfte um einen der bisher größten seit Beginn der Waffenruhe im vergangenen Oktober. Neben Raketen mit größerer Reichweite fanden die Einsatzkräfte in dem Versteck auf der von den IDF kontrollierten Seite der Yellow Line mehr als 100 Granaten und weitere militärische Ausrüstung für Angriffe auf Israel.

Doch nicht »nur« der Umfang des Waffenverstecks ist bemerkenswert. Wie aus den Angaben hervorgeht, waren die Raketen und Granaten zur Tarnung in Tüten und Säcken der berüchtigten UNRWA verpackt worden und zudem unter weiteren Paketen mit »Hilfsgütern« des sogenannten »Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten« versteckt, die noch vor dem Beginn der Waffenruhe Gaza erreicht hatten.

Der Fund bestätigt einmal mehr, daß die Entscheidung der Knesset, die UNRWA zu ächten, richtig und notwendig war. Denn ganz offenbar hat das »Hilfswerk«, das mancherorts noch immer als »unverzichtbar« verteidigt wird, hier einmal mehr »palästinensischen« Terroristen Beihilfe geleistet. Seine »Hilfsgüter« sind nicht bei Menschen angekommen, die ihrer womöglich bedurften, sondern in den Händen der Hamas oder ihrer Komplizen.

Und die haben damit ihr Waffenversteck getarnt. Freilich, auch für diesen Fund wird Philippe Lazzarini eine Erklärung einfallen. Für sein herausragendes Talent, »Ahnungslosigkeit« zu heucheln, ist der Chef des »Hilfswerks« ja bekannt. Doch unbestreitbar offenbart dieser Fund nicht bloß erneut die Skrupellosigkeit »palästinensischer« Terroristen. Er ist auch ein weiteres starkes Indiz für die Unterwanderung der UNRWA durch die Hamas.

Europäische Bösartigkeit

In der von Ursula von der Leyen als Präsidentin geführten Europäischen Kommission gibt die belgische Politikerin Hadja Lahbib seit 2024 die »Kommissarin für Resilienz, humanitäre Hilfe und Krisenmanagement sowie Gleichstellung«. Erklärte sie in dieser Eigenschaft im vergangenen Oktober, die Hamas sei »für uns kein Gesprächspartner, sondern eine Terrororganisation«, übte sie sich am Wochenende als deren inoffizielle Sprecherin.

In dem Netzwerk X, dem offenbar mit einiger Berechtigung nachgesagt wird, es eigne sich besonders gut, antisemitische Vorurteile zu schüren, teilte sie mit, »wir verurteilen die wiederholten Verstöße gegen die Waffenruhe in Gaza, wo am Wochenende Hunderte Palästinenser durch israelische Angriffe getötet und verletzt wurden«. Und natürlich vergaß Hadja Lahbib auch nicht, ein angebliches »humanitäres Völkerrecht« zu erwähnen, das beachtet werden müsse.

Als gäbe es die Hamas gar nicht, die mit ihren ständigen Versuchen, die Bedingungen der Waffenruhe zu unterlaufen, israelische Einsätze erst provoziert, wirft Hadja Lahbib namens der Europäischen Union dem jüdischen Staat nicht »nur« Verletzungen der Waffenruhe und Verstöße gegen Völkerrecht vor, sie krönt ihre einseitigen Verleumdungen mit der Behauptung, dabei seien allein am vergangenen Wochenende »Hunderte Palästinenser« getötet oder verletzt worden.

Woher die EU-Kommissarin ihre Zahlen hat, verrät Hadja Lahbib dabei freilich nicht – und das hat einen Grund: Selbst die Meldungen der letzten Tage von Al Jazeera, dem Sprachrohr der in Gaza herrschenden Hamas, vermögen sie nicht zu stützen. Durch ihre Kommissarin Hadja Lahbib erfindet die Europäische Union »Hunderte« Opfer, die es schlicht nicht gibt. Ist beides jeweils für sich inakzeptabel, offenbart die Kombination europäische antisemitische Bösartigkeit.

