Schlagwort: Jordanien

Naiver Missionar

Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat während seiner jüngsten Visite in Jordanien bekräftigt, »dass für einen Frieden im Nahen Osten die sogenannte Zwei-Staaten-Lösung unumgänglich ist«, wie die Deutsche Welle meldet. »Wir sind und wir bleiben«,versicherte der Sozialdemokrat seinen Gastgebern in Amman, »uns einig in der Notwendigkeit einer verhandelten Zwei-Staaten-Lösung«.

Leider scheint der Chef des Auswärtigen Amts zu Berlin die Roadmap nicht ganz verstanden zu haben, wenn er tatsächlich nahelegt, Frieden könne es erst dann geben, wenn neben Israel ein »palästinensischer« Staat entstanden und anerkannt ist. Die Roadmap, derzeit noch das in Sachen Zwei-Staaten-Lösung maßgebliche Dokument, gibt nämlich eine geringfügig andere Marschroute vor.

In ihr wird ein »palästinensischer« Staat nämlich gerade nicht zur Voraussetzung für Frieden zwischen »Palästinensern« und Israel erklärt, sondern, ganz im Gegenteil, Frieden als die entscheidende Basis genannt, auf deren Grundlage ein weiterer arabischer Staat entstehen könnte. »Eine Zwei-Staaten-Regelung [..] kann nur erreicht werden, wenn Gewalt und Terrorismus ein Ende haben«.

Zunächst also muß Frieden herrschen, dann, aber eben auch erst dann, kann ein »Palästina« diesen gleichsam krönen, wenn, wie es in der Roadmap eigentlich doch recht unzweideutig heißt, »das palästinensische Volk eine Führung hat, die entschieden gegen den Terrorismus vorgeht sowie willens und fähig ist, eine funktionierende, auf Toleranz und Freiheit gegründete Demokratie aufzubauen«.

Daß das mit dem derzeitigen Regime in Ramallah, das die Roadmap gleichwohl unterzeichnet hat, kaum zu machen ist, liegt auf der Hand. Die Clique um »Präsident« Abu Mazen ist nämlich nicht bereit, sich diesen Anforderungen zu unterwerfen, wie nicht zuletzt, aber vielleicht am deutlichsten ihr immer wieder erneuertes Bekenntnis zu ihren »Märtyrerrenten« zeigt, Prämien für Terrorismus.

Wollte Außenminister Heiko Maas zur Konfliktlösung beitragen, ist ihm das mit seinen Ausführungen gründlich mißlungen. In einer ohnehin gespannten Lage konnten sie vielleicht keinen weiteren Schaden anrichten, die Chance aber, die »Palästinenserführung« daran zu erinnern, daß der Weg nach »Palästina« nicht über Terrorismus führt, sondern über Frieden, hat Heiko Maas vergeben.

Ausgebürgert

Harte Zeiten kommen auf die »Palästinenserführung« um Abu Mazen zu, wie die in der israelischen Hauptstadt erscheinende Jerusalem Post unter Berufung auf arabische Quellen berichtet. Danach soll das Königreich Jordanien begonnen haben, dem Kopf und etwa 30 weiteren ranghohen Repräsentanten des Regimes in Ramllah die Staatsbürgerschaft und weitere Privilegien zu entziehen.

Wenn auch kein offizieller Grund für diesen Schritt bekannt ist, liegt doch die Vermutung nahe, daß Amman die Geduld mit dem »Palästinenserpräsidenten« und dessen korrupter Clique verliert. Seit Jahren gelingt es Abu Mazen mit seiner PLO nicht, die Islamisten der Hamas entweder zu entmachten oder wenigstens so erfolgreich zu umarmen, daß es lohnt, über ein »Palästina« nachzudenken.

Die »palästinensische« Spaltung wiederum führt dazu, daß selbst eventuelle Friedensgespräche mit Jerusalem von Beginn an unglaubwürdig wären. Wie sollte »Präsident« Abu Mazen eine mögliche Einigung gegenüber der Hamas durchsetzen? Freilich hat Ramallah oft genug erkennen lassen, daß es auch ganz grundsätzlich gar kein Interesse an einer Aufnahme von Gesprächen mit Israel hat.

Für Jordanien aber sind andere als die eben selbstverschuldeten Probleme der »Palästinenser« prioritär. Es existiert ein Friedensvertrag mit dem jüdischen Staat, während die Mullahs in Teheran mit ihrer Politik die ganze Region destabilisieren und damit auch Jordanien, das die Auswirkungen des iranischen Strebens nach Einfluß in Gestalt zahlreicher Flüchtlinge aus Syrien zu spüren bekommt.

Es ist deshalb nachvollziehbar, bestraft Amman die »Palästinenserführung« nun für deren Unwillen zu auch nur irgendwie sinnvollem Handeln. Jordanien schließt sich damit einer ganzen Reihe arabischer Staaten an, die angesichts der Bedrohung durch Teheran den Konflikt mit Israel lieber heute als morgen beilegen würden. Die »Palästinenserführung« nehmen sie immer mehr als Hindernis wahr.