Hadja Lahbib lügt dreist über angebliche »Opfer«, stellvertretend für ihre Europäische Kommission und ihre EU verleumdet und delegitimiert sie den jüdischen Staat und seine Armee, während sie über die Hamas schweigt. Mit ihren Ein- und Auslassungen bestätigt die belgische Kommissarin die notorische europäische Feindseligkeit gegenüber Israel. Leider bietet sich derzeit wohl nur den Grönländern eine ernste Chance, diesem verkommenen Kontinent eine Absage zu erteilen.

Südafrikanische Selbstdemontage

Das vom ANC dominierte Regime in Pretoria hat Ariel Seidman, den Leiter der israelischen Vertretung in Südafrika, zur unerwünschten Person erklärt und den Diplomaten zum Verlassen des Landes innert dreier Tage aufgefordert. Pretoria wirft dem ranghöchsten Repräsentanten des jüdischen Staates in dem Land vor, den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa »beleidigt« und diplomatische Gepflogenheiten nicht beachtet zu haben.

Spätestens seit dem barbarischen Überfall der Hamas und ihrer Komplizen auf Israel am 7. Oktober 2023 haben sich die freilich ohnehin nicht von überbordender Freundschaft geprägte zwischensaatliche Verhältnis deutlich verschlechtert. Der damals in Pretoria noch alleinregierende ANC unterhält traditionell enge Beziehungen zur Hamas, und noch Anfang Dezember 2023 begrüßte und feierte die Bewegung eine Delegation der islamistischen Terrororganisation in Südafrika.

Im gleichen Monat beschuldigte das ANC-Regime den jüdischen Staat vor dem Internationalen Gerichtshof (ICJ) in Den Haag des »Völkermords«. Bereits im Monat zuvor hatte das südafrikanische Parlament auf Antrag der damaligen Oppositions- und heutigen Koalitionspartei Economic Freedom Fighters über eine Schließung der israelischen Botschaft in dem Land beraten, um seiner Solidarität mit den Babyschlächtern und Vergewaltigern des Hamas Ausdruck zu verleihen.

Jerusalem hatte Eliav Belotserkovsky, seinen Botschafter, aus Anlaß der Ansetzung dieser Debatte »zu Beratungen« nach Israel zurückbeordert. Nachdem Pretoria durch eine Einladung an die Islamische Republik Iran, deren Regime gerade die Straßen des Landes blutrot färbte, zu einem gemeinsamen Manöver in diesem Monat noch einmal zeigte, an wessen Seite es steht, bekräftigt es seinen völligen moralischen Bankrott mit Ariel Seidmans Ausweisung nun nur noch einmal.

Deutsche Ignoranz

Während Vertreter der Regierung in Berlin durchaus nicht müde werden, wortreich antisemitischen Terrorismus zu verdammen, ermöglicht Deutschland weiterhin regelmäßige Zahlungen des PLO-Regimes an »palästinensische« Terroristen oder deren Familien. Doch nicht »nur« durch finanzielle Zuwendungen an die »Palästinenserführung« trägt Berlin zum Terrorismus gegen Juden bei, durch hochrangige Besuche legitimiert es auch darüber hinaus deren Regime.

Am Mittwoch erwartete Ramallah hochrangige Besucher aus Deutschland. Anke Schlimm, die als Gesandte Deutschland gegenüber dem Regime um »Präsident« Abu Mazen repräsentiert, besuchte dessen »Gesundheitsminister« Majid Abu Ramadan und ließ sich von dem, offenbar ohne größeren Widerspruch, einmal mehr die Lüge von den notorisch leeren Kassen Ramallahs auftischen, unter denen die Gesundheitsversorgung von »Palästinensern« zu leiden habe.

Derweil verfügt die »Palästinenserführung« noch immer über ausreichende finanzielle Mittel, ihre »Verpflichtungen« gegenüber »palästinensischen« Terroristen und deren Familien zu erfüllen: Wie die Jerusalem Post unter Berufung auf die NGO Palestinian Media Watch (PMW) berichtet, füllten erst an diesem Montag wieder neue Überweisungen Ramallahs die Konten »palästinensischer« Terroristen oder deren Angehöriger in Jordanien und im Libanon auf.

Zwar hatte »Präsident« Abu Mazen vor bald einem Jahr ein vielbeachtetes und -gelobtes Dekret erlassen, nach dem das auch als »Pay-for-slay« berüchtigte System der »Märtyrerrenten« abgeschafft und durch eine bedarfsorientierte Sozialhilfe ersetzt werden sollte. Tatsächlich allerdings scheint Ramallah lediglich nach neuen Wegen zu suchen, seine Zahlungen an in Israel inhaftierte oder entlassene Terroristen sowie deren Angehörige besser zu verschleiern.

Gewiß ist es denkbar, daß deutsches Geld in Ramallah nicht in jenen Töpfen landet, aus denen die »Märtyrerrenten« finanziert wird. Dadurch aber, daß Berlin die Finanzierung »ziviler« Vorhaben übernimmt oder sich an Gehältern »ziviler« Beschäftigter beteiligt, sorgt es dafür, daß dem Regime der Terrororganisation PLO überhaupt oder mehr Geld für seine »Märtyrerrenten« zur Verfügung steht. Mehr Geld für antisemitischen Terror, für Anschläge auf und Mord an Juden.

Die DNA der Vereinten Nationen

Juden müssen draußen bleiben. Die in New York tagende Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am Dienstag den 2005 von der Weltorganisation ausgerufenen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen. Während UN-Generalsekretär António Guterres und Annalena Baerbock, die Präsidentin des Gremiums, drinnen ihre Textbausteine von sich gaben, verweigerte freilich draußen UN-Personal Juden den Zutritt.

Als hätte die Versammlung, der sie vorsteht, niemals ihre berüchtigte Resolution 3379 beschlossen und erst über 15 Jahre später wieder zurückgenommen, behauptete die ehemalige deutsche Außenministerin in ihrer Rede ernsthaft, das »›Nie wieder‹-Versprechen« sei »in der DNA der Vereinten Nationen fest verankert«, während ausgerechnet António Guterres dazu aufrief, »Antisemitismus und alle Formen von Haß und Ausgrenzung« zu ächten.

Zwar sind solche Appelle berechtigt und notwendig. Jedoch sind die Vereinten Nationen als Organisation und insbesondere ihre Vollversammlung kaum geeignet, sie auch nur im Ansatz glaubwürdig zu verkörpern. Das bekamen am Dienstag mindestens zwei jüdische Besucher der Vereinten Nationen zu spüren, die als Zuschauer das »Gedenken« der UN-Vollversammlung verfolgen wollten: UN-»Sicherheitskräfte« verweigerten ihnen den Zutritt.

Störten sich die Saalschützer bei einer Besucherin an einer auf deren Jacke aufgedruckten Flagge des jüdischen Staates, bedrängten sie einen anderen Besucher, der den Zwischenfall mit seinem Smartphone dokumentieren wollte, zwangen den Enkel von Überlebenden des Holocaust zur Löschung seiner Aufnahmen und ließen ihn dennoch nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Dieses Privileg blieb als Alibi-Juden Eingeladen vorbehalten.

Agitator

Philippe Lazzarini, der der berüchtigten UNRWA vorsteht, hat ein produktives Wochenende hinter sich: Über seinen Kanal auf der Plattform X machte er mit mehreren »israelkritischen« Stellungnahmen zur Situation in Gaza dem Ruf seines »Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina Flüchtlinge im Nahen Osten« ebenso alle Ehre wie dem des als »Nährboden für Antisemitismus« in einigen Verruf geratenen Netzwerks.

Ob der UN-Funktionär da über derzeit fehlende Bildungsmöglichkeiten für »Palästina-Flüchtlinge« klagt oder Krokodilstränen um in Gaza getötete »Journalisten« vergießt, stets »vergißt« der zu politischer Neutralität verpflichtete UNRWA-Chef, was nicht ins Narrativ seiner Organisation paßt, die sich noch immer als »ziviler« Arm jener Hamas versteht, die am 7. Oktober 2023 mit ihrer »Al-Aksa-Flut« Israel vom Globus spülen wollte.

Den »Schulen« der »komplett von der Hamas durchseucht[en]« UNRWA wird, gewiß kaum zu Unrecht, nachgesagt, an ihnen sei »seit Jahren blinder Hass und die Vernichtung der Juden propagiert« worden. Doch selbstverständlich verschwendet ein Philippe Lazzarini keine Lebenszeit an den Gedanken, daß eine Ursache heute zerstörter »Schulgebäude« darin liegen könnte. Er weint lieber um »Journalisten«, deren Tod er Israel vorwirft.

Allerdings »vergißt« er auch hier, nicht »nur« anzumerken, daß bei vielen von ihnen eine Berufung zum Terroristen den Beruf ergänzte und dessen Ausübung prägte. Auch sein Lob auf womöglich nicht direkt für Terrororganisationen tätige »palästinensische« Journalisten »vergißt«, daß selbst die in Gaza kaum »unabhängig« waren oder sind: Sogar die Reporter ohne Grenzen wußten das – da waren sie freilich noch einigermaßen bei Sinnen.

Mit seinen jüngsten öffentlichen Äußerungen demonstriert der UNRWA-Chef nicht bloß erneut ein gewagtes Verständnis des Begriffs »politische Neutralität«, er setzt Israel, den jüdischen Staat, ins Unrecht, während er mindestens durch Auslassung die Hamas und ihre Herrschaft verklärt. Er kollaboriert weiter mit der Terrororganisation. Jerusalem hat daraus (zu spät) Lehren gezogen, im realitätsblinden Berlin gilt die UNRWA dagegen wieder als »unverzichtbar«.

Was zählt

Unter Berufung auf Informationen aus der Islamischen Republik Iran, meldet Reuters, daß die »Sicherheitskräfte« der Mullah-Regimes in den vergangenen Tagen nicht »nur« wahllos auf Protestierende das Feuer eröffnet, sondern auch unbeteiligte Passanten gezielt unter Beschuß genommen habe. Selbst auf Flüchtende, die sich erkennbar nicht an Protesten beteiligt waren, sondern sich von ihnen entfernten, sei geschossen worden.

Es ist inzwischen wieder ruhig geworden um die jüngsten Demonstrationen ungezählter Menschen in der Islamischen Republik Iran gegen »ihre« Führung. Während es ob der Brutalität, mit der sich das islamistische Regime an der Macht zu halten versucht, wenig verwundert, wagen in iranischen Städten kaum noch Menschen, ihrer Unzufriedenheit öffentlich Ausdruck zu verleihen, ist das internationale Desinteresse entlarvend.

Während kein Tag vergeht, ohne daß landauf und landab betont wird, wie schlimm es doch sei, daß der amerikanische Präsident Donald J. Trump mit seinem Vorgehen gegen einen südamerikanischen Narco-Terroristen und -Tyrannen und seiner Anmeldung von Ansprüchen auf Grönland »Völkerrecht« mißachte, können die Mullahs, geschützt durch dieses »Völkerrecht«, jede Unmutsäußerung blutig ersticken und selbst gefügige Untertanen massakrieren.

Nach Meldungen vom vergangenen Wochenende haben die Schlächter des islamistischen Regimes in den vergangenen drei Wochen über 16.500 Menschen ermordet und mindestens 330.000 verletzt. Doch außer schaler Betroffenheitsheuchelei war von der in ihr »Völkerrecht« vernarrten »Staatengemeinschaft« wenig dazu zu vernehmen. Wo die Islamische Republik Iran beginnt, wird das Blutbad des Regimes zur »inneren Angelegenheit«.

In der »regelbasierten Weltordnung« ist die »staatliche Souveränität« heilig, heiliger jedenfalls als »Menschenrechte«, selbst wenn gerade ein zum Untergang verurteiltes islamistisches Regime Krieg gegen die »eigene« Bevölkerung führt und Massen von Menschen wahl- und erbarmungslos abschlachtet, um die, die überleben, für den Rest ihres Daseins so einzuschüchtern, daß die nie wieder einen eigenen Gedanken wagen. Es lebe das »Völkerrecht«.

Besorgniserregte Bigotterie

So erwartbar wie peinlich hat sich Reem Alabali Radovn [sic!], Friedrich Merz’ Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, »kritisch« zum Abriß von UNRWA-Gebäuden in der israelischen Hauptstadt Jerusalem geäußert. Ist das von ihr geführte Ministerium noch nicht einmal in der Lage, den Namen der Hausherrin unfallfrei wiederzugeben, läßt es sie selbst auch noch entlarvende Unwahrheiten von sich geben.

Die UNRWA, das berüchtigte »Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten«, erklärt eine »äußerst« besorgte Reem Alabali Radovan in ihrer jüngsten Stellungnahme ernsthaft, sei »für die Versorgung der palästinensischen Flüchtlinge unverzichtbar – in Gaza wie auch in der gesamten Region«, »Die« Menschen seien »dringend auf UNRWA angewiesen: auf Lebensmittel, sauberes Wasser und medizinische Versorgung«.

Zunächst einmal ist die Behauptung sportlich, die UNRWA im Libanon, in Jordanien oder in Syrien könne dort nicht aktiv sein, ohne über eine Zentrale in Israel zu verfügen. Die war vor ihrem Abbruch bereits seit einiger Zeit stillgelegt – ohne vor Ort, aber auch von internationalen Medien bemerkte nennenswerte Auswirkungen. Doch speziell in Gaza ist die »komplett von der Hamas durchseucht[e]« UN-Organisation längst nicht mehr »unverzichtbar«.

Nach Angaben der Vereinten Nationen spielt die UNRWA bei der Versorgung von »Palästinensern« in Gaza etwa mit Lebensmitteln keine Rolle mehr. Falls überhaupt, so hat die »unverzichtbare« Organisation spätestens seit dem 19. Mai 2025 weniger als 21 Tonnen Hilfsgüter nach Gaza transportiert, sehr wahrscheinlich keine einzige Tonne. Wären »Palästinenser« in Gaza auf durch die UNRWA verteilte Lebensmittel angewiesen, wären sie inzwischen – verhungert.

Am 5. Januar, vor zwei Wochen, informierte Stéphane Dujarric, der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, in seiner täglichen Pressekonferenz darüber, daß allein die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen und deren Partner in Gaza – daneben sind noch weitere Organisationen aktiv -mit ihren Lagervorräten in der Lage seien, die Bedürfnisse der Menschen in Gaza »zu 100 Prozent« zu befriedigen. Die UNRWA erwähnte er nicht.

Wer diesem »Hilswerk« 2026 nachsagt, es sei »unverzichtbar«, hat entweder die vergangenen Monate und Wochen damit verbracht, beharrlich jede Entwicklung in dem Küstengebiet zu ignorieren, und weiß es daher einfach nicht besser. Schon das wäre für eine Ministerin ein Armutszeugnis. Denkbar freilich wäre auch, Reem Alabali Radovan sagt bewußt die Unwahrheit. Damit jedoch stellte sie sich ein noch blamableres Zeugnis aus.

Es lohnt nicht, Lebenszeit auf die Frage nach der Motivation Reem Alabali Radovans für ihre Behauptungen zu verschwenden. Ihre Angaben zur »Unverzichtbarkeit« des Hamas-Hilfswerks sind objektiv falsch. Selbst die Daten der Vereinten Nationen stützen sie nicht. Bundeskanzler Friedrich Merz muß sich vorwerfen lassen, eine ihrer Aufgabe nicht gewachsene Ministerin in seinem Kabinett zu dulden. Deutschland hat mehr verdient als das.

Antiimperialistische Solidarität

Vier Wochen ist es inzwischen her, daß in der Islamischen Republik Iran Menschen auf die Straßen gingen, um gegen die miserable wirtschaftliche Lage im Land zu protestieren. Mittlerweile richteten sich ihre Demonstrationen gegen das islamistische Regime in Teheran, dessen »Sicherheitskräfte« nach jüngsten Angaben seit Beginn der Proteste über 16.500 Menschen massakriert haben. Mindestens 330.000 Menschen sollen verletzt worden sein.

Was macht angesichts eines solchen Blutbads wohl die Regierung in Pretoria, die sich doch erklärtermaßen sehr um Menschenrechte sorgt? Erklärt das ANC-Regime sich solidarisch mit den Opfern des islamistischen Regimes in Teheran? Erwägen die Söhne und Enkel Nelson Mandelas, sich bei den Vereinten Nationen für Sanktionen gegen die Mullahs einzusetzen? Brechen sie Kontakte zu Teheran ab? Nun, sie pflegen die Waffenbrüderschaft zur iranischen Soldateska.

Unter dem schönen Titel »Der Wille zum Frieden 2026« fanden in diesen Tagen auf Einladung Pretorias Militärmanöver in südafrikanischen Gewässern statt, an denen sich neben Rußland und China auch und ausdrücklich die Islamische Republik Iran mit ihren Streitkräften beteiligt. Fluten die Pasdaran massenmordend Straßen iranischer Städte mit Blut, will Pretoria auf Teheran nicht verzichten, wenn es um den »Schutz von Handelswegen und des Seehandels« geht.

Nach dem Überfall der Hamas und ihrer Komplizen auf Israel am 7. Oktober 2023 vergingen ungefähr vier Wochen, bis Behauptungen die Runde machten, beim Vorgehen der israelischen Streitkräfte gegen die Angreifer seien in Gaza 10.000 »Palästinenser« getötet worden. Bis zum 29. Dezember 2023, als das südafrikanische ANC-Regime Israel offiziell des »Völkermords« anklagte, hatte sich die Zahl »palästinensischer« Todesopfer angeblich verdoppelt.

Denkanstoß

Während »palästinensische« Terroristen in Gaza weiter damit beschäftigt sind, mit Raketen um sich zu schießen, beklagt Hermann Gröhe, der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, eine angeblich »schlechte Versorgungslage« in dem Küstenstreifen. Der Rheinischen Post verriet der ehemalige Bundesminister für Gesundheit, zwar habe sich die Situation seit Beginn der Waffenruhe entspannt, sie sei aber insgesamt von »dramatischer Unterversorgung« geprägt.

Es kämen, so der CDU-Politiker, »weiterhin nicht ausreichend humanitäre Güter in den Gazastreifen – die benötigten 600 Lkw pro Tag werden bei Weitem nicht erreicht [sic!]«. Mit seiner dystopischen Darstellung liegt Hermann Gröhe voll im Trend. Auch die Ärzte ohne Grenzen (MSF) und das nicht minder berüchtigte Terroristenhilfswerk der Vereinten Nationen, die UNRWA, behaupten, besonders Kinder würden unter »katastrophalen« Entbehrungen leiden.

Und in der Tat sind die »Palästinenser« in Gaza wohl nicht zu beneiden. Mit der Hamas allerdings, die sie noch immer in großen Teilen unterstützen, wie die Terrororganisation in ihrem jüngst veröffentlichten Machwerk »Al-Aqsa Flood: Two Years of Steadfastness and the Will for Liberation« zutreffend anmerkt, haben sie sich ihr Schicksal selbst gewählt. Und es sollte eine Selbstverständlichkeit sein für angeblich humanitäre Organisationen, gerade auch darauf hinzuweisen.

In vielen Städten der Islamischen Republik Iran protestieren inzwischen seit über zwei Wochen tagtäglich viele Menschen gegen das staatsterroristische Mullah-Regime. Sie riskieren damit jeden Tag Gesundheit und Leben, denn das islamistische Regime läßt ihre Demonstrationen mit zunehmender Brutalität durch seine Schlägertruppen bekämpfen. Mehr als 100 Menschen sollen sie bereits ermordet haben, unzählige Menschen sind in ihren Folterkellern »verschwunden«.

Und dennoch trotzen immer mehr Menschen den Mullahs, deren Tage an der Macht deshalb gezählt scheinen. Von seltenen Ausnahmen abgesehen, die es gibt, halten die »Palästinenser« der Hamas die Treue. Die islamistische Terrororganisation muß Proteste wie in der Islamischen Republik Iran nicht fürchten, sondern baut ihre Vorherrschaft wieder auf und weitet sie aus – und stellt sich damit auch und gerade einem Aufbau Gazas, jeder deutlichen Besserung, in den Weg.

In ihrer Mehrheit demonstrieren die »Palästinenser« mit ihrer Passivität ihre Bereitschaft zur Kollaboration mit der Hamas. »Hat Deutschland geglaubt, es werde für die Untaten, die sein Vorsprung in der Barbarei ihm gestattete, niemals zu zahlen haben?« fragte Thomas Mann nach alliierten Bombenangriffen 1942. Er habe, konstatierte er, »nichts einzuwenden gegen die Lehre, daß alles bezahlt werden« müsse. Vielleicht sollte (nicht bloß) Hermann Gröhe ein paar Gedanken darauf verschwenden.